Dr. L. Rabenhorst's Kryptogamen-Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz. 35^weite A.uflag'e vollständig- neu bearbeitet von A. Grunow, Dr. A. Fischer, Dr. F. Hauck, G. Limpricht, Prof. Dr. Ch. Luerssen, Dr. W. Migula, Dr. H. Rehm, P. Richter, Dr. G. Winter. Vierter Band: Die Laubmoose Dentsclilands , Oesterreiclis und der Schweiz von K. Gustav Limpricht. Leipzig. Verlag von E cl u a r d K u m m e r 1890. Printed in Germany 7^ . / ~L^ Die Laubmoose Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. Bearbeitet K. OustaT Umpricht. Mit S33 Einzelabbildungen. I. Abtlieikmg: Spliagnaceae, Andreaeaceae, Archidiaceae, Brymeae (Cleistocarpae, Stegocarpae |Aciocarpae]). Leipzig. Verlag von Eduard Kummer. 1890. Alle Eechto vorbehalten. Vorwort. Als mir seinerzeit der ehrenvolle Auftrag wurde, die Be- arbeitung der Laub- und Lebermoose für die 2. Auflage von Dr. L. Eabenhorst's Deutschlands Kryptogamen -Flora zu über- nehmen, bin ich nur zagend an die Aufgabe herangetreten, denn ich war mir der Grösse derselben voll bewusst, weil ich bereits beide Gruppen in einfacherer Form für ein viel kleineres Floren- gebiet (Kryptogamenflora von Schlesien. L Bd. 1876/78) bearbeitet hatte. Seit K. Müller's „Deutschlands Moose" (1853) war keine voll- ständige deutsche Laubmoosflora erschienen ; denn J. Milde's „Bryo- logia silesiaca" (1869) umfasste nur ISI"ord- und Mitteldeutschland bis zur Donau, und J. Juratzka's „Laubmoosflora von Oesterreich- Ungarn" (1882) blieb ein Torso. Daher galt es zunächst, für das ausgedehnte Gebiet einer centraleuropäischen Laubmoosflora die recht umfangreiche und dabei sehr zerstreute bryologische Literatur der letzten 30 Jahre zu sammeln, kritisch zu sichten und einheitlich zu verarbeiten, und es wäre die Lösung dieser Aufgabe an sich schon eine ernste Arbeit gewesen. Allein der neueren Systematik genügt es nicht, mit Hülfe weniger Unterschiede möglichst schnell den Kamen zu vermitteln, sie schenkt vielmehr allen Merkmalen, auch den kleinsten, gleiche Beachtung, sucht die Kennzeichen durch das Auffinden neuer Kriterien zu vermehren und will aus der Be- trachtung der gesammten Charaktere die systematischen Einheiten feststellen. Zu diesem Zwecke zieht sie auch entwickelungs- geschichtliche Momente und anatomische Verhältnisse in ihren Beobachtungsbereich. Nach dieser Richtung eröffnete sich bei der Neubearbeitung von Deutschlands Laubmoosflora ein weites, noch unbebautes Feld. VI Bereits vor 40 Jahren hatte Karl Müller zu einer Zeit, als die verwandschaftlichen Beziehungen der Laubmoose nur in den äusseren Gestaltungsverhältnissen gefunden wurden, durch Ein- fügung des Blattzellnetzes in den Beobachtungsbereich eine neue Kichtung in der systematischen Bryologie eingeleitet, die in ihrem weiteren Ziele erst durch Ausnützung der gesammten anatomischen Merkmale, sowohl in den vegetativen als in den reproductiven Organen, dereinst ihren Abschhiss finden wird. Giebt so jede Be- schreibung auch physiologische, biologische, historische und bryo- geographische Thatsachen, dann nähert sie sich dem Ideale, indem sie in der Kürze alles zusammenfasst, was über diesen Gegenstand bekannt ist. In diesem Streben habe ich den Schwerpunkt meiner Arbeit auf ausführliche Beschreibungen gelegt, und ich kann es ohne An- massung aussprechen, dass hier der Bryologie eine Fülle neuer Merkmale zugeführt und jedes bekannte erst nach sorgfältiger Prü- fung aufgenommen wurde. Eine derartige Ausführung erheischte Reihen von Unter- suchungen, welche veranlassten, dass das Erscheinen der Lieferungen nicht so rasch von Statten ging, als es allerseits gewünscht wurde. Auch zeigte es sich bald, dass das Werk über die Zahl der ur- sprünglich bestimmten Lieferungen weit hinauswachsen musste; denn schon die Beschreibungen überschritten den zugewiesenen Raum, daher wurden auch die Synonyma (mit Ausschluss der über- flüssigen) vollständig citirt, die Exsiccata ausführlicher gegeben und die Standortsangaben reichlicher verzeichnet, als ursprünglich ge- plant war. Um jedoch das Werk für die Benutzung handlich zu machen, ergab sich hinter den Aplolepideen ein passender Abschluss, dem ein Register der beschriebenen und kurz erwähnten Arten zugefügt ist. Das Synonymen -Register wird am Schlüsse des ganzen Werkes im Zusammenhange gegeben werden. Nach dem Plane dieser Flora sollte für jede Gattung ein Habitusbild gegeben und jede Gattungsdiagnose illustrativ durch morphologische und anatomische Details erläutert werden; auch war zugesagt, bei umfangreichen Gattungen und kritischen Arten durch anderweitige Abbildungen Auffassung und Yerständniss zu erleichtern, ferner in der Einleitung Structurverhältnisse allgemeiner VII Art und entwickehingsgeschichtliche Thatsachen bildlieh zu ver- anschaulichen. Diesem Versprechen wird die I. Abtheilung durch 533 Einzelbilder gerecht, die, mit Ausnahme von Lieferung 1, sämmt- lich meine Originale sind. Um das Gelingen dieser Bilder haben sich Lehrer Schönfelder in Leipzig und die rühmlichst bekannte Zinkographische Anstalt von Körner & Dietrich daselbst, welche das Uebertragen auf Zinkplatten für den Buchdruck ausführte, der in sorgfältigster "Weise von E. Polz vollzogen, hoch verdient gemacht. Was Einzelheiten der Bearbeitung betrifft, so wurde darauf verzichtet, die Gattungs- und Artnamen in's Deutsche zu über- tragen, denn urkomisch klingt es z. B. Brachythecium Mildeanum als „Milde's Kurzbüchse" zu bezeichnen; ferner wurde bei Er- klärung der Gattungsnamen auch für die aus dem Griechischen entlehnten Wörter lateinische Buchstaben gewählt; endlich wurden die nach Personen benannten Speciesnamen nicht in die genetivische Fassung verkürzt, sondern in der ursprünglichen Schreibung belassen. Schliesslich sei es mir gestattet, allen denen, welche, sei es durch Zuwendung von Belagsexemplaren zu neueren Funden, sei es durch Uebersenden von Florenverzeichnissen oder Standortsangaben, sei es durch gütige Mittheilung der Resultate ihrer Forschung — wie mein verehrter Freund Ruthe zur Gattung Fissidens — mich bei meiner Arbeit unterstützten, meinen verbindlichsten Dank auszu- sprechen; ich nenne die Herren: Apotheker J. Amann in- Davos, Oberlandesgerichtsrath Dr. F.Arnold in München, Pastor W.Bertram in Braunschweig, Professor Dr. med. Chalubii'iski in Warschau, Dr. med. P. Culmann in Zürich, Seminarlehrer Eiben in Aurich, Dr. med. W. 0. Pocke in Bremen, P. Hieronymus Gander in Innervillgraten (Tirol), Apotheker A. Geheeb in Geisa, Professor Dr. Hegelmaier in Tübingen, Rentier G. Herpell in St. Goar, Lehrer L. Herter in Hummertsried bei Waldsee (inzwischen ver- storben), Bezirksarzt Dr. med. A. Holler in Memmingen, Apotheker J. B. Jack in Constanz, Dr. H. v. Klinggraeff in Langfuhr bei Danzig, Apotheker J. Paul in Mährisch -Schönberg, Stabsarzt Dr. P. Prahl (früher in Kiel), Bezirksarzt Dr. med. A. Pro gel in Waldmünchen (inzwischen verstorben), Dr. Roll in D'armstadt. Departements -Thierarzt R. Ruthe in Swinemünde, Dr. C. Sanio in Lyck, Lehrer W. Schemmann in Annen in Westfalen, F. Stephani VIII in Leipzig, Advokat Gr. v. Venturi in Trient, Dr. med. A. Walther in Bayreuth, Lehrer C. Warnstorf in Neuruppin, Lehrer J. Weber in Männedorf bei Zürich und Apotheker F. "Winter in Gerolstein (bereits verstorben). Vor allem gebührt hier öffentlich warmer Dank meinem lieben Freunde, dem Architekten J. Breidler in Wien, der mit eben so seltenem Scharfblicke wie glücklichem Erfolge die deutsch -öster- reichischen Alpen bryologisch und hepaticologisch durchforscht, und welcher seit 12 Jahren alljährlich die Schätze seiner Ausbeute mir als werthvollstes Material für meine Arbeit gütigst zuwendet. So übergebe ich diesen Theil, der sich einer unerwartet gün- stigen Aufnahme auch seitens der Kritik zu erfreuen hatte, dem Wohlwollen aller Freunde der Bryologie mit der Bitte, mich auch ferner zu unterstützen, und mit der Yersicherung, dass ich alle Kraft einsetzen werde, das Werk in würdiger Weise zum Abschluss zu bringen. Breslau, im November 1889. K. Gr. Limpriclit. I. Kurze Charakteristik der Laubmoose. Laub- und Lebermoose sind in ihrer Entwickelung einander so ähnlich, dass beide unter den Namen Muscinecn, Frofoneniacccn oder Bn/opliyten vereinigt werden. Es sind Sporenpflanzen mit regelmässigem Generationswechsel. Die geschlechtliche Gene- ration entwickelt sich meist unter Yermittelung eines Yorkeimes zu einer in Axe und Blatt gegliederten, aber der echten Wurzeln und der eigentlichen Gefässbündel entbehrenden Pflanze, welche die Geschlechtsorgane trägt. Aus der befruchteten Eizelle entsteht die sporenbildende Kapsel, welche als die ungeschlechtliche Generation aufgefasst wird. 80 leicht es auch dem Anfänger wird, ein Laubmoos als solches habituell von einem Lebermoose zu unterscheiden, so schwer ist es doch, die Charaktere beider Hauptreihen kurz zusammen zu fassen, weil die AHtJiocerotaceeii bei den Lebermoosen und die SpJiarpteen , in gewisser Beziehung aucli Aiidreaea und Arclddiuni unter den Laubmoosen Sonderstellungen einnehmen. Laubmoose — Musci fromlosi H e d w. ; Phyllohri/a H ä c k e 1 — besitzen niemals thallose*) Formen und gewöhnlich nicht dorsi- ventrale**) Ausbildung. Ihr Vegetationskörper ist immer ein zwei- bis vielreihig beblätterter Stamm, der meist einen sogenannten Centralstrang enthält und an der Oberfläche mit verzweigten Zell- reihen, den Wurzelhaaren, besetzt ist. Die Blätter sind einander gleichwerthig und besitzen meist eine mehrschichtige Mittelrippe. Das Sporogon erlangt seine völlige Ausbildung nicht innerhalb des Archegoniumbauches, sondern letzterer wird allermeist von dem sich entwickelnden Sporogon frühzeitig rings abgesprengt und als Calyptra emporgehoben. Im Innenraume der meist deutlich gestielten Kapsel erzeugen bestimmte Zellschichten die Sporen, zwischen denen niemals sich Elateren bilden, während axile, steril *) Der Thallus ist nicht in Axe und Blatt gegliedert. **) Dorsiventral ist z. B. der menschliche Körper, denn er lässt sich nur durch einen medianen Längsschnitt in zwei symmetrische Hälften zerlegen, während er durch einen senkrecht darauf stehenden axilen Längssclinitt in eine Bauch- und eine Eückenhälfte zerfällt, die verschieden ausgebildet sind. li im ji r ii-ht , Laubmoose. \ / f / ^ / bleibende Zellreihen (excl. ArcJiidium) eine Columella darstellen. Die Kapselwand ist stets von einer Epidermis überzogen, die in der Regel Spaltöffnungen zeigt, und die Kapsel öffnet sich in den meisten Fällen durch Abwerfen eines rings umschriebenen Deckels. II. Der Aufbau der Moospflanze. 1. Das Protoneiua. Das Laubmoospflänzchen wird als seitliche Knospe an einem Vorkeime, nach Wallroth und Hofmeister Protonema (Agardh) genannt, angelegt. Dieses Protonema (Fig. 1) ist in der Regel ein confervenartiges Geflecht vielfach verzweigter Zellfäden und entwickelt sich sowohl ans der keimenden Spore (Sporen- Fiff. 1. Protoncm a von Funaria hygrometnca nach Schimpcr: a Moosknospe, r Ehizoiden, s ausgekeimte Spore. Vergr. -^ ^IL. vorkeim) als an vegetativen Organen der Moospflanze und experi- mentell auch aus Theilen des Sporogons (sekundäres Protonema, Fig. 3; Zweigvorkeim , Brutvorkeim); doch verhalten sich beide Arten in ihren Eigenschaften gleich. Die Zellreihen wachsen mit unbegrenztem Spitzenwachsthum , verbunden mit seitlicher Aus- mikroskopisch kleine, kurz zweiguiig. Sie besitzen, soweit sie dem Lichte ausgesetzt sind, reichlich Chlorophyll, farblose Wände und rechtwinkelig gestellte Scheidewände ; soweit sie jedoch in den Boden eindringen , zeigen sie gebräunte Membranen, schräge Querwände und farbloses Plasma. Das oberirdische Protonema assimilirt, während das unterirdische, die Rhizoiden des Protonemas genannt, als Haftorgan dient und Nährstoffe aus dem Boden aufnimmt. Beide Bildungen sind nahe verwandt; denn unter Umständen können auch die Rhizoiden grünes Protonema erzeugen. Häufig bildet das unterirdische Proto- nema reichlich Brutknollen (Fig. 2), gestielte, lockerzellige, chlorophyll- freie und mit Reservestoffen ange- füllte Körperchen von linsenförmiger oder kugeliger Gestalt und brauner Färbung, die den Fäden seitlich an- sitzen und sich gelegentlich weiter entwickeln. Nur in Avenigen Fällen tritt das Protonema in anderer Form auf So bildet Sphagmim, wenn die Spore auf feuchter Erde keimt, an dem Protonemafaden thallusähnliche, krausgelappte Zellplatten (der Blaset nicht unähnlich), an deren Rändern die jungen Pflänzchen angelegt werden. Bei Andreaea tritt es sowohl fädig als flächenartig und in Gestalt strauchartig verzweigter Zellkörper auf Bei Tetraphis und überhaupt bei den Gcorgiaccen erscheinen Flächenbildungen am Protonema, bei Bij^Jn/sciniH haben sie die Form eines schildförmigen Blattes. Bei den höheren Moosen ist das Protonema kurzlebig; es ver- schwindet, sobald die jungen Moospflanzen als seitliche Knospen angelegt sind; in anderen Fällen dauert es in seinen oberirdischen Th eilen bis gegen die Sporenreife und darüber hinaus (Epliemenim), und es ist sehr wahrscheinlich, dass die alljährliche oder periodische Wiederkehr einjähriger Arten auf denselben Plätzen in vieleii Fällen von einem unterirdischen bleibenden Protonema bedingt ist. — Das Leuchten des Protonemas von Scliistostcga wird ver- anlasst durch den Lichtreflex seiner kugelig gerundeten Proto- nemazellen. 1^ B 1- u t k n 11 e 11 ( Wurzelknöllchen) nach Seliimper : a Funaria, b Karbula. Nach Müller-Thurgaii besitzt die Aiiszweigung- an den Hauptaxen des Protonemas (sowohl am Sporen- als auch am Zweig- vorkeime) viel Aehnlichkeit mit der Segmentirung am Stammscheitel. Danach zeigen die auftretenden Scheidewände spiralige Anordnung, und jede Gliederzelle entspricht einem Segmente. Die Auszweigung 7is. 3. erfolgt unter dem höchsten Punkte der Segmentwand in Form einer sich vorstülpenden Papille (Fig. 3, a und b), die bald durch eine Längswand (Papillarwand) von der Gliederzelle abgeschnitten wird. In vielen Fällen theilt sich nun diese Papille durch eine meist senkrecht auf der Papillarwand stehende "Wand in eine obere (a) und eine untere {ß) Zelle. Im Falle sich nun beide weiter entwickeln (Fig. 3 c), wird in der unteren, die dem basicopen Theile der Aussenwand eines Segmentes ent- spricht, eine Moosknospe angelegt, Anlage der Aussprossung am .^^hrend die obere, die den acro- Zweigvorkeime nach Müller-Thur- „, ., i ,, , i j 1 y ; . ^.v„,- -11 scopen Iheil des Segmentes dar- gau: a und b ZweigvorkeimpapiUen ^ o von Barbula mi.ralis; c Vorkcimaxe Stellt, einen Gliederfaden mit be- :onBryumargenteum;kn Moosknospe; grenzteni "Wachsthume erzeugt, der dann als blattwerthiges Gebilde auf- gefasst werden muss. c( Gliederfaden. 2. Der Moosstamm. Nur selten wird das Moosstämmchen an der Spitze eines Protonemafadens angelegt. In den meisten Fähen ist es eine seit- liche Ausstülpung einer Mutterzelle (gewöhnlich die Basalzelle einer Auszweigung), die sich zur Scheitelzelle einer Moosknospe gestaltet. Diese bildet durch schiefe Scheidewände abwechselnd nach zwei oder drei Richtungen (zweiseitige Scheitelzelle bei Fissidens, dreiseitige bei den übrigen Gattungen) Segmente, so dass die Terminalzelle an der Spitze gewölbt und nach unten pyramidal zugeschärft ist. Jedes Segment zerfällt nun durch lougi- tudinale Wände in mehrere Zellen, von denen die äussere zur Terminalzelle eines Blattes wird, während die inneren durcii weitere Theilungen ein Stengelstück bilden. Aus der Oberfläche des Stengels entwickeln sich adventiv, d. h. ohne gesetzliche Ordnung, entweder rings (bei den M. acro- carpt) oder nur unterseits {M. pleurocarpi) ^ ausnahmsweise wohl auch an der Spitze der Aeste, die Wurzelhaare oder Rhizoiden, die nur in seltenen Fällen der entwickelten Pflanze ganz fehlen, z. B. den Sphagnen. Diese Rhizoiden, von Müller-Th urgau „Zweigvorkeime" benannt, sind bald einfache, bald mehr oder minder verzweigte, selten chlorophyllreiche und quergegliederte, sondern allermeist chlorophyllfreie, braunwandige Zellfäden, welche schräg gestellte Scheidewände besitzen und häufig mit Saugwärzchen endigen. Nur durch die reichlichere Bildung dünner Seitenzweige (Haftwurzeln bei G um bei) dürften sie sich von den Rhizoiden des Protonemas unterscheiden, mit denen sie in allen Eigenschaften eine innige Verwandtschaft besitzen. Sie dienen ebenfalls zur Be- festigung an die Unterlage, wie zur Aufnahme der Nährstoffe aus dem Boden. Auch sie bilden Brutknollen und erzeugen gleichfalls, wenn sie an die Oberfläche hervortreten, grünes Protonema; ja häufig geht von ihnen die Verjüngung des ganzen Polsters aus. Eine gleiche Bildung ist der sogenannte Wurzelfilz, besser Stengelfilz (Adventivwurzeln bei Schimper), welcher bei manchen Arten einen hohen Grad der Entwickelung erreicht, so dass er den ganzen Stengel dicht mit weissem, rost- oder schwarz- braunem, selten violett -purpurnem Filze überzieht; er dient der Wasserleitung und bedingt den dichten Schluss der Stämmchen zu kompakten Rasen und Polstern, wodurch die Verdunstung wesent- lich herabgedrückt wird. Seine Entstehung verdankt er theils stärkeren Rhizoiden, die mit breiter Basis dem Stengel ansitzen und sich wiederholt in immer dünnere Aeste seitlich verzweigen; theils nimmt er seinen Ursprung über den Blattachseln oder neben der Blattinsertion , ausnahmsweise wohl auch an der Unterseite des Blattes, sowohl der Lamina als der Rippe, oder an dessen •Spitze. Bei vielen Arten finden sich nur Wurzelhaare von einerlei Gestalt, bei anderen stehen neben dicken, fast einfachen (oft gegen den Grund der Stämmchen) dünne, vielfach verzweigte Zellfäden und bei den Polijtrkhaccen, besonders bei den Atrichen, drehen sich sogar die Rhizoiden zu seilartigen Strängen zusammen, die man wohl als Wurzel stränge (früher als Rhizome) bezeichnet hat. — In den meisten Fällen sind die Wurzelhaare an ihrer Ober- 6 fläche glatt, bei Vlulonotls. Barfyaniia etc. papillös; Rhizoiden mit Innenpapillen wurden bei Laubmoosen nocli nicht beobachtet. — N'ach Th. Gümbel (1853) entwickehi sich in dem Wurzeltilze der ? Pflanzen von JDicranum xKÜustre , D. Sdiraderi , D. undu- Icdmu, 1). Müldenheclii und Camptotliecium Intescens die kleinen -mm), die zu Täuschungen über die wahre Natur des Blüthenstandes Veranlassung geben. S. 0. Lindberg hat die vorbesprochenen Fälle ebenfalls in 2 Eeihen gebracht: 1) cladautöcisch (von ciados ^= Ast), das Andröceum sitzt auf einem eigenen Aste; 2) gonioautöcisch (von ^owm = Winkel), das Andröceum sitzt im Blattwinkel eines $ Sprosses. Ausserdem zieht er hierh er 3) einen rhizautöcischen (von rliisa = Wurzel) Blüthenstand, wenn das kleine S Pflänzchen mittelst des 37 unterirdischen Protonemas mit der $ Pflanze zusammen- hängt {Ephemerum)\ dabei ist das verbindende Rhizoid zuweilen so verkürzt, dass das $ Pflänzchen scheinbar einen grundständigen Ast am $ Stämmchen darstellt. — Erscheinen die knospenförmigen $ Pflänzchen im Stengel- filz e der $ Rasen (z. B. bei einigen Dicrana^ Tliuidium reco(jnitum etc.), so hat Lindberg dies als pseudo- autöcisch bezeichnet. — Mir gelten die beiden Fälle als diöcisch, denn auch bei den zweihäusigen Arten werden beiderlei Geschlechtspflanzen auf demselben Protonema an- gelegt (bisher wurde Diöcismus am Protonema nicht beob- achtet), und es dürfte sich daher bei allen, besonders bei den gemischt - rasigen , in der Jugend ein derartiger Zu- sammenhang nachweisen lassen; andererseits ist das Auf- treten von knospenförmigen s Pflänzchen an den Rhizoiden des Stengels auch bei einhäusigen und zwitterigen Arten bekannt. C. (5.) Zweihäusig oder diöciseh: S i^^ud ? Blüthen vertheilen sich auf verschiedene Individuen; die (^ Pflanzen sind häufig kleiner und von kürzerer Lebensdauer {Dicranella tichreberi etc.). Beide Geschlechter sind, je nach der Species, getrennt -rasig oder gemischt -rasig. D. (6.) Polyöcisch (gleichbedeutend mit polygamisch = viel- ehig): (J und $ Blüthen bald an einer, bald an verschie- denen Pflanzen: a. synöcische (paröcische) + diöcische: Webera criida ; b. autöcische + diöcische: Dicranella crispa, Leptohnjnm; c. heteröcische -f- diöcische: Bryuni pallesceus. Hieraus ergiebt sich, dass bei einigen Laubmoosen der Blüthen- stand schwankt und bei andern sich sporadisch Individuen mit abweichenden Blüthen finden (das Auftreten einzelner Zwitter- blüthen bei ein- oder zweihäusigen Arten ist gar nicht selten); auch steht zu erwarten, dass in Zukunft die Zahl der Fälle sich mehren dürfte. Dieselbe Erscheinung ist bei den Phanerogamen längst bekannt. Obgleich hier das Beobachtungsfeld weit ausgiebiger, die Erscheinung selbst augenfälliger, die Zahl der Beobachter seit 38 langer Zeit eine grössere ist, so ist das Kesultat ein ähnliches wie bei den Laubmoosen: Die Variabilität des Büthenstandes beschränkt sich auf wenige Grattungen (Salix, MercuriaUs^ Urtica, Cannahis, Lychnis , Silene , Erioiiliornm , AsiMragiis) und innerhalb derselben nur auf eine kleine Zahl von Species. — Im Allgemeinen ist der Blüthenstand bei den Laubmoosen stabil und beim gegenwärtigen Stande der Systematik ist seine Fixirung zum Bestimmen der Art unentbehrlich. Um diese complicirten Yerhältnisse zu vereinfachen, werden in Uebereinstimmung mit den Phanerogamen in dieser Flora nur: 1) zwitterige, 2) einhäusige, 3) zweihäusige und 4) polygame (hierzu auch die heteröcischen) Blüthenstände unterschieden und die diesbezüglichen Abweichungen durch einen nebenstehenden Satz ausgedrückt. Auch die sogenannten „Zwillingspaare" von Arten, wie Sphag- nmn Girgensohnii und fmthrlatmn, SpJi. teres und squarrosimi, Hypnum fluitans und exauuulatum, Brachythecnmi Mildeamim und salehrosum etc. sind nicht lediglich durch den Blüthenstand unter- schieden, es finden sich beim genaueren Yergleichen auch noch andere unterscheidende Merkmale. Arten, die auf den abweichen- den Blüthenstand allein gegründet sind , z. B. Leptohryum dioicum Debat, haben keine Berechtigung. Von Barhula papulosa, Gcheebia cataradaruni , Didymodon rufus kennt man die Geschlechtsorgane überhauüt nicht; von ülota phyllantha sind nur die Antheridien, von Tridiostomum cordatum nur die Archegonien bekannt. Die Sterilität anderer Arten hat ihren nachweisbaren Grund meist in Diöcie und ungünstiger örtlicher Vertheilung beider Geschlechter. G. Das Sporogon. In Folge der Befruchtung entwickelt sich die Eizelle innerhalb des mitwachsenden Archegoniumbauches zum Embryo. Dieser wächst bei den typischen Laubmoosen mittelst einer zweischneidigen Scheitelzelle, aus der durch wechselnd nach rechts und links ge- neigte Wände die Segmente abgeschnitten werden. Jedes Segment theilt sich nun vorerst durch eine radiale Längswand, und der Quer- schnitt des Embryo zeigt in diesem Stadium die Kreuztheiluug. Dann folgen weitere Theilungen, wodurch in jedem Quadranten 39 das .„Grundquadrat" angelegt wird, welches, aus vier vierseitig- prismatischen Zellen bestehend, von acht peripherischen um- schlossen wird. Der Wandcomplex, welcher das Grundquadrat vom periphe- rischen Gewebe trennt, ist morphologisch von wesentlicher Be- deutung, indem er das 8porogonium in einen fertilen inneren und einen sterilen äusseren Zellencomplex abgrenzt. — Die Aussen- zellen sind die Anlage der Kapselwand und des äusseren 8poren- sackes, und es geschieht die Differenzirung in der Weise, dass schon durch die ersten Tangentialwände der Sporensack angelegt wird, während die späteren, in centrifagaler Folge auftretend, die Schichten der Kapselwand vermehren. — Die Innenzellen theilen sich durch einen ähnlichen Theilungsvorgang, wie er ihnen selbst die Entstehung gab, wieder in zwei Schichtencomplexe. Der innere derselben, einen axil gelegenen, aus vier Zellenreihen aufgebauten Cylinder darstellend, ist die Anlage der eigentlichen Columella; der äussere, zuerst als hohlcylindrische Zellschicht auftretend, zer- fällt später in zwei Schichten, von denen die äussere die sporen- bildende Schicht darstellt, die innere aber zum inneren Sporensacke wird. Auch der Fuss des Sporogons zeigt im Innern dieselben vier Schichtencomplexe, doch beginnen die sekundären Schichten erst an der Kapselbasis oder im oberen Theile der Seta. Eine detaillirte Darstellung der Zelltheilungsfolgen bei diesen Vorgängen dürfte leicht über den Kahmen dieser Einleitung hinaus- wachsen, zumal der Aufbau bei den verschiedenen Ordnungen nicht in gleicher "Weise bewirkt wird. Doppelfrüchte und Drillings fruchte sind normal ent- wickelte Kapseln, welche entweder die ganze Seta oder einen grösseren und kleineren Theil derselben, seltener auch theilweise den Kapselhals gemeinsam haben. Diese Missbildungen sind bei Laubmoosen immerhin selten, sie sind an nachstehenden Arten des Gebietes beobachtet: Anomodon aUemiatus, Brachiitlicciuniplumosum, Bryum argenteum , JB. atropurimreuni, , B. caespi'ti'cnim , B. pallens (hier auch eine Drillingsfrucht), B. versicolor, Buxhaumia indu- siata, Camptothechim lutescens, Diphyscium foliosum, HomalotJieciimi sericeum, Hylocomium triqitetrum , Hypnnm incurvatmn , 3Iees€Ci uliginosa, Mnium serratum, Bolytriclmm jimiperimmi, Splachnmu vascidosnm, Sphafßium sqiiarrosum und Barhida rigtdula. — Sie sind nach Leitgeb entstanden durch Verzweigung ursprüng- lich einfacher Sporogonanlagen , veranlasst durch Verletzung des 40 Scheitels zu einer Zeit, als am Sporogone noch Spitzenwachsthum stattfand. Das Sporogon besteht aus drei wesentlich verschiedenen Theilen: dem Stiele, dem Sporenbehälter, Kapsel oder Moosbüchse genannt, und der Haube. Der Stiel oder Borste {seta Dill.; setula ; cladopodium ;podo(jjiumn ; theca2ihoruni ^hrh.-^ 2)edimcidus Bridel) ist ein cylindrischer, mehr oder minder verlängerter Gewebekörper, dessen Zellen meist von der ]\Iitte nach der Peripherie rasch sich verdicken (Tüpfel scheinen zu fehlen), so dass die Randzellen, die als Epidermis angesehen werden, fast ganz oder ganz stereid erscheinen. Die Rinden schiebt unter der Epidermis besteht aus Prosenchymzellen und giebt der Seta die mechanische Festigkeit. Die Axe wird in der Regel von einem mehr oder minder entwickelten Leitbündel (auch bei solchen Arten, denen es im Stengel fehlt) durchzogen, das aus unverdickten Zellen besteht; es gelangt bei den Po?//^r/c/ Gattungen {MiiiiDii , S2)Ji((gnui)i , FonfinaJis, Hi/jmiDii. Bri/ttiii . röl//fr/(liHt)i) von der Stellung der Frucht und von der Haube ableitete. Linne stützte sich ganz auf Dillen und fügte die Gattungen Fhusium, SplacJinuiii, und Buxhdmii/a hinzu. Die 2. Periode knüpft sich an J.Hedwig, den eigentlichen Begründer der -wissenschaftlichen Bryologie, der treffend der „Linne der Mooskunde" genannt wird. Er entdeckte die Befruchtung der Moose und erkannte den AVerth des Peristoms und der Blüthen- verhältnisse für die Systematik. Die 3. Periode wird durch E. v. Bridel eingeleitet, der die Haube den bekannten Charakteren zufügte. In der 4. Periode, die bis in die Gegenwart hineinreicht, wird das Blattnetz als durchgreifendes Charaktermerkmai erkannt und verwerthet. Die ersten Monographieen der Briiolormigen Sporensacke, der Kapselwand durch keinen Hohlraum getrennt Kapsel ist mittelst eines kegelförmigen Fusstheiles Vaginula eingescheidet und Avird damit zur Zeit der Sporen- reife durch ein Pseudopodium emporgehoben; sie öffnet sich durch Längsrisse in 4 oder 6 (8) reifenartige Klappen, die am Scheitel und an der Basis mit einander verbunden bleiben. Die kleine, mützenförmige Haube wird von der Kapsel empor- gehoben. III. Ordnung'. Arcliidiaeeae. Das Archesporium entsteht aus dem Endothecium, wo sporenbildende und steril bleibende Zellen sich durch einander mengen ; es kommt jedoch nicht zur Anlage einer Columella. Der Sporensack wird von der Kapselwand durch einen glockenförmigen Hohlraum getrennt. Die Kapsel besitzt keine Seta und ist mittelst eines angeschwollen kugeligen Fusses in die Yaginula eingescheidet, der sie unmittel- bar aufsitzt. Kin Deckel ist auch der Anlage nach nicht vor- handen, und die Kapselwand berstet unregelmässig oder wird durch Fäulniss zerstört. Die Haube wird zuletzt unregelmässig gesprengt und bleibt als zartes Häufchen an der Kapselbasis zurück. und das von der sich die der \on ist. Die > in die 85 IV. Onlminii'. Uryliieat'. Das bJndothecium ditlen'ü/irt sieh in (las Archesporiam und die Columella; letztere durchsetzt deu Sporensack, der von der Kapselwand durch einen hohlcylin- drischen Intercellularrauni geschieden ist. Die Kapsel ist mehr oder minder lang gestielt und das konisciie Ende der Seta in die Yaginula eingescheidet. Die Kapsel öffnet sich am hiiuhgsten durch einen rings umschriebenen Deckel und besitzt meist ein Peristom. Die Haube wird früh von fk-r A'aginula rings abgesprengt und durch weitere Streckung der jungen Frnchtanhige empoi'gehoben. Tribusl. ClristocdrjHtc (Faulfrüchtler). Kapsel ohne abfallenden Deckel. Tribus IL Sfcnncurpar (Deckelfrüchtler). Ivapsel mit abfallendem Deckel. Sub tribus 1. Acrocarpac (Gipfelfrüchtler). Arche- gonien gipfelständig an Hauptsprossen. S u b tr i b u s 2. l'Unrocarpac (Seitenfrüchtler). Arclie- gonien gipfelst-ändig an lateralen Kurztrieben. 86 I. ( )rdniing'. S p h a g ii a c e a e. Die Torfmoose bilden eine streng- in sich abgeschlossene Gruppe, die gleichsam als Ueberrest einer früheren Schöpfungsperiode fremd- artig und unvermittelt der übrigen Mooswelt gegenübersteht. Sie Fit Sphagnum cymbifolium Elirli. Habitusbild in natürlicher Grösse. wachsen in breitpolsterförmigen und schwammigen Rasen, bilden die Massenvegetation in allen Sümpfen und Mooren (kalkreiche Versumpf- ungen ausgenommen) und zeigen im Habitus, im Aufbau und in ihren Lebensbedingungen die grösste Uebereinstimmung (vergl. Fig. 37). Die Sphagneu w-achsen mit drei- seitiger Scheitelzelle. Nur die Keim- pflanze besitzt ßhizoiden. Die Axen der typischen Pflanze bestehen aus drei Gewebeschichten: Der centrale Cylinder , M a r k s c h i c h t genannt, entspricht dem Grundgewebe im Stengel der übrigen Laubmoose. Er besteht aus ungefärbten, w^enig ver- dickten (im Querschnitte kollenchy- matischenj, lang gestreckten, paren- chymatischen Zellen, die nach dem Centrum häufig an Lumen zunehmen und hier im Alter oft zerstört werden. Ein centrales Leitbündel fehlt allen. Zweck des Gewebes ist Stofileitung und Aufbewahrung. Dieses axile Gewebe geht ohne scharfe Grenze in den Holz cylinder über, der dem Eindentheile der übrigen Laub- moose gleicht und wie dieser dem Stämmchen mechanische Festigkeit verleiht. Er besteht meist aus engen, dickwandigen, gefärbten Prosenchym- zellen, die sich nach aussen aller- meist scharf gegen das Rinden- parenchym abgrenzen. Die Längs- 87 Fi- 3S. wände der A'erholzten Zellen (meist auch der Markzelien) zeigen bei allen Arten mehr oder minder zahlreich einfache Tüpfelbild ungen (die Querwände der Markzellen und der Aussenrinde oft eine Faltung und zuweilen siebartig verdünnte Stellen). Die spongiöse Aussenrinde des Stengels besteht aus 1 — 5 Lagen meist weiter, dünnwandiger, ungefärbter Zellen, deren Plasma-Inhalt meist vollständig geschwunden ist. Sie besitzen bei den meisten Arten an den Innenwänden grössere oder kleinere Poren, die durch partielle Mem- branresorption entstanden sind. Dadurch bildet sich ein System von Capillaren, wodurch das "Wasser in die Hohe gezogen wird. Die höchste Ausbildung erreicht die Rinde bei der Ctjmhifoh'imi -Grni^l^e (Fig. 38): hier besitzen ihre Zellen spiralige Yerdickungsleisten , auffällig srosse Poren und ausserdem zeigt jede Oberflächenzelle aussen mehrere grosse Löcher zur Aufnahme von Feuchtigkeit. Bei den übrigen Arten sind die Poren an den Innenwänden kleiner, oft nur von Tüpfel- grösse, und jede Oberflächen- zelle zeigt aussen meist nur am oberen Ende eine grosse Perforation (Fig. 50) oder eine verdünnte Stelle in der Membran, die sich später öffnet. Xur '" ^' '" wenigenArten scheint die Poren- Längsschnitt «lurch einen Stengeltheil 1 •! 1 • i„ T)- 1 von Sphagninn medium Limi)r. mit Dlldung m der Kinde ganz zu , ^ ^ f . ^„ ,, , T-> 1 ^^^^ Insertion eines btengelblattes (b), fehlen; hierzu gehört Z. B. das ^^^ ^.^ vierschichtige Aussenrinde (r) Sphagmim CUSindaium collect i- durchsetzt: hHokkörper, mMarksclücht. vmn (Fig. 39), dessen Rinde von Vergr. A-«.^. den übrigen Sphagnen schon durch ihre grüne Farbe, den Chlorophyll- und Plasma -Inhalt und die Insertion der Stengelblätter abweicht. 88 Die Aussenrinde der Aeste ist meist ein-, selten zweischichtig und der Stengelrinde der bezüglichen Species ziemlich ähnlich ge- baut; daher bei der Ctfmbifoh'uiii -(jrnp^e fibrös und porös, innen und aussen mehrmals durchbrochen. Alle übrigen Arten zeigen an der Insertion der Astblätter sehr grosse, retortenförmige Zellen (Fig. 40 bei r), die sich aus bauchigem Grunde nach oben verengen und an der mehr oder minder abgebogenen Spitze eine ziemlich grosse Oeffnung besitzen; die Anssenwände der übrigen Flu-. 39. Ji m Insertion eines Stengellilattes (b) von Sphagnuni riparium Aongstr. Längsschnitt durch einen Stengel; h Holzkörper, m Marksfliiclit. YerOT. : «£. Fig. 40. Ketortenzellenir) der Astrinde von Ö p li a g n u ni niolluseum Bruch: bei o deren Oeffnung. Vertri-. -'- : '' • ßindenzellen zeigen jedoch keine Perforationen, wohl aber sind bei allen Arten, die eine poröse Stengelrinde besitzen, auch die Zwischen- Avände der Astrinde (sowohl Längs- als auch Querwände) durch- brochen. Xur bei Spli. compaduin sind sämmtliche Rindenzellen der 85) Aeste nahezu ^leichgross und ganz ähnlich gebaut; denn jede besitzt aussen am oberen Ende eine grosse Oeffnung. Die Verzweigung des Stengels ist monopodial und geht zuweilen in unechte Gabelung über. Wird die Hauptknospe ver- letzt, so übernehmen oft büschelartig hervorbrechende Seitensprosse das Längenwachsthum. In gleicher Höhe neben dem Rande jedes vierten Blattes (seltener jedes einzelnen oder 2., 3. und 5.) ist der Stamm mit Zweigbüscheln aus 3 — 7, seltener bis 13 Aestchen besetzt, von denen einige abstehen, andere, mehr fadenförmige, herabhängen und um die Hauptaxe eine Hülle bilden, die als Heber bei der Wasserzufuhr dient und so den Wurzelfilz ersetzt; die abstehenden Aeste sind entweder sterile oder fertile. jS^ur in seltenen Fällen zeigen einzelne Aeste noch seitliche Auszweigungen. Am Gipfel häufen sich die dichtgedrängten Zw^eigbüschel zu einem Schöpfe um die Hauptknospe; letztere und die unter dem Gipfel sich bildenden Innovationssprossen entwickeln sich unbe- grenzt, während die Aeste mit dem einjährigen Vegetation scyklus abschliessen. Indem der Hauptstamm von unten her verwest, werden die Innovationen allmählich zu selbstständigen Pflanzen- Die Blätter sitzen in -,5 {'^1^) Stellung mit breiter Basis an den Axen und werden als Stengel-, Ast- und Hüllblätter ( Perigonial- und PerichätialblätterJ unterschieden; die kleinen schuppenfürmigen Blättchen (Xiederblätter) am Grunde der Aeste nannte Russow ,,/b/m rutenned/'a''. — Diese Blattformen sind verschieden aus- gebildet; doch zeigt auch wohl jede Form für sich noch 3Iodifika- tionen, z. B. finden sich an demselben Individuum zuweilen di- und trimorphe Stengelblätter. Die Insertion SS teilen der Blätter durchsetzen die Aussen- rinde (Fig. 38) und erreichen so die äusserste Zellschicht des Holzkörpers , der sich ihnen entgegen ein wenig vorstülpt. (Bei S2)h. ci(sp/'(la(nui collect. (Fig. 39) fehlt diese Erscheinung den Stengelblättern.) Beim Austritt erfahren die Blattzellen eine gelenk- artige Anschwellung, die sich in einigen Zellreihen (oft doppel- bis dreischichtig) über die ganze Breite des Blattes erstreckt. Diese hexagonalen, dickwandigen, basilaren Zellreihen (Innenwände mit Tüpfeln) der Stengelblätter wurden in einigen Fällen systematisch verwerthet. Bei vielen Arten verlängern sich diese grundständigen Zellen sowohl bei Ast- als bei Stengelblättern oberseits oder beider- seits über die Blattbasis hinaus in weite Aussackungen (am 90 mächtigsten bei Sph. Wulfimimn), die aü der Spitze durclilöchert sind lind gleichfalls wie die charakteristischen Oehrchen der Wasseraiifnahme dienen. — In einigen Fällen finden sich in den Achseln der Ast- und Stengelblätter 2- und 3 zellige, kurze Köpfchenhaare, die der peripherischen Rindenschicht entspringen. Die Blattöhrchen der Stengelblätter (Fig. 41) sind Gruppen schlauchförmiger Zellen zu beiden Seiten des Blattgrundes, die sich beim Abziehen des Blattes als dessen seitliche Anhängsel mit los- lösen; ihre Zellen zeigen an der freien Spitze eine Oeffnung, zu- weilen auch seitliche Löcher (Fig. 41 bei o). Fi- 41. Blattolir (b) mit Perfurationen (o) und Tbeil des basilaren Zelhiotzes (mit Tüpfel- biklung) aus einem Stengelblatte (Atissenseite) von Spbagnuni Girgensobnii roseum Limpr. Vergr. A^o_ Alle Blätter sind einschichtig, rippenlos und mit wenigen Aus- nahmen von zweierlei Zellen, von hyahnen und chlorophyll- führenden, gebildet, deren gegenseitige Lagerungsverhältnisse gute systematische Unterschiede abgeben. Die hyalinen Zellen sind gross, lang -rhombisch bis quadra- tisch, zuweilen ein- oder mehrmals getheilt (septirt), farblos, ohne 91 Chlorophyll- imd Plasma-Inhalt; sie zeigen in der Regel (Astblätter stets) nach innen Torspringende Verdickungsformen : Ring- und Spiralfasern, seltener partiell Papillen oder kammartige Leisten, doch regelmässig (Astblätter immer) infolge theihveiser Resorption der Zellenmembran grössere oder kleinere, runde, ovale bis halb- mondförmige Oeffnungen (Perforationen) oder Poren mit oder ohne Faserring. Seltener wird die Membran unregelmässig resorbirt: sie zeigt dann grössere Lücken, ja in manchen Stengclblättern ver- Fio-. 42. Querschnitte durch die mittleren Blätter abstehender Aeste von Sphaynuni. um die Einlagerung der kleinen grünen Zellen zwischen den grossen hyalinen zu ver- anschaulichen; die obere Seite ist stets die convexe Aussenfiäche. a Sph. medium Limpr.: b Sph. imbricatnm Hornsch.; c Sph. fimbriatum Wils.: d Sph. recurvum var. |-,': o^ und o^ Sph. squarrosum var. ^■}. Yergi'. ü^-i. schwinden die freien Wandstücke theilweise ganz. — Zuweilen findet man in den hyalinen Zellen Xostoccolonien , parasitische Algen und kleinste Thierchen eingenistet. 92 Die ZähneluDi;- der Blattspitze berulit auf hyalinen Zellen mit eingefallenen (collabirten) Saumwänden, während der fransige Blatt- saum breitblätteriger Arten einer Zerreissung der Kandzellen vukI Resorption der Membranen seine Entstehung verdankt. Die feine Rinne (Fig. 42 a), welche sich bei manchen Arten um den Aussen- rand des Blattes herumzieht uud denselben im Querschnitte zwei- zähnig erscheinen lässt, ist auf Resorption der Zellaussenwand zurückzuführen. Die grünen oder chlorophyllführenden Zellen {(lud/ intercellulares C. Müll.; /;^^er.sf vY/« H a m p e ; .5jMi/a Mitten) sind sehr eng, schlauchförmig, alle unter einander verbunden und bilden so ein Netzwerk, dessen Maschen von je einer leeren Zelle ein- genommen werden. Die grünen Zellen sind die assimilirenden Elemente, während die hyalinen der Wasserzufuhr dienen. Da die hyalinen Zellen frühzeitig absterben, so sind es vorzüglich die grünen, welche ihre Membranen verdicken (Fig. 42 e'); diese Thatsache ist bei Deutung von Blattquerschnitten wichtig, Aveil oft unter grünen Zellen nur das Lumen der Zelle verstanden wurde. In den Astblättern*) ist von der Form und Lage der ehlorophyllführenden Zelle nicht allein die Convexität der hyalinen, sondern auch deren Porenbildung abhängig. Liegen die hyalinen Zellen an einer der beiden Blatttlächen (Fig. 42 b, d), so haben sie im Querschnitt die Grundgestalt eines Dreiecks mit dessen Grundlinie als freier Wand, dann sind die Wände der hyalinen Zellen, welche an der Spitze des Dreiecks mehr oder weniger zusammenstossen, stets stärker convex als die gegenüberliegenden. Schon innerhalb der Species kann die prismatische Form durch die triangulär-ovale in die eines gleichschenkeligen Paralleltrapezes mit zwei freien Aussenwänden (Fig. 42 c und e^) abändern; doch entspricht stets die längere der beiden Parallelen der Grundlinie des typischen Dreiecks, und auch in diesem Falle zeigen die hyalinen bezüglich der Convexität Differenzen. Li beiden Fällen liegt die Mehrzahl der Perforationen seitlich an den stärker gewölbten Zellwänden (Fig. 43, 45), also längs der Commissuren, bei der einen Reihe von Arten folglich an der Aussen-, bei der anderen an der Linentläche des Blattes. *) UiiLstehende Darstellung bezieht sich auf die Blätter der abstehenden Aeste, die auch in den Beschreibungen stets gemeint sind , wenn von Astblättern geredet wird. i»3 Fiir. 4/J. Porenbilung ;m der Au.sseiifl;iclie eines Astblattes (nahe dem Eancle) vun Siihagnum imbripatnm Hornscli. Vero-r. ±'^J'. Fi"-. 45. Porenbiklung an der Aussenflächo eines Astblattes von Sphagnuiii cymbifoliumEhrh. Vergr.±7 5_ Porenbildung- an der InnenHäclie eines Astblattes (nahe dem Eande) von »Sjihagnum inibricatnm Hiirnsch. Vergr. ±7._3. Fi"-. 4('). Porenbildung an iler oonvexen Fläche eines Astblattes von S p li a g n u in m e d i u m Limpricht. Verrrr. ' " ■'. 94 Selten rücken die Oefthungen, z. B. Fig-. 44, bis in, die Mitte der Zellwand. In der Regel bieten nnter dem Mikroskope beide Blattflächen verschiedene Ansichten, doch bewahren bezüglich der Einlagerung der grünen Zellen nur Querschnitte vor Täuschung. — Liegen die grünen Zellen in der Mitte (Fig. 42 a und e^), so sind sie im Querschnitte elliptisch, spindelförmig, rectangulär bis quadra- tisch und die hyalinen dann beiderseits gieichmässig, entweder fast biplan (bei vollständigem Einschluss — Fig. 42 a — oder falls die grünen von gleicher Höhe mit den hyalinen — Fig. 42 e^) oder biconvex, wenn die grünen beiderseits frei liegen und niedriger sind. Bei centraler Lage der chlorophyllführenden Zellen zeigen die hyalinen die Mehrzahl der Perforationen an der Blattaussen- tläche, und diese bevorzugen bei vollständigem Einschluss vorzüg- lich die Zellecken (Fig. 46); doch zeigen sich hierin mancherlei Modifikationen, weshalb bei den einzelnen Arten davon geredet Avird. Im Allgemeinen gilt das Gesetz, dass in den abstehenden Aesten bei dachziegeliger Blattlage die Mehrzahl der Poren an der Blattaussenfläche, bei aufrecht abstehender oder zurückgekrümmter Beblätterung aber an der Blattinnentläche liegt. Nur gewisse Blätter und Blatttheile, z. B. die ersten Blätter des am Vorkeim entstandenen Pflänzchens, manche Perichätial- blätter, der mehr oder minder breite Saum der Stengel- und Ast- blätter oder die Spitze mancher Astblätter, werden nur von grünen Zellen gebildet, und dann zeigen die gemeinsamen Wandstücke auch einfache Tüpfel (Fig. 41). Die Geschlechtsorgane entwickeln sich auf Zweigen der Büscheläste; der Blüthenstand ist monöcisch und diöcisch. Die c^'Aeste, zu 2 und 3 an einem Büschelzweige, kätzchen- und zapfenförmig, werden von anders gestalteten, lebhaft gefärbten, dicht dachziegelig gelagerten Hüllblättern gebildet. Diese ^ Aeste stehen im Schöpfe, sind jedoch auch weiter unterhalb am Jahres- triebe zu finden ; sie werden bei einigen Formen wieder vegetativ und verlängern sich zu einem Laubspross. Die langgestielten, rundlichen Antheridien (Fig. 17) stehen stets einzeln und seitlich (am anodischen Rande) von ihrem Tragblatte; sie öffnen sich am Scheitel mit zurückgerollten Rändern. Paraphysen fehlen. Die $ Aeste stehen in der Nähe des Gipfels zu 1, selten zu 2 in einem Büschelzweige; sie sind kurz- bis lang-kegelförmig und tragen am stumpfen Ende die Archegonien zu 1 — f) (von denen in der Regel nur 1 befruchtet wird), umgeben von Hüll- 95 blättern, während die eigentlichen Perichätialblätter zur Hlüthezeit nur in der ersten Anlage vorhanden sind. Die Kapseln reifen in den Perichätien (Fig. 47 ch) und werden durch Streckung und stielartige Yerlängerung des oberen Theiles des Fruchtastes emporgehoben, doch ist dieses Pseudopodium keines- Avegs der Seta der Laubmooskapsel oder dem Stiele der Leber- mooskapsel gleiehwerthig. Von Spli. squarrosivni besitze ich eine Doppelkapsel, gesammelt von H. Schulze. Tis-. 4S. riff. 47. Theil einer PHanze von Sphagnuni aeuti- folium Ehrli a S Aeste, b Stengelblätter, ch 5 Ast mit der eingeschlossenen Kapsel, rechts darüber ein zweiter. Nach Schimper. Vergr. _U-_. Fruchtast von Sp h a g - u um s q u a r r s u m Pers. Am Grunde dei- bedeckelten Kapsel die Beste der Haube, da- runter das Scheidclien aiu oberen Ende des Pseudopodiums, letzteres unten von den 5 Hüllblättern um- geben. Vergr. _jLQ_ iH^ Zur Zeit der Reife ist das kugelig'e uder ovoidische Sporogon mit den Resten der unregelmässig- zerrissenen Haube bekleidet und mittelst eines dicken Fusses in das seheidenartige obere Ende des Pseudopodiums eingewachsen, doch entspricht diese Anschwellung an der Spitze des Pseudopodiums keinesAvegs der Apophvse ge- wisser Laubmoose. Die Kapsel wand ist zuletzt einschichtig, derb- häutig, besteht aus hexagonalen Zellen und zeigt zahlreiche phaneropore Spaltöffnungen ; der Mündungsrand ist glatt und aus einer oder wenigen Reihen kleinerer Zellen gebildet. Sie öffnet sich durch Abwerfen des flach- gewölbten Deckels. Ring und Mundbesatz fehlen. Die Form der entdeckelten Kapsel ist urnen- oder becherförmig und variirt nach dem Grade der Austrocknung. Z ur Sporenmutterzellbildung dient unter dem Scheitel der Kapsel eine kappenförmige Schicht in Form einer hohlen Halbkugel (in Fig. 49 die schraflirte Huf- eisenform), welche dem Amphi- thecium angehört. Das Endo- thecium bildet nur die Columella. welche aber das Archespor nicht durchsetzt. Auch ist der Sporen- sack durch keinen Luftraum vom Kapselgewebe getrennt; er wird an seinem Scheitel durch das Ab- sprengen des Deckels zerrissen, worauf die Sporenaussaat beginnt. Die Sporen sind gross und tetraödrisch, doch, wie es scheint, von einerlei Art. (Nach Schim per finden sich neben grösseren in demselben Sporogone oder in eigenen kleineren Kapseln viel kleinere, polyedrische, nicht keim- fähige Sporen, die zu 16 in jeder Special - Mutterzelle gebildet werden.) Längsschnitt durch das fast reife Sporogon von Sphagnum nach Schinip. Die Kapsel wird noch völlig von der Haiihe umschlossen. Die Hiifeisenforin entspriclit dem Archcsporium. Vcrs-r. s 'L 97 Bei der Keimung verhalten sich die Sporen verschieden; sie entwickeln im Wasser einen fadenförmigen A'orkeim, auf feuchter Erde jedoch einen i)?as?a - ähnlichen Thallus, an dessen Rändern die Moosknospen angelegt werden. Die Blüthezeit fällt in den Herbst und AVinter, die Sporen- reife in den Sommer. 1. Gattung: Spliag^iiuiu (Dill.) Ehrh. um. Catal. pl. Giss. p. 228 (171 S). Ehrh. in Hannov. Mag. 1780, p. 235. Geschichtliches: Der Name {sphagnos und splmcos bei Plinius) ist walirscheinlich von sphoggos, Schwamm, abgeleitet. Lobelius hat 1581 zuerst eine hierher gehörende Pflanze (Sph. ajmhifolium) in Icon. stirp. II. p". 242 abgebildet. Die Gattung Sphagnum umfasst bei Dillen und bei Linne auch noch andere Laubmoose, doch beschreibt ersterer (1741) bereits 2 Arten und die eine in zwei Formen, während Linne nur das Sph. palustre kennt. Erst Ehrhart (1780) gab der Gattung ihren heutigen Charakter und stellte die von Dillen unter- schiedenen 3 Hauptformen als Arten auf: Sph. capillifolium (später aeutifolium), Sph. cymhifolium und Sph. cuspidatum. Hedwig nimmt die Eh rliart' sehen Arten an und entdeckt die S Blüthen. G. F. Hoffmann kennt 1795 auch nur 3 Arten, stellt aber das Sph. aeutifolium als var. zu seinem Sph. intermedium. Weber und Mohr (1807) fügen Sph. squarrosum Pers. hinzu und erwähnen bereits Sjih. tenellum Pers. Die Bryologia germanica (1823) beschreibt neun deutsche Arten, darunter Sph. tenellum Pers. und die inzwischen aufgestellten Sph. sidisecundum Nees, Sph. contortum Schultz, Sph. compadum Brid. und das jetzt eingezogene Sph. immersum N. und H. Die von Breutel (1824) auf- gestellten neuen Arten waren nicht lebensfähig. — Bridel unterschied 1820 bereits zwölf deutsche Arten, ausser den vorigen noch Sph. recurvum P. Beauv.. Sph. denticulatum (Moug. & Nestl.) und Sph. subulatum (Dejean): doch wurden die zwei letzteren eingezogen. — Hübener (1833) beschreibt 8 Species. darunter Sph. ambiguum Hüben, (eine Form des Sph. compact um). BeiKaben- horst 1848 und 1863 finden wir 8 Arten. — C. Müller (1853) beschreibt neun deutsche Arten, nämlich ausser den bekannten die in seiner Synopsis (1S48) auf- gestellten Sph. laxifolium C. Müller und Sph. molluscoides C. Müller. — Schimper's Monographie der Torfmoose (18t8) kennt neun deutsche Arten: neu ist Sp)h. fimbriatmn Wils. Die Synopsis von Seh. (1860) fügt SpJi. rubell um und Sph. Lindbergii hinzu. — Milde in Bryol. Sil. (1869) kennt 14 Arten: neu sind Sph. Girgensohnii Eussow und Sph. teres Aongstr. — H. v. Klinggraeff unterscheidet (1872) Sph. fuscum und Sph. speciosum. — Die Kryptogamen- flora von Schlesien, I. Band (1877) beschreibt 18 Arten: neu für unser Gebiet: Sph. papillosum, Sph. Austin/ und Sph. laricinum. — 1880 wurde Si^h. fallar V. Klinggr. aufgestellt. Nach C. Warnst ort Europ. Torfm. (1881) schrumpfen die deutschen Arten auf 11 zusammen, allein in dessen ..Sphagnologische Eück- Liinp rieht, Liiuliiuoose. 7 I 98 blicke" (^1884) werden die bekannten Arten, mit Einschluss des inzwischen unter- schiedenen Spli. medium Limpr., durch Sph. plati/xjhyllum vswW. und Spli. acnti- forme Schlieph. & Warnst, vermehrt. Wer schnell auf den Namen der Art kommen will, mache Querschnitte durch den Stengel und die mittlere Partie eines beblätterten Astes und achte auf die Form der Stengelblätter und deren Saum! Wie alle weit verbreiteten Moose besitzen die Sphagnen einen grossen Formenkreis, und da sich die Variation nach denselben Gesetzen vollzieht, wieder- holen bei allen Arten sich gleiche und ähnliche Formen, die unter sich meist grössere habituelle Aehiilichkeit besitzen, als mit der Art, der sie angehören ; nur wenige davon machen den Anspruch auf ständige Varietäten. Im Formenkreise jeder Art erscheinen , besonders an sehr feuchten Orten, schlanke und zarte oder wurmfürmige, astlose oder unregelmässig beästelte Stengel- gebilde meist einzeln, seltener in eigenen Eäschen; sie wurden unter den Namen: „Simplex, suhsimplex, simplicissimum , turgidum, liypnoides etc. als Varietäten, einige sogar als Arten beschrieben. Diese Gebilde sind zum Theil stengelartige Wucherungen von Aesten, denn sie zeigen Astblätter und (excl. Sect. 1) Eetorten- zellen; anderntheils sind es Jugendzustände (Saat- und Brutpflänzchen nach Seh im per), denn sie besitzen einschichtige Rinde und ihre Stengelblätter ähneln noch den Astblättern; endlich sind es Pflänzchen, die aus unbekannter Ursache längere Zeit auf einer niederen Entwickelungsstufe verharren, und dann entwickeln sie wohl normal ausgebildete Stengelrinde, Geschlechtsäste und Früchte. Es ist hier nicht der Platz, die zahlreichen Formen, welche in jüngster Zeit mit Namen belegt wurden, kritisch zu sichten; sie wurden hauptsächlich unter- schieden nach der Bildung der Rasen und deren Färbung, nach dem Wuchs der Stämmchen und der Bildung des Endschopfes , nach der Stellung der Astbüschel, nach der Länge, Form und Richtung der Aeste und der Richtung, Decklage und Grösse der Astblätter. Im Allgemeinen besitzt der Standort, durch den die Beleuchtung, der Grad der Feuchtigkeit, die regelmässige oder periodische Zufuhr von Wasser, die Unter- brechung der Entwickelung durch Austrocknung innerhalb einer Vegetations- periode bedingt sind , einen wesentlichen Einüuss auf die verschiedene Gestaltmig. So durchläuft auf kleinem Räume Sphagnum Lindbergii auf der weissen Wiese im Riesengebirge schrittweise sämmtliche Formen, indem es vom trocknen Moor allmähhch immer tiefer in die Wassertümpel hinein wächst, auf deren Oberfläche dann die extremste Form [phesum) frei umherschwimmt. — Bei allen Sphagnen bedingt der trockene Standort, z. B. das trockene Moor und Haideland, compacten Wuchs, gedrungene und dicht beästelte Stämmchen, kurze und häufig aufgerichtete Aeste und kürzere und breitere Blätter. Mit zunehmender Feuchtigkeit lockern sich die Bestände, die Stämrachen strecken sich, die Astbüschel rücken aus einander, die Aeste verlängern sich und die Blätter werden länger, schmäler und abstehend. — Waldformen wachsen meist in lockeren Rasen von bleicher oder grüner Färbung und haben steife, locker beästelte Stämmchen mit verlängerten, oft herabgekrümmten Aesten. Im reinen Quellwasser entwickeln sich in der Regel Formen mit sparriger Beblätterung. An sehr feuchten Stellen, z. B. am Rande von Teichen und Tümpeln , gedeihen meist die kräftigsten Formen mit grossen, 99 lockereu Köpfen; ziehen sich die Pflanzen tiefer in das Wasser hinein, so werden sie in allen Theilen schmächtiger, die Köpfe kleiner, die Stengel schlaffer, die Astbüschel und Astblätter rücken aus einander , die herabhängenden Aeste fehlen oft ganz und die Kapseln sitzen auf sehr langen Pseudopodien. An austrocknenden Stellen verkrümmen die Aestchen der Pflanze nach allen Eichtungen, währeml völlig frei schwimmende Formen geAvöhnlich einen aufgeschwollenen, federartigen Habitus besitzen. Hier wird aus praktischen Gründen eine grössere Zahl von Species ange- nommen, die jedoch einander nicht gleichwerthig sind. Auch bei Sphaf/num stellen nur wenige Arten, wie compactum, Wulfianum, Aongstrümii , moUuscum und Lindbergü ziemlich unvermittelt neben den andern; die übrigen schliessen inner- halb der Section so innig auf einander, dass zuletzt jede Section mit Ausschluss der vorgenannten Arten als CoUectivspecies gelten kann; allenfalls dürfte sich die ^cirft/b^MMii-Gruppe nach Binden- und Porenbildung in zwei Species zusammen- fassen lassen. Uebersicht der Arten. A. Chloropliyilzelleii der Astblätter an einer der beiden Blattilächen zwischen die liyalinen eingelagert, im Querschnitte triangulär, triangulär - oval bis parallel trapezoidisch. a. An der Blatt innen fläche eingelagert (Fig. 42 b, c), daher die hyalinen an der Aussenfläche stärker convex, und hier die Mehrzahl der Poren. f Stengelrinde fibrös, mit grossen Poren, aussen mehrmals durchbrochen; Stengelblätter zungen- förmig, abgerundet und fransig; hyaline Astblatt- zellen innen längs der grünen * ohne besondere Yerdickungsformen cyml)if()liiim 1. ** Mit Papillen papillosuiii -i. *** Mit kammartigen Leisten iml)rieatiim 4-. ff Stengelrinde porös, doch ohne Fasern. * Oberflächenzellen aussen durchbrochen ; Stengelblätter an der gestutzten Spitze ausgefranst; Saum unten stark verbreitert. § Stengelblätter oben am breitesten fimbriatuiii 5. §§ Stengelblätter oben gleichbreit bis etwas verschmälert Griru'eiisohnii 6. 7* 100 ** Oberflächenzellen aussen n i c h t durch- brochen. ij Stengelblätter an der Basis am breitesten, unten sehr breit gesäumt. a. Stengelblätter zugespitzt, meist fibrös. Einhäusig acutifolium 7. ß. Stengelblätter : mit abgerundeter Spitze, meist ohne Fasern. Zwei- häusig. aa. Poren der Astblätter klein ; Pflanzen meist roth . rul)ellum 8. ßß. Poren der Astblätter gross ; Pflanzen ge- bräunt fusciiiii S). §§ Stengelblätter in der Mitte am breitesten, rings schmal gesäumt niolle 10. b. An der Blattaussen fläche eingelagert (Fig. 42 c), daher die hyalinen an der Innenfläche stärker convex und hier die Mehrzahl der Poren (vergl, 17, 18). Stengel- rinde nicht porös, aussen nicht durchbrochen; Saum der Stengelblätter unten in der Regel stark verbreitert. j Stengelblätter oben am breitesten und ausgefranst; Stengelrinde gelblich .... Liiidl)er,gii 19. -j-f Stengelblätter an der Basis am breitesten. * Stengelrinde deutlich gesondert. i? Hals der Retortenzellen stärker ent- wickelt als bei allen Arten ; Astblätter schmal gesäumt luolluscuin 20. §§ Hals der Retortenzellen wenig ab- gebogen ; Astblätter breit gesäumt ciispidatum 21. ** Stengelrinde undeutlich gesondert bis fehlend, grün , dickwandig. 101 § Stengelblätter klein oder mittel- gross, meist faserlos; Astblattzellen aussen ohne besondere Membran- lücken recurviim 32. §§ Stengelblätter gross, meist einge- rissen zweitheilig ; Astblattzellen aussen mit grossen, unregelmässigen Membranlücken . . riparium 33. B. Chlorophyllzellen der Astblätter in der Mitte zwischen beiden Blattflächen eingelagert, im Querschnitte elliptisch, rectangulär bis quadratisch, daher die hyalinen beiderseits gleichmässig. a. Chlorophyllzellen beiderseits frei. Stengelrinde mit sehr kleinen Poren; viele Oberflächenzellen aussen am oberen Ende (oder an beiden) mit einer Verdünnung der Membran, zuletzt hier durchbrochen. f Grüne Zellen oft trapezoidisch oder triangulär und der Blattaussenfläche genähert (Fig. 41 e^ u. e-). Hyaline Zellen innen längs der grünen schwach papillös. Stengelblätter gross, zungenförmig , abgerundet und fransig, sehr schmal gesäumt. * Stengelrinde meist zweischichtig. Einhäusig squarrosuiii 17. ** Stengelrinde drei- und vierschichtig. Zwei- häusig teres 18. Il Grüne Zellen genau in der Mitte; hyaline Zellen innen nicht papillös. * Stengelblätter klein, dreieckig, Saum nach unten stark verbreitert. § Stengelrinde einschichtig sul)secuii(lum 13. §§ Stengelrinde zwei- und dreischichtig larieiiium 15. ** Stengelblätter gross, mehr den Astblättern gleich, ei -länglich bis oval, rings schmal gesäumt. § Stengelrinde feinschichtig contortuin 14. 102 §§ Steng-elrinde zwei- und dreischichtig-. platypliyllum IG. (Hier ist auch Sj^h- Tißaici zu yergleichen.) b. Grüne Zellen rings von den hyalinen eingeschlossen (Fig. 42 a). f Stengelblätter gross, breit-zungenförmig, abgerundet bis gestutzt, fransig. * Stengelrinde fibrös, innen und aussen mit grossen Oeffnungen. Stengelblätter unten nicht gesäumt luediuiu 3. ** Stengelrinde nicht fibrös, innen mit grossen Poren, Oberflächenzellen aussen am oberen Ende mit einer Yerdünnung. Stengelblätter unten mit breitem Saume Aoiig'strömii. ff Stengelblätter dreieckig, viel kleiner als bei den übrigen Arten. Stengelrinde schAvach entwickelt, bei 11. mit sehr kleinen Poren und aussen mit einer Verdünnung. Stengelblätter unten sehr breit gesäumt; Lumen der grünen Astblattzellen näher der Aussenfläche ; jede Zelle der Astrinde aussen durchbrochen . compactiim 11. Stengelblätter unten sehr schmal gesäumt; Lumen der grünen Astblattzellen centrirt; Astrinde mit differenzirten ßetortenzellen IViiltianum 12. * ** Sect. I. Spliagna cytiibifolia. Stengelrinde mächtig entwickelt, mit Spiral- und ISTetzfasern, grossen Poren, Oberflächenzellen aussen mehrmals durch- brochen. Astrinde ähnlich gebaut, doch ohne Ketorten- zellen. Stengelblätter gross, zungenförmig, oben ab- gerundet, hyalin gesäumt und fransig. Astblätter breit eiförmig, kappenförmig abgerundet, nicht gesäumt. f Hyaline Astblattzellen innen längs der grünen ohne besondere Yerdickungsformen. 103 1. fSph. cymbifolium Ehrb., Hannov. Mag. 1780, p. 235; Hedw. Fund. 2, p. Sß (1782). — Schimp. Entw.gescli. Torfm. tab. 7, fig. 1; tab. 19 et 27, fig. c. Synonyme: Sph. palustre molle defiexum, squamis cymbiformibtis Dill. musc. p. 240; talj. 32, fig. 1 (1741). Sph palustre L. (1753) Sp. pl. I. ed. 2. p. 1106, No. 1, excl. var. ß nach Lindberg (1871). Sph. obtusifolium Ehrh. pl. crypt. No. 241 (1793). Sph. latifoUum Hedw. Sp. musc. p. 27 (1801). Sph. oblongum Palis. Prodr. p. 88 (1805). Sph. crassiretum Brid. Sp. musc. I. p. 15 (1806). Sph. subbicolor Hampe in Flora 1880, p. 440. Zweibäusig; die S Pflanze scbmäcbtiger , die S Aeste oliven- grün, kurz und dick. Käsen weich, meist locker, weisslicb oder blau- grün, selten etwas gebräunt oder oben rötblich. Stengel sebr kräftig, 10—30 cm, oft gabelig getbeilt; Aeste zu 4 oder 5, die 2 oder 3 abstehenden gedunsen, meist lang zugespitzt. Stengelrinde 3- (2^4-) schichtig, weitzellig, die peripherischen Zellen rectangulär, fibrös, mit 4 — 9 Löchern in einer Reihe ; Holzkörper dick , bleich, gelb oder braun. Stengelblätter gross, breit zungenförmig, nach oben wenig verbreitert; hyaline Zellen der unteren Hälfte lang und eng, in der oberen viel weiter rhombisch bis quadratisch, an der breit abgerundeten, oft kappenförmigen Spitze und oft weit herab am Rande durch Reihen zartwandiger, schief quadratischer und septirter Zellen hyalin gesäumt und durch die vorspringenden radialen Scheidewände der Randzellreihe (deren collabirte Aussenwand oft resorbirt ist) fransig gezähnt; im unteren Blattheile stets, im oberen meist ohne Fasern und Poren. Astblätter locker anliegend, sehr hohl, ungesäumt, an den Rändern gegen die kappenförmige Spitze eingebogen; Poren gross, in den Zellecken und längs der Commissuren, gegen die Blattspitze kleiner, an der concaven Fläche nur nahe den Rändern des mittleren Blattheiles. Grüne Zellen (im Querschnitt) schmal dreiseitig-oval, dünnwandig, an der Blatt-Innenfläche zwischen die hyalinen eingeklemmt (oft beiderseits frei), daher letztere aussen stärker convex. Innere Perichätialblätter sehr gross, längs aus dimorphen, seltener in der unteren Hälfte nur aus grünen Zellen gebildet, in der oberen Hälfte den Stengelblättern ähnlich gebaut. Sporen ockergelb, 0,028 — 33 mm. Reife im Juli. 104 yar. ß. sqviarrosulum Bryol. germ. (1823) I. p. 8. {Sph. cynibifolioides ßreiitel 1824; Sph. glaucum v. Klinggr. 1880). Blaiigrün. Astblätter von der Mitte an zu einer ziingenförmigen, zurückgekrümmten Spitze verschmälert. Exsicc: Eab. Bryoth. No. 72]. Warnst., Öphagnoth. No. 24 und 144. Durch das ganze Gebiet geraein, in den Alpen bis 2200 m. War schon Dillen 1718 bekannt: Cat. pl. Giss. p. 229 als Sphagnum cauliferum et ramosum palustre, niolle candicans, reflexis ramnlis, foliolis latioribus und hier wird schon auf Dodonaeus und Caspar Bauhin verwiesen. Jedenfalls gehört hierher Muscus squamosus, palustris, candicans mollissimus Kupp Jen. p. 3S9: Buxb. Halens. p. 218. — Var. ß. an Waldbächen, zuerst von Koch und Bruch in der Pfalz. — Var. Eöllii Schlieph., Irmischia, 4. Heft, ist identisch mit forma immersa Jack, L. et St., Kryptog. Badens, No. 226. 2. Sph. medinm Limpr. Bot. Centralbl. 7, p. 313 (1881). Synonyme: Sph. cymbifolium var. congestum Schinip. , Ent.- Gesch. Torfm. p. 69; tab. 12, fig. 3? (185S). Sph. cymbifolium var. purpurascens et var. compactum Kussovv, Beitr. p. 80 (1865). Sph. cymbifolium C. Müll. Deutschi. Moose, p. 123, fig. 8. Sammlungen: Eab. Bryoth. No. 722. Warnstorf, Sphagnoth. No. 2,5 und 26, 197 und 19S. Zweihäusig; $ Aeste purpurn. Grösse und Tracht des vorigen, doch die Rasen mehr kuppenförmig und verschiedenfarbig, grün und roth bis violett -purpurn gescheckt, oft nur die $ Aeste schwach röthlich angehaucht; selten rein grün oder weiss. Aeste zu 4, davon 2 abstehend, letztere kräftig, dick-spindelförmig, gerade oder aufwärts strebend, oft gekrümmt, stumpf, seltener kurz zugespitzt. Holzkörper (Fig. 38) purpurn und rosig, durch die Rinde durch- scheinend; Stengelrinde mächtig entwickelt, 4- und 5 schichtig, die Zellen der Oberfläche V2 so gross, spärlich mit schwachen Fasern, aussen mit 1 oder 2 Poren. Stengelblätter wie bei cijmUfolium, grösser, oben faltig, selten in der oberen Hälfte mit spärlichen Fasern und wenigen grossen Poren. Astblätter kürzer, rings an den Rändern eingebogen; Poren in Mehrzahl an der Aussenfläche, vorzüglich in den Zellecken; chlorophyllführende Zellen klein, im Querschnitt elliptisch, centrirt und rings von den biplanen hyalinen völlig eingeschlossen (Fig. 42 a). Bei Formen mit locker abstehenden Blättern liegen im lang ausgezogenen Blatt- theile die grünen Zellen beiderseits frei, doch centrirt. Früchte meist eingesenkt. Innere Perichätialblätter mit verlängerter, abge- 105 rundeter Spitze, in der oberen Hälfte mit Fasern und wenigen Poren, oben rings fransig. Sporen 0,024- — 28 mm; in Masse rost- farben, fein punktirt. yar. congestiim (Schimp.) Schlieph. et Warnst, ist die dicht- rasige, kurzstengelige Form auf sehr trockenen Standorten. In tiefen Torfmooren, doch nicht an sehr feuchten Stellen. Durch das ganze Gebiet häufig. Im Eiesengebirgc bis 1400 m; in den steirischen Ali)en (Eotten- manner Tauern) bei 1230 m (Breidler). War schon Haller 1742 (Enum. I. p. 96) und F. G. Weis 1770 (Spie. p. 264) als purpurne Form vom Brocken bekannt und liegt nach C. Warnstorf auch, von Schleicher gesammelt, im Berliner Herbar. ff Hyaline Astblattzellen innen längs der grünen mit besonderen Verdickungsformen (Papillen, Leisten). 3. Spli. papillosiim Lindb. in Acta soc. sc. fenn. 10, p. 280 (1872); Not. soc. F. FI. fenn. Förh. 13, tab. 1, %. 11. Synonyme: Sph. cymbifolium y. papillosum Schimp. Syn. 2 ed. p. 848 (1876). Sammlungen: Casseb. , Wetter. Laubm. (1832) iils Sph. hnmersum I Breutel, Musci frond. exs. No. 19. Warnstorf, Sphagnoth. No. 28; 69—73; 147-149; 199, 200. Erb. crittog. Ital. (I. Ser.) No. 1156. Zweihäusig und zweirasig; c? Aeste gebräunt. Grösse und Tracht von cymhifolrum, doch meist gedrungener. Rasen bleich ockerfarben oder gebräunt, auch weisslich - grün, sehr selten an den Spitzen röthlich angehaucht. Stengel selten über 20 cm lang, die abstehenden Aeste (2 und 3) kurz und dick, stumpf lieh, selten lang zugespitzt. Holzkörper gelbbraun, Rinde 3- und 4 schichtig, Zellen der peripherischen Schicht quadratisch bis rectangular mit schwachen Fasern und grossen Poren zu 1 oder 2, bei rectangulären Zellen 2 und 3 (nach Lindberg 2 — 9). — Stengelblätter wie bei cymhi- foliimi, doch etwas kleiner, der hyaline Rand etwas breiter, im oberen Theile dicht fransig ; ohne Fasern und Poren, in der oberen Hälfte oft getheilte Zellen und meist die Membranen zum grössten Theile resorbirt. Astblätter kürzer und breiter als bei cymhlfolium, an der Spitze oft gebräunt und ähnlich wie die Stengelblätter hyalin gesäumt; alle hyalinen Zellen (oft auch in den Stengel- blättern) längs der chlorophyllhaltigen dichtmitinnenpapillen, an der Aussenfläche der Blätter grosse Poren in den Zellecken und längs der Commissuren. Die grünen Zellen gross, dickwandig (be- sonders die freien Wände) triangulär-oval (Lumen centrirt und oval), beiderseits frei, doch näher der Innenfläche zwischen die hvalinen 106 eingeschoben, daher letztere aussen etwas mehr couvex. Innere Perichätialblätter faltig, oben mit Fasern, Poren und Papillen, au der abgerundeten Spitze fransig. Sporen 0,028 — 32 mm , schön ockerfarben, papillös. Auf Torfmooren , besonders mit thonigem Untergrunde , durch das ganze Gebiet verbreitet, auf den Höhen des Eiesengebirges bis 1400 m, in den Alpen bis 2100 ra. Wurde von S. 0. Lindberg 1874 an „Cassebeer, Sphagn. imraersum, Wetterauische Laubm. Sphagn. No. S (1S32)" für Deutschland und speciell für Oberhessen, Westfalen und den Harz nachgewiesen. Seither wurde diese Art, die kaum einer Lokalfiora fehlen wird, aus Westpreussen (v. Klinggraeff) ; der Mark Brandenburg (Warnstorf); Thüringen (Schliephacke , KöU); Hannover: Bassum (Beckmann); Bremen (Eöll) ; Braunschweig (Bertram); Schlesien von vielen Punkten (von Oberstabsarzt Dr. Schröter in einem Torfmoore bei Falkenberg noch 4 m unter der Oberfläche); Oberlausitz (Breutel); Dresden (Eeichehbach); Fichtel- gebirge (Walther); Schwarzwald (AI. Braun); Algäu (Huber); Tirol, Salzburg und Steiermark (Breidler); Eadstader Tauern (Graef): Galizien (v. Lobarzewski) bekannt. Die Bekleidung mit Papillen ändert graduell ab , sie wird um so deutlicher, je trockener der Standort ist; doch auch fast glatte Formen lassen sich an der Färbung und an den Poren der Stengelrinde erkennen. Die Pflanze ändert ähn- lich wie Sph. cvmbifolium ab, so dass bereits 22 Formen unterschieden sind! "Var. confertum Lindb. ist die kurzstengelige , dichtrasige Form: var. steno- phyllum Lindb. eine armästige, einfache Form; var. patens Schlieph. hat ab- stehende Astblätter; die squarrose Form ist noch nicht bekannt; var. minu- tulum Schlieph. ist eine niedliche Zwergform. — Bei hochalpinen Formen (Knallstein in der Sölk 2200 m leg. Breidler) sind die grünen Zellen im Astblatt- querschnitt elliptisch und werden aussen von den hjalinen völlig umschlossen. 4. Sph. iml)ricatiiin Ho ms eh. Mss.; Russow, Beiträge, p. 21 (1865). Synonyme: Sph. Austini Süll, in Aust. Muse, appal. p. 3, No. 2 (1S70); Icon. musc, suppl., tab. 1 (1874). Sph. cymbifolium ß. condensatum C. Müll. Syn. 1, p. 92 p. p. (1S4S). Sph. cymbifolium var. 3. Austini Warnst. Eur. Torfm. p. 139 (1881). Sammlungen: Warnst. Sphagnoth. No. 29, 30, 77. Zweihäusig. Grösse und Tracht des vorigen. Rasen meist dicht, etwas starr, blass grün -bräunlich oder trüb grün. Stengel minder kräftig; Aeste gedrängt, zu 3 und 4, davon 2 abstehend oder aufgerichtet, spitz, dicht dachziegelig beblättert. Holzkörper gelbbraun ; Stengelrinde 3- und 4- (5-) schichtig ; Oberflächeuzellen kurz rectangulär, fibrös, aussen mit 3 — 6 Poren meist in 2 Reihen. Stengelblätter aus schmaler Basis fast rectangulär, oben geruudet- kappenförmig, rings hyalin gesäumt und fransig; Zellen der oberen Blatthälfte oft getheilt, mit schwachen Pasern und Poren, meist die Membranen grösstentheils resorbirt. Astblätter schmäler, in der 107 bruiineii 8pitze den Steiigelblättern ähnlich und hier die Membranen unregelmässig resorbirt ; Poren aussen zumeist an den Commissuren, oft 2 einander gegentiberliegend, an der concaven Fläche nahe dem Eande längs der Zellmitte (Fig. 44); die hyalinen Zellen längs der grünen innen kammartig mit unregelmässigen Yer- dickungsleisten in der Kichtung der Fasern. Die grünen Zellen klein (Fig. 42 b), im Querschnitt gleichseitig prismatisch, an der Blattinnenfläche zwischen die hyalinen eingeklemmt, daher letztere aussen stark convex. Perichätialblätter etwas einseitswendig länglich, im oberen Drittel rings dicht fransig, faserlos, mit unregel- mässigen Lücken in der Membran. In Torfmooren vorzüglicli mit thonigem Untergrunde, selten und meist mit Sph. papillosum zusammen: Früchte selten. — Wurde durch die Kryptogamen- flora von Schlesien I. p. 427 für Deutschland nachgewiesen. Schlesien: im Isergebirge bei Flinsberg (Schumann); Falkenberg (Kern); hier noch in einem Torfstiche 4 na unter der Oberfläche (Oberstabsarzt Dr. Schröter); Mark Branden- burg: Baudacher Haide und Kroatenliügel bei Sommerfeld, hier fruchtend, und Zippeisförde bei Neu -Kuppin (Warnstorf): Fiusterwalde (A. Schulze); Braun- schweig: (Bertram): Dresdener Haide (Gerstenberger) ; Thüringen: bei Unterpörlitz (Köll); Rheinprovinz: Eupen (C. Eömer); Hannover: Bassum (Beckmann): Steiermark: Mandlinger Moor bei Schladming (Breidler). — Die dichtrasige, kurzstengelige Form ist die var. congestum Warnst., eine lang- ästige Form die var. flagellare Schlieph. Sect. IL Spliagna acutifolia. Stengelrinde porös, doch (wie die der folgenden Sectionen) ohne Fasern, Oberflächenzellen mit je einer (2) grossen OefFnung/ oder nicht durchbrochen ; Astrinde wie die der folgenden Sectionen mit Eetortenzellen. Saum der Stengelblätter (excl. molle) nach unten stark verbreitert. Astblätter an der Spitze eingerollt, grüne Zellen (excl. Aongströmii) triangulär bis paralleltrapezoidisch an der Blattinnenfläche, daher die hyalinen aussen stärker convex; Poren in Mehrzahl an der Aussenfläche (Fig. 42 c). f Oberflächenzellen der Stengelrinde aussen durch- brochen. '"'' Grüne Astblattzellen an der Innenfläche. 5. Sph. fimbriatum Wils. in Hook. flor. antarct. p. 398 (1847). Schimp. Entw. gesch. Torfm. tab. 15 et 27, fig. f. Sammlungen: Eab. Bryoth. No. 201. H. Müller, Westf. Laubm. No. 234 et 421. 108 Breutel, Masci frond. No. 26. Limpricht, Bryoth. sil. No. 97 a et b. Warnstorf, Sphagnotli. No. 31, 32, 79—81 und 169. Einhäusig; S Aeste gelbgrün, stielriind. "Wuchs und Färbung wie folgendes. Stengel minder steif; Aeste zu 3 und 4, davon 1—2 abstehend, sehr lang und dünn, bogig herabgekrümmt. Holzkörper bleich ; Stengelrinde 2 - und 3 schichtig ; Oberflächenzellen rectau- gulär, jede aussen mit einer grossen Oeffnung am oberen, selten an beiden Enden. Stengelblätter gross, aufrecht angedrückt, im oberen Theile stark verbreitert und an der breit abge- rundeten Spitze bis zur Mitte der Seitenränder herab gefranst; Zellen oben rhombisch - quadratisch , oft mehrmals ge- theilt, stets ohne Fasern ; die Membranen meist resorbirt. Astblätter im basalen Theile mit Löchern von Zellbreite, im übrigen Blatte mit grossen, dicht gereihten Poren an den Commissuren. Peri- chätialblätter zeigen in der unteren Hälfte nur grüne Zellen mit Tüpfeln, überall ohne Pasern. Entleerte Büchse fast kreiseiförmig; Sporen 0,021 — 24 mm, gelb, fein punktirt. var. ß. squaiTOsuliim H. Müll. Westf. Laubm. No. 421. Astblätter mit zurückgekrümmter Spitze. In Waldsümpfen der Ebene durch Nord- und Mitteldeutschland verbreitet, und in den Sudeten ausnahmsweise (Moosebruch bei Keihwiesen) bis 740 ra auf- steigend; aus dem Alpengebiete nur aus Nieder- Oesterreich bei 600 m bekannt. Sichere Standorte aus Süd-Deutschland, z. B. Rhön, fränkischer Jura etc. liegen imter 600 m; die var. ß. liebt queUige Stellen. — Diese Art wurde durch Schimper 1858 für Deutschland nachgewiesen. Ihr wurden anfängUch auch die Formen zugerechnet, welche Eussow später als Sph. Girgensohnii unterschied; daher sind die alpinen Standorte aus jener Zeit, z. B. von Lorentz, Molendo etc., auf folgende Art zu übertragen. 6. Sph. Oirg-ensolmii Russ. (1865) Beitr. p. 46, figg. 12, 15, 18, li), 21, 22, 43—45 et 61. Synon3'me: Sph. acutifolium f. teuue Bryol. germ. I. p. 22 (1823). Sph. fimbriatum forma strictum Lindb. Torfm. byggn. p. 138 (1862). Sph. strictum Lindb. in Act. sog. sc. fenn. 10, p. 263 (1872). Sammlungen: Rabh. Bryoth. No. 201 b, 718, 801, 1151. Limpr. Bryoth. sil. No. 48. Warnst. Sphagnoth. No. 33. 82, 155, 17(i. Zweihäusig; S Aeste kurz, dick keulenförmig, ockergelb. Lockerrasig, einfarbig, weisslich- bis sattgrün, niemals roth, trocken strohfarben. Stengel bis 20, selten bis 60 cm lang, steif; Aeste zu 3—5, verlängert fadenförmig, die 2 — 3 abstehenden mit langen 109 Spitzen im Bogen abwärts gekrümmt, selten aufreclit. Holzkörper bleichgelb, Stengelrinde 3 - (4-) schichtig ; Oberflächeuzellen quadra- tisch bis rectangulär, aussen mit je einer (selten mit einer 2. und 3.) Oeöhung. Stengelblätter gross, aufrecht, gleichbreit, mit schwach nach innen geschweiften Seitenrändern und kleinen Oehrchen, an der quergestutzten (niemals eingerollten) Spitze, nicht aber an den Seitenrändern fransig; die oberen hyalinen Zellen gross, rhombisch-quadratisch, getheilt, ohne Fasern, die Membranen meist resorbirt. Poren der Astblätter aussen dicht gereiht, unten sehr gross, oben kleiner und schmal ; an der Innenfläche gross und rund, in Mehrzahl nahe den Bändern und im oberen Theile, hier meist von Zellbreite. Die unteren Perichätialblätter nur aus grünen Zellen mit Tüpfeln, die übrigen mit stumpfer, ausgerandeter Spitze, im oberen Drittel aus dimorphen Zellen ohne Fasern und Poren bestehend (am oberen Eande zuweilen quadratische Zellen). Früchte selten. Kapseln gross; Sporen 0,021— 24 mm, ockergelb, gekörnelt. var. ß. strictum (Lindb.) Russ. Beitr. p. 47. Rasen grünlichgelb bis bräunlich. Aeste spindelförmig, kurz, aufrecht abstehend. Stengel gelbbräunlich. Stengelblätter kürzer und breiter. rar. ; . squarrosiilum Russ. Beitr. p. 47. Viel kleiner und schmächtiger, dem Sph. squarrositluni Lesq. täuschend ähnlich (Astblattquerschnitt entscheidet). Stengelblätter oft ei -länglich. Astblätter mit zurückgekrümmter Spitze. var. (). speeiosiim Limpr. (1881) im 58. Jahresber. d. Schles. Ges. (var. deflexum Schlieph. in Roll, Torfm. p. 7). Aeusserst stattlich, in Färbung und Wuchs durch die langen, bogig herabgekrümmten, turgiden Aeste an Sph. spectabilc Scliimp. erinnernd. Stengelblätter oft wie bei voriger Yarietät. var. £. roseiim {Spli. acuttfoliuni 6. roseuni Limpr. (1869) in Milde, Bryol. sil. p. 382; Sph. acutifolium var. /«//«a; Warnst. Eur. Torfm. p. 42; var. squarrosiilii))! (Herb. Schlieph.); var. auricu- latum Warnst. Sphagnoth. Xo. 152; var. inimersum Schlieph., sed non Warnst. No. 153; var. rohiistuiti Warnst. No. 151; Sph. acutifolium Braithw. Sphagn. brit. exs. No. 42 b, j)l. ^). Ziemlich kräftig, rosenfarben bis bleichgrün, die S Aeste keulen- förmig, immer röthlich. Holzkörper oft etwas röthlieh. Stengel- 110 Tis:. 50. rinde wie bei der Stammform, doch nicht jede Oberflächenzelle (Fig. 50) aussen durchbrochen; Poren der Innenwände kleiner. Abstehende Aeste oft aufrecht. Stengelblätter zungenförmig oder ei -länglich mit grossen Oehrchen (Fig. 41), längs der Basis mit grossen Ausstülpungen, Seiten- ränder nicht oder wenig nach innen geschweift, an der abge- rundeten Spitze oft etwas ver- schmälert. Ohne Fasern, oder oben schwach fibrös; Saum wie bei der Stammform oder beiderseits an der Basis nur V3 — ^U c^er Lamina. Oberflächenzellen des Stengels von Sphagnum Girgensohnii roseum. Vergr. ^0 1 ■ In Wäldern durch das ganze Gebiet verbreitet, dominirt es in Berggegenden und steigt in den steirischen Alpen nach Breidler bis 230Ü, in den rhätischen nach Pfeffer bis 240Ü m. Wurde von Eussow 1865 für Deutschland nach- gewiesen. Var. ß. liebt trockene Orte, z. B. Felsblöcke; var. y. quellige Stellen, durchfeuchtete Kiesbänke, feuchte Rasenplätze; var. d. sehr wasserreiche Stellen, Waldtümpel; var. f. ist in den höheren Gebirgslagen der Sudeten und Alpen weit A-erbreitet. Eine schwimmende Form var. laxifoUum Warnst, ist rein weiss und äusserst schlaff. Durch die Einreihung der var. roseum wird der Umfang der Art bedeutend erweitert, der sich in der Färbung der Easen und in der Form der Stengelblätter gipfelte; indess kehrt schon bei var. squarrosulum das eilängliche Stengelblatt häufig wieder, und auch beim typischen Sph. Girgensohnii ist zuweilen nicht jede Oberüächenzelle des Stengels aussen durchbrochen. — An Exemplaren der var. squarrosulum vom Weisswasser (Eiesengebirgskamm) variiren die Stengel- blätter ausserordentlich. Zwischen normalen Pflanzen wachsen vereinzelt oder in kleinen Beständen zahlreich Exemplare, deren Stengelblätter fast nur durch be- deutendere Grösse von den Astblättern verschieden sind. Sie sind aus schmaler Basis breit lanzettlich, rings schmal gesäumt und besitzen zahlreiche Fasern und Poren. Dieselbe Erscheinung zeigen auch die unter dem Gipfel normal beblätterter Stengel hervorbrechenden Sprosse, welche das LängenAvachsthum fortsetzen. Von Sphagnvim acutiforme Schlieph. et Warnst., Flora 1884 (Separ. }). 27) sagen die Autoren, es solle „alle zweihäusigen Formen dos Sph. acutifoh'um umfassen ", und ferner : „ andere Unterschiede als die im Blütheustande begrün- deten, haben wir bis jetzt nicht anfzufimlen vermocht!" — In dieser Ausdehnung 111 ist die neue Art eine Collectivspecies, denn sie vereinigt zwei sciion früher unter- schiedene Arten, nämlich Sjili. rubellum Wils. , das die Priorität hat vor SpJi. tenellum v. Klinggr., mit Sph. fuscum v, Klinggr. — Andere hierher gezogene zweiliäusige Formen gehören nach der Bildung der Stengelblätter, der aussen durchbrochenen Stengelrinde und der mehr oder minder rosigen Färbung nach meiner Auffassung zu Sp. Girgensohnü var. roseum. — Unter den übrigen Formen scheiden \ a.v. purpureum Seh. und var. robustum'Ru.ssow -aus, denn sie sind einhäusig, doch auch var. alpinum Milde, arctum Braithw. , sanguinenm (Sendt.) Warnst., süesiacumWa.rnst. bleiben vorläufig, bis neue Charaktere auf- gefunden sind, besser mit Sph. acutifolium vereinigt. — Nur Sph. acutiforme var. Pseudo-Schimperi Warnst, und var. ScJtimperi Warnst., beide Exemplare vom Sehwanenpfuhl bei Neu - Euppin (andere Exemplare sind nicht gemeint) sind mir augenblicklich räthselhaft. Beide erinnern an die ©ben erwähnten ab- weichenden Bildungen von Sph. Girgensohnü squarrosulum , und es ist möglich, dass sich an Ort und Stelle die Sache ebenso einfach aufklärt. — Var. Pseudo- Schimperi ist rosig angehaucht; var. Schimperi bleichgrün, zart und ähnelt habituell den Formen des Sph. Girg. squarrosulum, allein sie ist nicht sparrig. Beide besitzen gleiche Stengelrinde, deren peripherische Zellen oft aussen am oberen Ende durchbrochen sind (bei Pseudo-Schimperi stets unter der Insertion eines Blattes) ; dabei haben diese Oberflächenzellen gewisse AehnUchkeit mit Eetorten- zellen. Die Stengelblätter ähneln den Astblättern, allein in der Astrinde ist der Hals der Eetijrtenzellen stärker abgebogen als beim typischen Sph. Girgensohnü. *'•' Grüne Astblattzellen centrirt und rings von den hyalinen eingeschlossen. Sph. Aong-strömii C. Hartm. Flor. Skand. 7 ed. p. 399 (1858). Synonyme: Sph. insulosum Aongstr. in Schimp. Syn. 1 ed. p. 683 (1S60). Öfvers. V.-Ak. Förh. 21, p. 20ü (1864). Sammlungen: Eab. Bryoth. No. 703. Warnst. Sphagnoth. No. 184. Zweihäusig. Habituell an Sph. cymhifolium erinnernd. Rasen locker, grün-weisshch bis weiss. Stengel bleich; Aeste zu 3—5, davon 1^ — 2 horizontal abstehend. Holzkörper bleich; Stengelrinde stark entwickelt, 4 (3 — 5) schichtig; innen mit grossen Poren, aussen jede Oberflächenzelle am oberen Ende mit einer Yerdünnung, zuletzt hier durchbrochen. Stengelblätter gross, zungenförniig (dem Sph. Girgensohnü ähnlich) an der breit gestutzten Spitze fransig, ohne Fasern und Poren (oder oben mit Fasern), Saum unten stark verbreitert. — Astblätter fast dachziegelig, eiförmig, an der breit gestutzten Spitze grob gezähnt, kaum gesäumt; Poren in der Mehrzahl an der Blattunterseite mit Bevorzugung der Zellecken, nahe den Rändern zahlreich längs der Commissuren, im basalen Theile spärlich ; an der Innenseite nur an der Spitze und nahe den 112 Blatträndern. Grüne Zellen im Querschnitte schmal elliptisch, centrirt und rings von den biplanen hyalinen eingeschlossen, unten beiderseits frei und die hyalinen biconvex. Perichätial- blätter stumpf abgerundet, faserlos, in den unteren % nur aus grünen Zellen gebildet. — Bisher nur aus Norwegen, Lappland und Finland bekannt, doch liegt die Auffindung in Nord-Deutsch- land nicht ausser der Möglichkeit. jf Oberflächenzellen der Stengelrinde aussen nicht durchbrochen. * Stengelblätter an der Basis am breitesten, Saum nach unten verbreitert. 7. Spli. aeutifolimii Ehrh. PL crypt. No. 72 (1788). Schimp. Entw. gesch. Torfm. tab. 14. Synonyme: Sph. palustre moUe deflexum, squamis capillaceis Dill. Miisc. (1741) p. 243, tab. 32, fig. 2 A et var. rubens. Sph. nemoreum Scop. Flor. carn. 2 ed. 2, j). 305, No. 1285 (1772). nach Lindberg Hvitmosor (1882). Sph. capillifolium Ehrh. in Hannov. Mag. 1780, p. 205 Sph. capillifolium Hedw. (1782 et ISOl); Bridel, Bryol. univ. I. p. 11. ? Sph. alpinvmi Schrank (1789); Eöhling (1800). Sph. intermedium Hoffm. Deutschi. Fl. 2, p. 22 (1795). Sph. subulatum Brid. Sp. musc. I, p. 19 (1S06). Sph. capillaceum Sw. Musc. frond. Suee. p. 18 (1799). Sph. capilUfolioides Breutel in Flora 1824. Sph. Aschenbachianum Breutel in Flora 1824. Einhäusig; c? Aeste meist röthlich. Rasen 10 — 30 cm hoch, locker, selten rein grün, meist röthlich angehaucht bis violett- purpurn. Stengel schlank; Aeste zu 3 — 5, davon 2 und 3 ab- stehend. Holzkörper grün bis roth; Stengelrinde 3- und 4 schichtig, Innenwände mit vereinzelten kleinen Poren; (3berilächenzellen aussen nicht durchbrochen. Stengelblätter mittelgross, nach oben wenig verschmälert und dann plötzlich zugespitzt, die oberen Ränder meist eingerollt, Spitze 3— 6 zähnig; nach unten sehr breit gesäumt, die oberen Zellen breit-rhombisch, fast stets mit Fasern und Poren. Astblätter länglich - lanzettlich , in der Spitze 3- bis 5 zähnig, sehr schmal gesäumt, stark fibrös ; die Aussenfiäche ziem- lich zahlreich mit grossen Poren längs der Commissuren, an der Basis von Zellbreite ; die Innenfläche nur nahe den Rändern porös. Perichätialblätter elliptisch, oben eingerollt, an der gestutzten Spitze 113 gezähnt, breit gesäumt, in der unteren Hälfte nur aus grünen Zellen gebildet, die oberen hyalinen rhombisch, ohne Fasern mit einzelnen grossen, runden Löchern. Sporen gelb, 0,017 — 24mm, glatt; nach Schimper ^/^oo mm und rostfarben! var. ß. robustum Russow, Beitr. p. 39; Exsicc. Bryoth. sil. No. 194 b. Gesammthabitus von ^'pli. Girgensohnii. Rasen sehr locker, meist grün; S Aeste spärlich, roth. Stengel steif, 20 cm und darüber, oft bleich, die abstehenden Aeste stark bogenförmig herab- gekrümmt. Kapsel nach der Entleerung verlängert. var. ; . leptocladum (var. jlaincaule Warnst., Sphagn. No. 162). Habitus von Sph. fimhriatmn; häufig zartere, rein cj Pflanzen eingemischt; die fruchtenden Pflanzen selten hier und da an den abstehenden Aesten mit vereinzelten Antheridien. Rasen sehr locker und hoch, bleichgrün. Stengel bleich; Stengelblätter auch oben breit gesäumt mit zahlreichen Tüpfeln, ohne oder spärlich mit schwachen Pasern. Aeste äusserst dünn; Astblätter schmal. Poren aussen gross, innen zahlreiche Membranlücken. Früchte im Kopfe und längs des Stengels. Kapselform nach der Entleerung nicht verändert. Sporen rothbrauu, trüb, 0,024 mm, sehr deutlich gekörnelt. var. (). juirpureum Schimp., Entw. gesch. Torfm. p. 57. Purpurn, dichtrasig, dichtästig, dichtköpfig, halbkugelige Polster bildend. var. e. alpiniim Milde, Bryol. Sil. p. 382. Schneeweiss, sehr dichtrasig; Aeste sehr dicht, autgerichtet, nicht verdünnt. Stengelblätter bis fast an den Grund mit Fasern. Stengelrinde häufig auf der einen Seite des Stengels ungleich mächtiger entwickelt als auf der anderen. Exsicc: Bryoth. sil. No. 295. Das häufigste unserer Torfmoose, überall au feuchteu Lokalitäten von der Ebene bis in die Hochalpen, nach Pfeffer noch am Julierpass bei 2470 m. War schon Dillen, als purpurne Form Weis (1770) vom Brocken, vielleicht schon Jungermann, Cat. pl. Altd. bekannt und wurde zuerst von Ehrhart (ITSS'i als Art ausgegeben. — Var. ß. in Kiefervväldern : var. y. in der Goldgrube der grossen Zeche bei Bunzlau in Schlesien; var. S. auf Torfmooren; var. f. im Riesengebirge zwischen Knieholz. — Von den zahlreich unterschiedenen Varietäten sei noch var. plumosum Milde, Bryol. sil. p. 383 erwähnt, eine schwimmende Form und die grösste von allen, mit faserlosen Stengelblättern. Li in p rieht, Laubmoose. y 114 8. Sph. rubelliim Wils. Bryol. Brit. p. 19, tab. 60 (1855); Schimp., Entw. gesch. Torfm. p. 71, tab. 20 et 27, fig. r 1. Synonyme: Sph. tenellum (Schimp.) v. Klinggr. (1872). Sph. acutifolium y. tenellum Schimp. Entw. gesch. Torfm. p. 57, tab. 13, fig. y. (1858). Sph. acutifolium var. rubellum Eussow, Beitr. p. 41 (1865). Sph. acutiforme Schlieph. k Warnst, in Flora 1884 p. p. Sammlungen: Eab. Bryotli. No. 2Ü6 ; 555 a b; 711; 804; 951; 1249. Warnst, Sphagnoth. No. 102, 165. Zweihäusig; $ Pflanzen häufiger; $ Aeste kurz keulig, purpurn. Tracht von 8'pli. molluscum. Weich und lockerrasig, blass röthlich bis purpurn; Aeste zu 3, die beiden abstehenden gekrümmt. Stengelrinde 3- und 4 schichtig, mit kleinen Poren; Oberflächenzellen quadratisch, aussen ohne Oeffnung; Retorten- zellen der Astrinde mit mehr zurückgebogen eni Halse. Stengel- blätter gross, eilänglich, gleichbreit, mit nach innen geschweiften Seitenrändern, an der zuerst kappenförmigen Spitze abgerundet und ausgefranst, hyaline Zellen 2- und 3 mal getheilt, ohne Fasern, selten schwach fibrös; Oehrchen klein. Astblätter klein, kurz, eilänglich, dicht gelagert, mit 3 zähniger Spitze, sehr schmal gesäumt, spärlich mit kleinen Poren, welche die Stellen bevor- zugen, wo 3 Zellen zusammenstossen. Sporen ockerfarben. An wasserreichen Stellen tiefer Torfmoore in Gesellschaft von -Sjj//. mollus- cum durch das Gebiet zerstreut. Wurde durch Eussow 1865 aus den Herb. Braun und Solms für Deutschland nachgewiesen. — Das typische Sph. mbelluin ist mit Sicherheit im Gebiete nur von wenigen Punkten und meist in der S Pflanze bekannt. Preussen: Labiau, Deutsch-Eylau und Elbing: Pommern: (E. Euthe); Mark Brandenburg: Zippeisförde bei Neu-Euppin (Warnstorf); Hannover: Bassum (Beckmann): Schlesien: Hockschar (Milde), Krummhübel (Fritze) und Iserwiese; Böhmerwald: um Waldkirchen (A. Progel) : Thüringen: Beerberg und Inselsberg (Eöse); Oberfranken: Pegnitz (Arnold); Schwarz- wald: Hornisgrinde (Bausch) ; Steiermark: Schladming (Grunow, teste Juratzkn); Salzburg: (Sauter). Das ebenfalls diöcische Sph. acutifolium tenellum Seh., welches v. Kling- gr aeff zuerst mit Sph. rubellum vereinigte, wächst ähnlich und ist etwas häufiger; es besitzt denselben zarten Bau, ist meist bleichgrün und schwach röthlich angehaucht. 0. Sph. fiiscum (Schimp.) v. Klinggr., Schrift, phys.-ök. Ges. Königsb., 13, P. 1, p. 4 (1872). Synonyme: Sph. acutifolium f. fuscum Schimp. Entw. gesch. Torfm. p. 57, tab. 13, fig. f (1858). Sph. acutiforme Schlieph. et Warnst, in Flora 1884 p. p. Sammlungen: Eab. Bryoth. No. 710. Warnst. Sphagnoth. No. 1, 2. 115 Zweihäiisig; S Aeste gelbbraun. Rasen dicht, gleichhoch, braiingrün. Stengel schlank, zart, dicht beästet; Aeste kürzer, die 2 und 3 abstehenden einwärts gekrümmt. Holzcylinder dunkel- braun, Markzellen sehr dickwandig, Stengelrinde 3- und 4 schichtig, Zellen ungleichgross , mit wenigen kleinen Poren, die Oberflächen- zellen aussen nicht durchbrochen. Stengelblätter zungenförmig, an der Spitze deutlich gerundet und etwas ausgefranst; Zellen einmal getheilt, ohne Fasern. Astblätter (die unteren sehr breit und hohl) mit abgerundeter, gezähnter Spitze, in der basalen Hälfte nur spärlich mit grossen Löchern, aufwärts mit grossen, schmal halb- mondförmigen bis runden Löchern längs der Commissuren. (Auch die concave Blattfläche mit grossen, runden Löchern von Zellbreite.) Perichätialblätter breit, mit kurzer, stumpf lieber, ausgerandeter Spitze, faserlos. Kapseln meist eingesenkt; Sporen schön gold- braun, 0,032—36 mm, fast glatt. Auf Torfmooren an nicht sehr nassen Stellen ausgedehnte, gleichhohe, dichte Basen bildend. Stellenweise durch das ganze Gebiet. Ost- und West preussen: am kurischen Haff, Conitz, Stargardt (v. Klinggraeff) ; Pommern: Haringsdorf (nach Warnstorf); in der Mark: Grunewald bei Berün (Braun), Arnswalde und Neu-Euppin (Warnstorf); Thüringen (nach Milde); Schwarzwald: Hornis- gründe (AI. Braun); Moore der Ehön (Geheeb); Schlesien: Moosebruch, Iser- wiese, Hochmoore des Kiesengebirges bei 1400 m; Bayern: Haspelmoor bei München (Molendo): Wurzacher Eied (Huber); in den steirischen Alpen an mehreren Stellen, hier bis 1400 m nach Breidler. Schweiz: Marais des Fonts (Schimper). Wurde durch Schimper (1858) für das Gebiet nachgewiesen, wenn auch in der Entw.gesch. der Torfm. kein specieller Standort angeführt ist. ** Stengelblätter in der Mitte am breitesten, Saum rings gleichschmal. 10. Sph. molle Sulliv. Musci allegh. p. 50, No. 205 (1846); Schimp. Entw.gesch. Torfm. tab. 26. Synonyme: Sph. molluscoides C. Müll. Synops. I. p. 99 (1848). Sph. MüUeri Schimp. Entw.gesch. p. 73 (1858). Sammlungen: Eabh. Bryoth. No. 5.56, 1149, 1248. Eiben, Ostfriesl. Moose, No 5. H. Müller, Westf. Laubm. No. 222. Limpr. Bryoth. sil. No. 200, 299, 300. Warnst. Sphagnoth. No. 34, 83. Einhäusig; (J Aste violett, kurz und dick. Tracht von >S/j/^ compactum, meist niedrig und dichtrasig, doch weicher und Aveisslich grün, mit lang ausgezogenen Astspitzen; Aeste zu 3 und 4, davon 1—2 abstehend. Holzkörper gelblich oder ungefärbt; Stengelrinde 116 2- und 3 schichtig, Zwischenwände mit kleinen Poren; Retorten- zellen der Astrinde ziemlich stark entwickelt. Stengelblätter den Astblättern ziemlich gleich, doch viel grösser; aus schmaler Basis breit lanzettlich, an der Spitze gezähnt, rings sehr schmal gesäumt; die rhombischen Zellen der oberen -'/a des Blattes dicht fibrös, an der Aussenfläche mit schmalen, an der Innenseite mit runden Poren, die gestreckten Zellen des unteren Drittels mit sehr grossen, runden Poren von Zellbreite, selten fehlen die Fasern und Poren völlig. — Astblätter eilanzettlich, sehr hohl, mehr oder minder gestutzt und gezähnt, ungesäumt; an der Aussenfläche zahlreiche schmale Poren längs der Commissuren, an der Innenseite nahe den Rändern runde Poren. Perichätial- blätter den Stengelblättern ähnlich, lang zugespitzt, sehr schmal gesäumt, längs aus beiderlei Zellen, nur an der Spitze mit Fasern oder faserlos. Kapseln gross, auch nach der Entleerung engmündig ; Sporen goldgelb, 0,028 mm, glatt. Auf torfigem Haidelande in der Ebene Nord- und Mitteldeutschlands selten, fehlt in den Alpen. — Wurde 1840 von Karl Müller um Jever in Oldenburg entdeckt. — Bremen: (Meyer); Aurich in Ostfriesland (Eiben); Westfalen: an mehreren Stellen (H. Müller) ; Eheinprovinz: Siegburg (Dreesen) ; Eupen(C.Eömer): Braunschweig: (Bertram); Brandenburg: um Sorau (Everken), Sommerfeld (^Warnstorf), Finsterwalde (A. Schulze); Mecklenburg: bei Eehna (Brockmüller) und Eostock (Brinkmann): Schlesien: Sagan und Bunzlau: Flora von Fulda (Dannenberg) ; in Bayern bei Mutmannsreuth HOO m (Arnold) und bei Aichig (Walther). Nach Sauter in den Tauern am Eedsee bei 2300 m, gewiss ein Irrthum! Fehlt bis jetzt in den Alpen und erreicht in Bayern seine Südgrenzo. Die Originale von Sph. molJe Süll, stimmen mit der schmächtigen, locker- rasigen Pflanze, die in der Bryoth. sil. No. 300 als forma pulcheüa ausgegeben wurde, überein und besitzen wie diese weder Fasern noch Poren in den Stengel' blättern, weshalb die bei uns häufigere compakte Form mit fibrösen Stengelblättern als Sph. molle var. Mülleri Braithw. und als Sph. violle var. moUuscoides Husnot unterschieden wurde. Sect. III. Spliagna rigida. Stengelrinde nicht dick, nur bei compactum spärlich mit kleinen Poren und die Oberflächenzellen aussen mit einer Verdünnung in der Membran. Stengelblätter klein, drei- eckig, abgerundet. Astblätter längs eingerollt; grüne Zellen rings eingeschlossen. 117 11. 8x)li. comimctum Brid. Sp. musc. I. p. 18 (1806) et C. Müll. Synops. I. p. 98 (1848). Synonyme: Sph. intermedium ^y. corapactum Kotli (ISOO) tent. flor. germ. UI. p. 120. Sph. compactum De Cand. in Lani. FI. franc;. (1805) nach Lmdberg. Sph. obtusitblium ß. condensatura Web. et Mohr, bot. Taschenbuch, p. 73 (1807); var. ß. minus Hook, et Tayl. Musc. Brit. (1818). Sph. helveticum Schkuhr, Deut. Moos. p. 12, t. 5 (1810). Sph. compactum ß. rigidum Bryol. germ. I. p. 14 (1823). Sph. immersum Bryol. germ. I. p. 11, tab. 2, hg. 4 (1823). Sph. tristichum Schultz in Flora 1826. Sph. ambiguum Hueben, Musc. germ. p. 25 (1833). Sph. rigidum Schimp. Entw.gesch. p. 65 (1858) tabb. IS et 27. Sammlungen: Sph. condensatura Schleich. Cent. U. No. 3 (1804). Sph. compactum Eoth in Bhmdow, Musc. frond. exs. V. No. 204 (1808). Sph. praemorsum Zenk. et Dietr. Musci thuring. No. 18. Sph. palustre b. compactum Schwägr. , Sendt. im Herli. d. Schles. Gesellschaft. Funck, Crypt. Gew. No. 548. H. Müller, Westf. Laubm. No. 228. Erb. crittog. Ital. (I. Serie) No. 1157. Rab. Bryoth. No. 001, 602. Breutel, Musci frond. No. 23. — Bryoth. sil. No. 99. Jack, L. et St. Kryptog. Badens No. 999. Warnstorf, Sphagnoth. eur. No. 37, 135. Einhäusig; S Aeste meist hängend, nicht kätzchenförmig. Rasen starr, leicht zerfallend, hläulich-grün , meist schmutzig gelb- scheckig oder ockerfarben -röthlich. Stengel 2 — 4 fach getheilt, bis 10 cm, selten 20 cm hoch, derb, straff, doch brüchig, dicht beästet; Aeste zu 3 und 4, davon 1 und 2 meist aufwärts strebend; Holz- cy linder dunkel braunroth; Rinde nicht dick, 3- und 2 schichtig, innen spärlich mit sehr kleinen Poren: jede Oberflächenzelle aussen mit einer Yerdünnung. Zellen der Astrinde fast gleichgross und jede aussen am oberen Ende durchbrochen. Stengelblätter sehr klein, dreieckig mit abgerundeter, etwas fransiger Spitze, nach unten sehr breit gesäumt mit vielen Tüpfeln, ohne Fasern und Poren. Astblätter nie dachziegelig, sondern starr aufrecht geöffnet, eiläng- lich, sehr hohl, ohne basale Aussackungen, um die breit ge- stutzte Spitze grob gezähnt, sehr schmal gesäumt. Poren an der Aussenfläche gross und rund, zahlreich längs der Commissuren, an der Innenfläche mit Bevorzugung der Zellecken; die grünen Zellen rings von den biplanen hyalinen eingeschlossen, elliptisch, nicht genau centrirt, sondern der Aussenseite etwas ge- 118 nähert. Perichätialblätter den Astblättern gleich, doch lang zu- gespitzt, schmal gesäumt; Poren am zahlreichsten an der Blatt- aussenfläcbe , klein und dicht gereiht längs der Commissuren, an der Innenseite mit Bevorzugung der Zellecken, gegen die Basis in der Mitte der Zellwand, grösser und rund. Sporen goldbraun, 0,032 — 35 mm. yar. ß. stxuarrosulumRuss., Beitr. p.77 [Spli. amhigmmi'H.ühen.). Lockerrasig, bläulich-grün ; Aeste sparrig beblättert. Exsicc. : Bryoth, sil. No. 297. Eab. Bryoth. No. 1152. Warnst. Sphagnoth. No. 36. Auf Torfboden durch das ganze Gebiet verbreitet, im Eiesengebirge bis 1400 ra, in den Alpen nach J. Breidler bis 2000 m; in der Schweiz nach Pfeffer bis 2500 m im Fexthal. — Am häufigsten sind üebergänge zur dicht- rasigen, kurzstengeligen Form, welche von Schimper zur Varietät degradirt wurde, obgleich K. Müller in seiner Synopsis genau die Pflanze als Sph. com- pactum beschreibt, welche Schimper 10 Jahre später als nov. sp. aufstellt. — Schleicher hat die Species zuerst als Sph. condensatum ausgegeben, und da er in anderen Fällen (nach meiner Ueberzeugung zu Unrecht) als Autor citirt wird, so hat er die Priorität! Die schwimmende Form suhmersum wiederholt das Spli. molluscum immer sum Schimper. Var. hryoides Sendt. sind wurm- förmige Gebilde. 13. Sph. Wulfiaimm Grirg. in Arch. Nat. Liv-, Ehst- und Kurl. (1860), p. 173; Russ. Beitr. figg. 6—10, 14, 20, 33 et 53, Synonyme: Sph. pycnocladum Aongstr. (1864). Sammlungen: Eab. Bryoth. No. 709. Warnst. Sphagnoth. eur. No. 100. Einhäusig; ^ Aeste rosenroth bis purpurn, abstehend und hängend. Abweichender Habitus! Pflanzen robust, mit dichten, grossen Köpfen, bleichgrün ins Braune; durch die zahlreichen S Aeste rosig. Stengel steif und derb, bis über 20 cm hoch, 2 bis 4mal getheilt; Astbüschel mehr oder minder aus einander gerückt ; Aeste zu 7 — 13, davon 3 — 5 horizontal, kurz, keulig, mit dünnem Spitzchen. Holzcylinder dunkel violett- bis schwarzroth; Stengelrinde dünn, 2- und 3 schichtig, ohne Poren, aussen nicht durchbrochen. Steugelblätter klein, zurückgeschlagen, dreieckig, mit stumpf abge- rundeter Spitze, die hyalinen Zellen vielfach getheilt, mit resorbirten Membranen, nach den Rändern an Lumen w^enig abnehmend. Astblätter in der Mitte des Astes fast sparrig, aus eilänglicher Basis lang und schmal zugespitzt, schmal gesäumt, unterseits am Insertion sgelenk mit mächtigen Aussackungen ; Poren an der 119 Blattaussenfläche ziemlich zahlreich längs der Commissuren , oben sehr klein, unten grösser und rund, an der concaven Blattfläche unregelmässig' verstreut, grössere nahe den Bändern im mittleren Theile. Grüne Zellen elliptisch, centrirt, in der oberen Blatthälfte rings eingeschlossen, in der unteren beiderseits frei. Fruchtäste im Kopf. Perichätialblätter aus dimorphen Zellen, die hyalinen septirt, ohne Fasern, die grünen mit Tüpfelbildung. In etwas feuchten Kieferwäldern von Girgensohn 1847 bei Dorpat ent- deckt und auch aus Finland, Lappland und Schweden bekannt. — Als einzigen deutschen Standort notirt H. v. Klinggraeff (topogr. Flora Westpreussens, p. 127) Boguscher Forst bei Marien werder , wo er die Pflanze in der dichtrasigen Form {ß. congestum Eussow) in einem Polster sammelte. — Hier findet diese Art vorläufig ihre Südgrenze. Nach Hazslinszki auch bei St. Olaszi in der Tatra (Exemplare nicht gesehen). Sect. IV. Sphagna suhsecimda. Stengelrinde mit kleinen Poren, viele Oberflächenzellen aussen mit einer Verdünnung der Membran, zuletzt lüer durchbrochen (excl. Sph. ohesum). Astblätter oft einseits- wendig, breit gesäumt, grüne Zellen in der Mitte zwischen den hyalinen und beiderseits frei. Stengelblätter meist an der Basis am breitesten. Rasen weich. f Stengelrinde einschichtig. 13. Sph. siibsecunduiii Nees in Sturm, Deutschi. Flora 2, fasc. 17 (1819); Schimp. Entw.gesch. Torfm. tab. 22 (excl. ß). Synonyme: Sph. contortum var. subsecundum Wils., Brvol. brit. p. 22, tab. 60 (1S55). Sph. subsecundum a. heterophyllum Eussow, Beitr. p. 72 (1805). Sph. cavifolium Warnst, Eur. Torfm. p. 79 p. p. (1881). Sammlungen: Breutel, Musci frond. No. 21 p. p. Eab. Bryoth. No. 208, 704, 705, 712, 719. 720. Limpr. Bryoth. sil. No. 198 b. Warnst. Sphagnoth. No. 64. H. V. Klinggr. Un. itin. No. 47. Zweihäusig ; <^ Aeste braungrün, ockergelb his rostgelb. Rasen locker und weich, dunkel braungrün, ockergelb bis rostgelb, selten rein grün. Stengel holzig, doch schlank und zart, meist dicht be- ästet, mit lockeren, selten krausen Köpfchen; Aeste zu 3 — 5, die 2 bis 3 abstehenden verhältnissmässig kurz, allseits oder schwach nach unten gekrümmt, deutlich zugespitzt, locker, nach der Spitze einseitswendig beblättert. Stengelrinde einschichtig. Innen- 120 Aväncle spärlich mit kleinen Poren, die Aussen wand an der oberen Spitze zuletzt durchbrochen ; der Holzcylinder meist gebräunt- Stengelblätter klein, dreieckig mit abgerundeter Spitze und kleinen Oehrchen; nur im oberen Theile mit Fasern und Löchern; Saum nach unten stark verbreitert. Astblätter locker gestellt, sehr hohl, eiförmig, kurz zugespitzt, schmal gesäumt, mit oben eingerollten Rändern, reich faserig, an der ganzen Blattaussenfläche mit dicht gereihten, kleinen, runden Poren längs der Commissuren. Grüne Zellen in der Mitte zwischen den hyalinen, im Querschnitte schmal elliptisch bis rectangulär, beiderseits frei. Fruchtstände im Schopf. Perichätialblätter eilänglich, mit abgerundeter Spitze, rings breit gesäumt, aus dimorphen Zellen, die hyalinen im oberen Blatttheile rhombisch, faserlos, doch mit vereinzelten Poren. Kapseln klein; Sporen 0,028—32 mm; ockergelb, gekörnelt. An nassen Stellen tiefer Sümpfe durch das ganze Gebiet verbreitet , doch minder häufig als das folgende ; im Eiesengebirge bis 1 400 m , in den steirischen Alpen nach J. Breidler bis 1850 ra : nach Pfeffer am Berninapass bei 2300 m. — Wurde vor 1819 von Dr. med. Schnizlein auf der Schwaninger Haide bei Feucht- wangen in Mittelfrankcn entdeckt. — Aendert im Ganzen Avenig ab. Bald er- innert es in der Tracht und Färbung etwas an Sph. molle (dies die var. gracile C. Müller), bald an violluscum, seltener an teres (dies die var. teretiusculum Schlieph.). Braunroth gescheckte Formen ^ind selten, ebenfalls Formen mit sparriger Beblätterung (var. squarrosulum Schlieph.) oder mit gekräuselten Köpfchen (var. crispulum Kussow). 14. Sph. coiitortiim Schultz, Prodr. fl. starg., suppl. No. 93 (1819). Synonyme: Sph. obesum Wils. Bryol. brit. p. 22 (1855). Sph. auriculatum Schimp. Entw.-Gesch. p. 77 tab. 24 (1858). Sph. subsecundum ß. contortum Schimp. EntAV. - Gesch. p. 75, tab. 22 /?. et 23. Sph. subsecundum ß. isophyllam Euss. Beitr. p. 73 p. p. (1805). Sph. cavifolium Warnst. Europ. Torfm. p. 79 p. p. (ISSl). Sammlungen: Breutel. Musci frond. No. 22 p. p. Eab. Bryoth. No. 302, 551—553, 706, S02. H. Müller, Westf. Laubm. No. 224, 225. Limpr. Bryoth. sil. No. 199. Jack, L. & St., Kryptog. Badens No. 227. Warnst. Sphagnoth. No. 11, 12, 62, 63, 120—129, 188—190. Zweihäusig. Stets kräftiger als Sph. siihsecundiim. Rasen locker, oliven- bis schwarzgrün, doch meist ockergelb ins Braun- rothe gescheckt. Stengel bis 70 cm lang, im Wasser aufrecht, im Trocknen niederliegend; Aeste zu 3 — 5, die 2 — 3 abstehenden oft 121 mehr oder weniger bis ringelartig gekrümmt, meist dactiziegelig beblättert. Holzkörper meist roth , Stengelrinde stets ein- schichtig, innen mit einzelnen, sehr kleinen Poren; die Aussen- wand am oberen Ende zuletzt mit einer Oeö'nung. Stengelblätter gross, meist zurückgeschlagen, eilänglich, an der abgestutzten Spitze gezähnt; Oehrchen meist stark entwickelt, Saum gleich- schmal (2- und 3zellreihig) bis zur Basis, in der oberen Blatthälfte, oft bis zur Blattbasis fibrös und porös, doch im unteren Blatttheile nur je eine Pore in der oberen Zellecke. Ast- blätter sehr gross, decken sich entweder längs oder nur an der Spitze der Aeste, eilänglich. sehr schmal gesäumt, an der abge- bissenen Spitze 4 — 6 zähnig; an der ganzen Blattaussenfläche zahl- reiche kleine Poren längs der Commissuren, an der Innenfläche zerstreut, nahe den Bändern in Reihen. Grüne Zellen in der Mitte zwischen den hyalinen , beiderseits frei, im Querschnitte rectangulär bis quadratisch. Früchte selten. Perichätialblätter eilänglich, stumpf abgerundet, rings sehr schmal gesäumt, die oberen '^j^ fibrös, doch ohne Poren. yar. ß. obesiim Wils. Fast schwimmend, dunkel olivengrün bis braungrün. Stengel grün, Rinde spärlich porös, aussen nicht durchbrochen. Stengelblätter gross, zurückgeschlagen, länglich - dreieckig , an der kappenförmig bis abgerundeten Spitze fast fransig, rings schmal gesäumt, nur unten ohne Fasern. Aeste geschwollen, herabgebogen, nie gedreht; Astblätter schlaff und locker gestellt, im Wasser fast federig- abstehend, bald breiter, bald schmäler bis eilanzettlich , breiter gesäumt, Spitze mehrzähnig ; Poren spärlich auf beiden Blattflächen, meist nur in den Zellecken. Hierzu gehört auch var. plumosum Warnst, in Flora 1882, p. 597. In tiefen Sümpfen, tiefen Gräben und an überschwemmten Stellen durch das ganze Gebiet verbreitet, im Eiesengebirge bis 1400 m, in den Alpen nach Breidler bis 1600 ni; in den rhätischen Alpen nach Pfeffer im Fexthale bei 2100 m. — Die Stammform besitzt schneckenförmig aufgerollte Aeste mit ei- förmigen, lang zugespitzten Blättern; sie wurde im Bruche an der Eichhorster Pfarrwiese bei Jatzke unweit Neu - Brandenburg von Schultz entdeckt. Die Form rufescens Bryol. germ. I. p. 12 besitzt breitere und stumpfere Astblätter: Sph. auriciüatum Seh im p. sehr grosse Blattöhrchen ; die forma simplicissima Milde ist eine Wucherung von stengelartig entwickelten Aesten; die Form fluitans Jack, L. et St., Kryptog. Badens, No. 227 und die Form laxum H. Müll., Westf. Laubmoose, No. 224 , letztere eine Parallelform zu vorigem , jedoch zur var. ß. gehörig, besitzen sehr entfernt gestellte Astbüschel mit je 2 oder 3 kurzen 122 Aesten. — An var. ß. scliliesst sich nach seinen vegetativen Merkmalen das Sph. Pylaiei an, das jedoch einer anderen Section angehört und deshalb am Schlüsse beschrieben wird. -j-f Stengelrinde 2- und 3 schichtig. 15. Sph. laricinum Spruce Msc. 1847; Wils. Bryol. brit. pl. 23 (1855); Schimp. Entw.gesch. Torfm. p. 77 (1858). Synonyme: Sph. contortum ö. laricinum Wils. Bryol. brit. p. 23 (1855). Sph. neglectuni Angstr. (1864). Sph, curvifolium Wils. Mss.; Hunt (1867). Sph. subsecundum ß. isophyllum Kuss. Beitr. p. 73 p. p. (1865). Sph. cavifolium Warnst, Europ. Torfm. p. 79 p. p. (1881). Sammlungen: Limpr. Bryoth. sil. No. 198a. Warnst. Sphagnoth. No. 14—16, 185, 186. Zweihäusig. Habituell dem Sph. subsecundum gleich. Stengel- rinde 2- und 3- (selten 4-) schichtig; Innenwände porös; die Oberflächenzellen zuletzt am oberen Ende aussen mit einer Oeffnuug; Holzcylinder roth und durch die Rinde pruinos-rosig durchscheinend, ein Merkmal, das schon beim Sammeln auffällt. Stengelblätter ähneln denen von Spli. subsecundum.^ wie denen von Sph. recurvimi typicum, sie sind klein bis mittelgross, eizungenförmig, abwärts sehr breit gesäumt, die rhombischen Zellen oben oft schwach fibrös. Astblätter eilänglich- elliptisch (in der Regel also länger zugespitzt als bei subsecundum)., meist unsymmetrisch- einseitig; Poren sehr klein, in den oberen -/g der convexen Blatt- fläche dicht gereiht an den Commissuren; die Lagerung und Form der grünen Zellen wie bei Sph. stibsecundtmi. Perichätialblätter länglich und zugespitzt, rings breit gesäumt, die rhombischen Zellen des oberen Theiles selten mit Fasern und kleinen Poren. Kapsel wenig grösser; Sporen rostfarben, 0,028 — 32 mm, fein gekörnelt. In Sümpfen an sehr nassen Stellen, an tief versumpften Teichrändern, in Gräben, Tümpeln etc. zerstreut durch das ganze Gebiet. Wurde 1874 durch S 0. Lindberg für Deutschland an Exemplaren nachgewiesen, die A. Nord- mann in der Jungfernhaide bei Berlin gesammelt hatte. Jetzt ist diese Pflanze aus Ostpreussen (Lyck), Westpreussen (Neustadt), aus Brandenburg und Schlesien von mehreren Standorten, aus Thüringen (Waldau) : Braunschweig: Hannover (Bassum); Bremen (Lesumer Moor) ; Eheinprovinz (Eupen) ; Böhmerwald : um Waldmünchen (Progel) ; Algäu (Memmingen) : aus den Salzburger und steierischen Alpen bekannt. 16. Sph. platyphyllum (Sulliv.; Lindb.) Warnst, Flora 1884. Synonyme: Sph. subsecundum ß. isophyllum Euss. Beitr. p. 73 p. p. Sph. laricinum y. platyphyllum (SuU.) Lindb. Notiser 13. Heft, p. 403 (1874). 123 Öpb. platyphylluni No. sp. ? vel var. Spb. neglecti ? Süll. Mss. 186S. Sph. cavifolium Warnst. Eur. Torfm. p. 79 p. p. (1881). Sammlungen: Kab. Bryotb. No. 713 et 714. "Warnst. Sphagnoth. eur. jSTo. I.SO, 131 und 187. Zweihäusig-. Verhält sich zu S2)h. laricinum wie Sph. contor- tam zu Spli. suhsecimdum. Habituell an armästige, schlaffe Wasser- formen des Sph. contortum oder an kurzästige, turgide Formen des cymhifolium erinnernd. Käsen sehr locker, bleichgrün, meist schmutzig grün bis schwarzgrün. Stengel schlaff, ziemlich robust, unregelmässig beästet ; zum Theil astlos ; Aeste zu 1 — 3 , meist kurz und dick. Stengelrinde 2- und 3schichtig; Innen- wände spärlich mit sehr kleinen Poren; Oberflächenzellen an der Spitze aussen mit einer Verdünnung, zuletzt durchbrochen. Stengel- und Astblätter fast völlig gleichgestaltet. Stengelblätter gross, oval bis verkehrt - eilänglich , sehr hohl, an der abgerundeten Spitze durch septirte Zellen schwach fransig, abwärts sehr schmal gesäumt, bis zur Basis fibrös, doch nur in der oberen Hälfte mit sehr kleinen Poren längs der Commissuren. — Astblätter an- liegend, locker gestellt, gross und schlaff, sehr hohl, eiförmig oben abgerundet, kaum gezähnt, rings sehr schmal gesäumt, bis zum Grunde stark fibrös, in den oberen -73 an der Aussenfläche längs der Commissuren mehr oder minder dicht mit sehr kleinen Poren ; Lage und Form der grünen Zellen wie bei Sph. contortum. Ge- schlechtsorgane bei uns nicht bekannt. Auf überscbweraniten Sumpfwiesen, auf nassem Haidelande und in Gräben selten und bisher nur in der Ebene. Wurde in Flora 1882 von C. Warnstorf für das Gebiet an Exemplaren nachgewiesen, die Dr. Eöll und Eotb gemein- schaftlich am 13. August 1882 auf Bruchwiesen zwischen Mönchsbruch und Wall- dorf unweit Darmstadt, ferner Apotheker Beckmann am 4. October desselben Jahres bei Neuenkirchen nahe Bassum (Hannover) sammelten. — Westfalen: bei Warendorf (Dr. Winter); Schlesien: Ohleniederung zwischen Gross- Tschansch und Althof-Nass bei Breslau (R. v. Uechtritzl; Krain: Sumpfwiese bei Kosses nächst Laibach, 00 m (J. Breidler); hier findet es vorläufig die Südgrenze Sect. V. Sphagna squarros-a. Stengelrinde mit kleinen Poren, Oberflächeuzellen aussen mit einer (seltner 2) Verdünnung in der Membran und hier zuletzt durchbrochen. Astblätter meist sparrig, hyaline Zellen mit sehr grossen Poren und innen längs der grünen mehr oder minder papillös; grüne Zellen 1 24 bald in der Mitte zwischen den hyalinen und beiderseits frei, doch meist triangulär bis paralleltrapezoidisch , die Grundlinie des typischen Dreiecks an der Aussenfläche. Stengelblätter gross, zungenförmig, oben abgerundet und fransig. 17. Spli. squarrosum Pers. in Öchrad. Journ. Bot. 1800, p. 398; Schimp. Entw.gesch. tab. 6, %. 5; tab. 12, fig. 1 et 2; 17 et 27, fig. s'. Synonjnne: Sph. teres Warnst. Eur. Torfm. p. 120 p. p. (1881). Einhäusig! S Aeste sparrig beblättert, grüngelb, sich nicht verlängernd. Unsere stattlichste Art! Lockerrasig, blaugrün. Stengel 10 — 20 cm lang, starr und fest, gabelig getheilt; Holz- körper oft grün; Stengelrinde nicht dick, 2- (3-) schichtig, dünn- wandig. Poren der Zwischenwände klein und spärlich; die Ober- flächenzellen aussen mit einer Verdünnung, in seltenen Pällen mit einer Oefihung. Stengelblätter gross, zungenförmig, an der (zuerst kappenförmigen) breit abgerundeten Spitze rings durch mehjfach getheilte Zellen fransig, im unteren Theile die hyahnen Zellen nach den Kändern nur w^enig an Lumen abnehmend, daher der Blatt- saum sehr schmal; meist nur am Grunde einige Fasern und grosse Poren, die Membranen im oberen Theile grossentheils resorbirt. Mittlere Astblätter stets sparrig, breit eiförmig, hohl, schmal gesäumt, nach oben plötzlich in eine lanzettliche Spitze mit ein- gerollten Rändern verschmälert; die hyalinen Zellen längs der grünen durch Innenpapillen wie mehlig-be stäubt; Poren an beiden Blattflächen sehr zahlreich; auf der Innenfläche zumeist in den oberen ^/g mit Bevorzugung der Zellecken, unten in den seit- lichen Partien; auf der Aussenfläche im basalen Theile sehr gross und rund, dicht längs der Commissuren, in der oberen Hälfte ver- einzelt in der oberen Zellecke, reichlicher gegen die Blattränder; Chlorophyllzellen der Astblätter bald triangulär und der Aussen- fläche genähert, doch meist in der Mitte zwischen den hyalinen und beiderseits frei, im oberen Blatttheile beiderlei Zellen von gleicher Höhe, daher die hyalinen biplan, die grünen mit stark verdickten freien Wänden; im unteren Theile die grünen viel niedriger, daher die hyalinen biconvex. Die langgestielten Kapseln im Schopf. Perichätialblätter längs aus beiderlei Zellen, im unteren Theile nicht selten mit Bing- und Spiralfasern und kleinen Löchern. Sporen ockergelb, 0,025 mm. 125 var. ß. imbricatum Schimp. Syn. 2. edit. p. 836 (1876). Rasen dicht, semmelfarben. Holzkörper roth. Astbüschel ge- drängt; Aeste oft aufrecht, meist dachziegelig oder aiifrecht ab- stehend, beblättert; Innenpapillen sehr deutlich; grüne Zellen in der Mitte und beiderseits frei. Exsicc: J. L. & St., Kryptog. Badens No. 572. Warnst. Sphagnoth. No. 140, 171. Auf i|uelligen Wiesen- und Waldstellen, an Quellen und Buchen durch das ganze Gebiet verbreitet und meist reichlich fruchtend. — Höchster Standort : Hinterrheinijuellen bei 2200 m (Pfeffer). — Von Persoon auf dem Harze ent- deckt und zuerst in Blandow, Musci frond. exs. No. 50 ausgegeben. Var. ß. an minder feuchten Standorten. Ferner sind untei'schieden : var. ctisjndatum Warnst, (mit länger zugespitzten Aesten), var. Jaxum Braithw., var. ImmiJe Schlieph. (eine niedrige Form auf nacktem Schlamme) und var. compactnm Warnst. Die Papillen der Astblätter in den hyalinen Zellen längs der grünen sind am besten an Längsschnitten bei stärkerer Vergrösserung zu sehen; aUein auch sämmtliche Formen des Sph. teres zeigen sie hier noch ziemlich deutlich, wie denn überhaupt die var. ß. allmählich zu teres hinüberleitet, das sich schliess- lich nur durch mächtiger entwickelte Stengelrinde unterscheidet. Die verschiedenen Angaben über die Lagerung der grünen Astblattzellen (Fig. 32 e), erklären sich dahin, dass letztere bei stark squarrosen Formen an die Blattaussenseite rücken weshalb ich auch diese Section vor die CMsp«V7«fa-Gruppe gestellt habe. IS. Spli. teres (Schimp.) Aongstr. in Hartm. Skand. Fl. 8 ed. p. 417 (1861). Synonyme: Sph. sipiarrosum var. teres Schimp. Entw.gesch. Torfm. p. 64 (1858). Sph. porosum Lindb. 18B2. Sammlungen: Kab. Bryoth. No. 554, 702, 1153. H. Müller, Westf. Laubm. No. 229. Limpr. Bryoth. sil. No. 50. Warnst. Sphagnoth. No. 40, 41, 42, 173, 175. Zw ei häusig! Meist zweirasig; , bildet sich, wo die Pflanze in die Moortümpel hineinwächst, dabei verlängern sicli die Stengel und Pseudopodien, die Stengelblätter rücken aus einander, die hängen- den Aeste schwinden ganz; var. JongifoUum Lindb. ist eine astlose oder arm- ästige Form mit längeren Stengelblättern, die mehr den Astblättern gleichen. — Diese Art wurde von Mougeot bei Bruj'eres in den Vogesen zuerst gesammelt und Bruch mitgetheilt. — Lindberg nennt diese Species Sph. tenellnm Ehrh.: allein die ältere Literatur (auch G. F. Hoff mann, Deutschi. Fl. 2, p. 22) kennt nur ein Sjjh. tenellum Pers. und dieses ist in den alten Herbaren das Sph. squarrosulum Lesqu. •31. Sph. cuspidatum Ehrh. PI. crypt. No. 251 (1791). Synonyme: Sph. palustrc molle deflexum, squamis capillaceis var. fluitans Dill. Muse. (1741), p. 244, tab. 32, fig. 2 B. Sph. cuspidatiforme Breutel in Flora 1824, p. 437. Sph. hypnoides (Braun) Bruch in Flora 1825, p. ()29. Sph. laxifolium C. Müll. Synops. I, p. 1)7 (1848). Sph. cuspidatnm ß. plumosum Bryol. gerni. L 24 (1823). Sph. cuspidatum ß. submersum et ß. y. plumulosum Schimp. Entw. gesch. Torfm. p. 61, tab. 16, var. ß. (1858). Sph. variabile Warnst. Eur. Torfm. p. 58 p. p. (1881). Limpricht, L.iiibmoose. g 130 Sammlungen: Rab. Bryoth. 210, 211, 608, 715 — 717, 952. Jack, L. et St. Krypt. Badens No. 221—225. Limpr. Bryoth. sil. No. 197 a, b. Warnst. Sphagnoth. No. 50, 96, 115, 196. Erb. eritt. Ital. No. 1214. Zweihäusig. S Aeste schlank, bräunlich-gelb. Rasen weich, tief und locker, meist untergetaucht, grasgrün bis dunkelgrün. Stengel dünn und schlajff, oft sehr lang; Schopf in der Regel lax und klein; Aeste zu 1 — 4, meist alle abstehend. Stengel zuletzt innen hohl ; Stengelrinde von 2 (3) Lagen grosser Zellen , die sich scharf von den kleinen dickwandigen Zellen des meist bleichen, selten bräunlichgelben oder röthlichen Holzcylinders abgrenzen. Stengelblätter gross, verlängert dreieckig bis länglich, im oberen Theile mit Fasern und grossen Löchern, häufig mit eingerollten Seitenrändern, unten sehr breit gesäumt, mit Tüpfeln und grossen Oehrchen. Astblätter trocken wellig, schmal ei-lanzettlich-pfriemen- förmig bis ßzähnig, rings breit gesäumt, mit zahlreichen Fasern und wenigen kleinen Poren an der Blattinnenfläche mit Bevor- zugung der Zellecken; die grünen Zellen paralleltrapezoidisch. die längere Seite an der Blattaussenfläche. Fruchtäste sehr verlängert, längs des Stengels verstreut. Perichätialblätter aus dimorphen Zellen, die hyalinen der Blattspitze mit Fasern und grossen Löchern. Kapsel sehr klein, auf sehr langem Pseudopodium; Sporen braun- gelb, 0,028 — 0,036 mm, schwach gekörnelt. var. ß falcatum Russow, Beitr. p. 59 (1865). Aeste mit hakenförmig gekrümmter Spitze; Astblätter sichel- förmig-einseitswendig. var. ;' plumosimi Bryol. germ. I. p. 24 (1823). Dunkelgrün. Aeste sehr laug, federig-beblättert; Astblätter pfrieraenförmig, im oberen Theile des Blattes nur aus grünen Zellen. * seiTiilatum S c hl ieph. Beitr. p. 15 (1865). Astblätter oben an den Rändern entfernt iresäet. Exsicc: Warnst. Sphagnoth. No. 183. var. d'. mollissimiim Russow, Beitr. p. 61 (1865). Zart und weich, dem Sph. molluscnm täuschend ähnlich. Stengel- rinde 1- und 2 schichtig, weitzellig. Stengelblätter halten gestaltlich die Mitte zwischen recnn-um und cusxridatum, in den oberen % dichtfaserig, mit zahlreichen kleinen Poren und grossen Membran- lücken. Astblätter am Rücken dicht mit sehr kleinen Poren längs 131 der Commissuren, in den unteren - 3 die obere Zellecke mit 1 oder 2 grossen Löchern; Innenfläche rnit etwas grösseren Poren, welche die Zellecken bevorzugen. In tiefen Tortsümpfen, besonders in stagnirenden Wässern: Torfausstichen, Moortümpeln, Torfgräben etc. durch das ganze Gebiet verbreitet. Im Eiesengebirge imd im Algäu bis 1400 m, in Kärnthen nach Breidler bis 21U0 m. Unter- getauchte und schAviinmende Formen sind sehr häufig. — Schon durcli Dillen, Cat. pl. Giss. p. 229 (1718) als Sphagnum cauliferum et ramosum palustre, molle candicans , reflexis ramulis , foliis angustiorihus — für das Gebiet bekannt. — Sph. cuspidatum Ehrh. Dec. No. 251, Hannover, die als Stammform angesehen werden muss, ist nicht die häufigste Form. Ihr kräftiger Stengel schliesst mit einem deutlichen Astschopfe ab; die Stengelblätter sind aufrecht, faserlos und flach; der Fruchtast sehr lang und seine Blätter faserlos. — Sph. laxifolium C. Müll, ist häufiger, besitzt lockere, kleine Köpfchen; seine Stcngelblätter sind zurückgeschlagen und fibrös, den Astblättern ähnlich. Astblätter sichelförmig- gebogen, breit gesäumt; Perichätialblätter an der Spitze fibrös. Dasselbe dürfte die var. ß. und y. umfassen; Formen, deren Stengelblätter bis zum Grunde rings einen fast gieichbreiten Saum besitzen, sind seltener. — Im Wasser entwickeln sich zuweilen an den Spitzen der Aeste bei Sph. cuspidatum, Sph. contortum etc. junge Pflänzchen. ff Stengelrinde dickwandig, undeutlich vom Holz- cylinder abgegrenzt bis fehlend. 33. Sph. reciirviim Palis. Prodr. p. 88 (1805); Bridel (1826); Schimp. Syn. ed. 2 (1876). Synonyme: Sph. cuspidatum Schimp. Entw.gesch. Torfm. tab. 16 excl. var. Sph. intermedium Hoft'm. (l'ys) Deutsch. Fl. 2, p. 22 nach Lindb., Braithw. etc. Sph. variabile Warnst. Europ. Torfm. p. 58 p. p. Sammlungen: Sph. Mougeotii Schimp. in Moug. et Nestl. St. crypt. No. 1306 (1854). Rab. Bryoth. No. 202, 209, 708, 114*^ a b. H. Müller, Westf. Laubm. No. 2-31. Jack, L. et St. Krj^pt. Badens No. 571. Limpr. Bryoth. sil. No. 196. Warnst. Sphagnoth. No. BT, 111, 179. Zweihäusig; S Aeste an der Spitze dunkelgelb bis rostgelb. Polster ausgedehnt, weich, hellgrün ins Gelbliche bis ins Rostfarbene gescheckt. Stengel steif, spröde; Aeste zu 4 und 5, davon die zwei abstehenden lang. Holzcylinder bleich, Rinde 2- (selten 3- und 4-) schichtig, undeutlich vom Holzcylinder gesondert, grün, mit Plasma und Chlorophyll. Stengelblätter k 1 e i n , g 1 e i c h s e i t g t r i a n g u 1 ä r , unten durch enge, getüpfelte Zellen sehr breit gesäumt, ohne Pasern. Astblätter schmal eilanzettlich, trocken mit zurückgekrümmter Spitze 132 und wellig, schmal gesäumt, reich fibrös; Poren variabel, in Mehr- zahl an der Innenfläche, hier bei der Stammform ziemlich gross in allen Zellecken, aussen nur am oberen Ende jeder Zelle. Grüne Zellen an der Aussenfläche frei, dreieckig, innen meist von den hyalinen umschlossen (Fig. 42 d). — Perichätialblätter mit kleiner, zurückgekrümmter Spitze, meist aus einerlei Zellen, höchstens im oberen Drittel aus dimorphen Zellen ohne Fasern. Früchte im Schopf. Kapseln klein. Sporen'schwefelgelb, glatt, 0,028 — 0,032 mm. var. obtiisum Warnst. Bot. Zeit. 1877, p. 478 als Art. Synonyme: Spli. cuspidatum d. majus Eussow, Beitr. p. 58 p. p. (excl. Eab. Bryoth. No. 707). Sph. cavifolium 11. laricinum 6. lapponicum Warnst. Eur. Torfni. p. Uü. Sph. recurvum var. porosum Schliej)!!. et Warnst. Flora 1SS4. Exsicc: Eab. Bryotli. No. 712. Kräftig. Stengelblätter mittelgross, an der breit abgerundeten Spitze etwas fransig, oben faserlos oder mit schwachen Fasern. Astblätter mit zahlreichen kleinen Poren, die an der Aussenfläche in der Mitte der Wand, an der Innenfläche längs der Commissuren stehen ; die hyalinen Zellen (an der Blattinnenseite) auf eine weite Strecke gegenseitig verwachsen, daher fast biplan. An sehr feuchten Orten, Waldstellen, Mooren etc. durch das ganze Gebiet überall verbreitet, in den Alpen nach Mol endo bis 2200 m. — Wird schon von Bridel als Art aus Nord-Amerika neben S}]]!. cuspidaiiim Ehrh. aufgeführt: C. Müller stellte es in seiner Synopsis 184S als Synonym zu Sph. acutifoUmn Ehrh., allein schon weit früher bestimmten die Bryologen, z. B. Nees und Sendtner als Spli. recurvum stets die Form, welche Schimper in Synopsis 2. ed. als Art beschrieb. Das /Sp/t. ofcfnsMm Warnst., bei Arnswalde am Heiligen- Geist-See im Juli 1875 von Warnstorf gesammelt, fehlt in dessen Europ. Torfm. ganz, in Flora 18'>4 wird es als Var. 1 zu Spli. rec^ircum citirt, als Var. 11 figurirt dort var. porostim Schlieph. et Warnst., letztere gegründet auf No. 712 in Eab. Bryoth., die schon Eussow, Beitr. p. 61 als var. laricinum Aongstr. unterschieden liatte. Eussow vergleicht hier die Pflanze bezüglich der Poren- bildung mit var. ?;. molUssimum, wohin diese Form nicht gehören kann, vielmehr zu ö. majus p. p. ,,mit zahlreichen kleinen Löchern, die in der Mitte der Wand stehen". — Bei anderen Formen treten die Poren oft so klein und spärlich auf, dass sie scheinbar fehlen. * Sph. fallax v. Klinggr. topogr. Fl. Westpr. p. 128 (1880) ist eine der Wasserformen des collektivischen 82}^- cuspidatum, die nirgendhin recht passen. Es gleicht im Wuchs dem Sph. spectdbüe, ist aber viel zarter. Der steife, dünne Stengel ist bis 30 cm lang, doch fehlt ilnn die Kinde ganz. Die Stengelblätter gleichen dem 133 Spli. laxifoUum C. Müll., sie sind gross, bilden ein gleiclischenke- liges Dreieck, der Saum ist jedoch unten nicht verbreitert, sondern rings gleichbreit, die Fasern fehlen nur an der Basis. Saum und Poren der Astblätter wie bei Sph. recarvum. In tiefen T®rf graben Westpreussens , Montken bei St ahm (v. Klinggr.); Pelonken bei Danzig (^Scharlock). 2:{. Sph. rlpiiriniii Aongstr. in Övers. V. Ak. Handl. 21 p. 198 (1864). Synonyme: Sph. euspidatum y, speciosum et S. majus Kuss. (1865) Beitr. p. 57; figg. 3, 49, 64. Sphagnum speciosum v. Klinggr. (1872). Sph. spectabile Schimp. Syn. 2. ed. p. 834 (1876). Sph. variabile Warnst. Eur. Torfm. p. 58 p. p. Sammlungen: Rab. Bryoth. No. 707 et 1350. Warnst. Sphagnoth 108, 180, 181. Zweihäusig. Aeusserst kräftig, an Sph. squarrosum erinnernd, dunkel- bis bleichgrün, bis zur halben Länge oder nur mit den auffallend grossen Köpfen aus dem Wasser emporragend; Aeste zu 4 und 5, die langen, weit abstehenden 2 und 3 bogenförmig herab- gekrümmt und in der Mitte stark geschwollen. Stengel bis 50 cm und darüber hoch, dick, glasartig spröde, zuletzt innen hohl; Stengelrinde fehlt (Fig. 39), die dickwandigen peripherischen Lagen in der Regel kleiner als die nächst inneren ; Astrinde mit Retorten- öffnungen. Stengelblätter sehr gross, zurückgeschlagen, drei- eckig - z u n g e u f ö r m i g , an der abgerundeten Spitze durch Resorption tief eingerissen z w e i t h e i 1 i g , stets faserlos, die seitlichen Drit- theile nur aus grünen Zellen mit Tüpfeln. Astblätter schmal ge- säumt, trocken etwas gekräuselt, die mittleren mit sparrig zurück- gekrümmten Spitzen; grüne Zellen zumeist paralleltrapezoidisch und beiderseits frei; Poren an der concaven Blattfläche ziemlich gross und zahlreich längs der Commissuren, an der convexen Blattfläche in der ganzen Breite des mittleren Blatttheiles oder in den seitlichen Dritteln die Membranen am oberen Ende derZellen resorbirt, andernfalls hier 2 — 4 grosse Poren. Früchte im Kopf. Perichätial- blätter zumeist in den untern '^j^ nur aus Chlorophyllzellen mit Tüpfelbildung. Sporen braungelb. In tiefen Waldsümpfen füllt es besonders die Zu- und Abflüsse der Moore aus. Durch das Gebiet zerstreut, doch an jedem Standorte massenhaft. Von Russow 1865 als y. speciosum aus „Un. itin. crypt. H. de Klinggraeff (1864) No. 70. Sph. recurvum Pal. Beauv. — prope Schwarzort in peninsula curonense", für Deutschland nachgewiesen. Ost- und Westpreussen an mehreren Stellen V. Klinggraeff; Caspary); Mark nach Warnstorf: Landsberg a./W. ; Grunewald 134 bei Berlin; Schlesien an vielen Punkten, vorzüglich iin Iser- und Eiescngebirge bis 1200m; Fichtelgebirge am Eudolfstein (Molendo); Ehön: Unter -Bern- hard (Geheeb); Salzburg: Leopoldskronmoos (Bartsch); Steiermark bei Stadl (1870 m) und im Pinzgau bis 2000 m (Breidler). — Das typische SxjIi. ripnrmm Aongstr. besitzt nach Beschreibung und Exemplaren eine undeutUche Stengelrinde von 2 (3) Lagen grösserer Zellen und gleicht habituell dem Sph. ohtusum Warnst., dagegen hat Sph. spectabile Schimp. (var. y. speciosum Eussow) den Habitus von Sph. squarrosum und im Stengelquerschnitt werden die Zellen gegen die Peri- pherie immer kleiner und dickwandiger. — In den Formenkreis der Sph. riparium ziehe ich auch Sph. recurvum var. immersum Schlieph. et W. (Warnst. Sphagnoth. No. 181), eine ganz untergetauchte Form (Teufelskreise im Thüringer- walde) , die den federartigen Wuchs des Sph. cuspidatum besitzt, allein nach Eindenbildung, Form der Stengelblätter und den Membranlücken in den Zellen der Astblätter besser bei Sph. riparium einzureihen ist. Yorstehende Arten bilden die Sect. Eusphag'imm Lindb.: der einzige europäische Repräsentant der Sect. Hemithecji Lindb. dürfte vielleicht im "Westen unseres Gebiets sich noch nachweisen lassen, weshalb er zur Vervollständigung aller bisher bekannten Species der Torfmoose Europas hier beschrieben wird. Sph. Pylniei Bridl. Bryol. univ. I. p. 749 (1826). Synonyme: Sph. sedoides Brid. 1. c. p. 75ii. Sammlungen: Warnst. Sphagnoth. No. 134. Zweihäusig. Nach Habitus und Färbung an Hypmmi sar- mentosum und //. furgescens erinnernd; ganz einfache Pflanzen (var. sedoides Brid.) gleichen den astlosen Formen des Ä^?//. con- tortmn (simplicissimum Milde). — Färbung rost- bis schwarzbraun. Stengel einfach und wurmförmig (var. sedoides) oder zerstreut mit sehr kleinen, abstehenden und etwas gekrümmten Aestchen (selten 2 und 3 im Büschel) besetzt; die hängenden Aeste fehlen ganz. Die Axen dünn und gebräunt, Holz- und Markzellen sehr dickwandig, mit Tüpfeln; Aussenrinde 1- (2-) schichtig, grosszellig, ohne Poren, in der Kinde der Aeste und der einfachen Stengel- gebilde die langgestreckten , retortenförmigen Zellen aussen mit einer grossen Oeffnung (ähnliche linden sich auch bei der Normalform zuweilen an der Insertionsstelle eines Stengelblattes). — Stengel- und Astblätter nur in der Grösse verschieden, locker an- liegend, eiförmig, abgerundet, sehr hohl. Im Blattwinkel zahlreiche kurze Keulenhaare. Blattöhrchen der Stengelblätter klein; basale Zellreihen doppelschichtig, nach aussen gebaucht, Innenwände mit Tüpfeln, Blattsaum sehr schmal, 2- und 3zellreihig, mit Tüpfeln, aufwärts hyalin und etwas breiter. Hyaline Zellen mit zahlreichen 135 Ringfasein, die nach innen so stark vorspringen, dass ihr rundes Lumen im ausgebreiteten Blatte täuschend Poren längs der Zell- mitte ähnlich sieht; die Porenbildung fehlt beiden Blatt- flächen, doch sind die Zelhvände an der Blattaussenfläche merk- lich dünner, so dass hier unter Umständen wohl eine theilweise Resorption eintreten könnte. Chlorophyllzellen breit, im Querschnitt gleichhoch mit den hyalinen, rectangulär bis paralleltrapezoidisch, in der Mitte zwischen den hyalinen und beiderseits frei, rings stark verdickt (besonders die freien Wände), daher das Lumen klein, oval bis dreieckig - oval , dem concaven Rande mehr genähert. — Ast- blätter kleiner, Spitze breit gestutzt und gezähnt. Kapsel (nach Lindberg) eingesenkt, sehr klein, etwas höher als halbkugelig, ent- deckelt weitmündig; Spaltöffnungen fehlen. Deckel sehr breit, convex. Sporen bleichgelb. Wurde bereits von La Pylaie „inter niontes Ärrees ad pedem montis St. Micliael pro})e Chateaulin (depart. Finistere in Frankreich) entdeckt und von Bridel als Sph. sedoides beschrieben. Hier wurde die Pflanze neuerdings durch C a m u s wiedorentdeckt. — Früchte sind nur aus Nord- Amerika durch Austin bekannt. Nachträgliche Bemerkung. Inzwischen wurde Sph. imbricaUim Hornsch. durch Holler und Hu her für Bayern au Exemplaren nachgewiesen, die Dr. Arnold 1861 im braunen Jura: Torfsümpfe der Haidomühle bei Pegnitz in Oberfranken sammelte. (Arnold, Laubmoose des fränkischen Jura p. 7;J sub Sph. ctjmbifolium.) IL Ordnung. Andreaeaceae. Musci calyptrati, operculati, schistocarpi Brid. (1 826) Bryol. univ. p. XLI. Musci frondosi spurii B. schistocarpi Hampe in Flora 1837, p. 287. Bryinae anomalae. Ordo H Schizocarpae Schimp. (1876) Syn. 2. ed. p. '^11. Eine streng in sich abgeschlossene Gruppe, die nur in den vegetativen Merkmalen an Grimmia erinnert, nach den entwicke- lungsgeschichtlichen Charakteren jedoch als Bindeglied zwischen die Sphagnaceen und Bryineen sich einschiebt, während sie das Oeöhen der Kapsel mit den Lebermoosen gemeinsam hat, denen sie früher (von Hübener noch 1834) zugerechnet Avurde. Unter den Leber- moosen treten ihnen die Sendtnera - Arten habituell am nächsten. Rasenbildende, meist kleine Felsmoose (nie auf Kalk) von ge- bräunter bis schwarzer Färbung, deren Sporenvorkeim sowohl fädig als lappig-verzweigt und baumförmig auftritt. Stengel starr, zerbrech- lich, durch Linovationen aus der Region der Hüllblätter sympodiai und gabelig verzweigt, seltner durch nachträgliche Sprossung aus tieferen Blattcyclen unregelmässig beästet, stets reich beblättert, drehrund, 136 Fi?. 51. ohne axiles Leitbündel, Zellen gleichartig, dickwandig, mit Tüpfel- bildiing, nach aussen gelb, kleiner und englumig. Oft finden sich längs des Stengels zerstreut kurze, gegliederte Keulenhaare. — Rhizoiden nur am Grunde, oft band- artig verbreitert und als Haftorgane dem Gesteine sich dicht anschmie- gend. Untere Blätter klein, abfal- lend, daher der Stengel abwärts nackt. Blätter starr, zerbrechhch; Blatt- zellen klein, sehr dickwandig, zu- weilen mit Tüpfeln, oft papillös, doch meist nur an der Aussenfläche (Fig. 8) besonders im oberen Blatt- theile und stets die Papille dem Zelllumen aufsitzend ; Blattrippe (wenn vorhanden) olme Blattbündel, aussen oder beiderseits convex, die gestreckten , dickwandigen Innen- zellen mit Tüpfeln. Blätter und Stengel reich an Oel. An feuchten und ülDerrieselten Stand- orten sind die Blätter oft mit dein Faden- geflecht von Ephebe pubescens (L.) Fries bedeckt, das für secundäres Protonema ge- halten werden könnte. B 1 ü t h e n s t a n d *) monöcisch, selten diöcisch; beiderlei Blüthen gipfelständig, knospenförmig , durch nachträgliche Sprossung pseudo- lateral, in der Regel die gleichen Ge- schlechter zu mehreren hinter ein- ander. A n t li e r i d i e n wenige , gross, mit länglichen Schläuchen und kürzeren Stielen (Fig. 16), häufig mit langen, gebräunten, oft oben bandartig verbreiterten Paraphysen gemischt. (Fig. 19) wenige, mit kurzen Paraphysen, die meist grösser und scheidenförmig zusammen- Andreaea litt. angustata Lindb. in Habitnsbild -3JL. Archegonien Perichätialblätter *) Bei Feststellung desselben sei Vorsicht angerathen, da diesbezüglich in den älteren Werken falsche Angaben sich finden. 137 Fiir. 52. gewickelt. Zuweilen sind die Randzellreihen der Spitze (häufiger noch bei den Laubblättern) durch theilweise Auflösung entfärbt und hyalin. Sporogon mittelst eines kaum angeschwollenen, kegelförmigen oder ovalen Fusses in das Scheidchen eingekittet, nach der Aus- bildung der Sporen mit der Vaginula durch ein weiches und weisses Pseudopodium (Anthophorum bei Ehrh.), das sich später ver- härtet und bräunt, über die Hüllblätter empor- gehoben. Das Pseudopodium gleicht ana- tomisch dem Stengelgewebe. Die reife Kapsel (Conioecium bei Ehrh.) meist eilänglich, mit deutlichem Spitzchen, glänzend braunroth bis schwarz, Scheitel und Basis lichter gefärbt; die Aussenschicht (Epi- dermis) zeigt dickwandige, gestreckt -rectan- guläre Zellen, doch fehlen die Spaltöffnungen. Die Kapsel öffnet sich unter dem Scheitel (Conjunctorium bei Ehrh.) , durch 4 — 6 (8) Längsrisse bis unterhalb der Kapselmitte oder bis an die Basis in eben so viele dunkel gefärbte Klappen (Valvulae Ehrh.), welche bei trockenem Wetter, indem die Kapsel sich verkürzt, reifenartig aus einander weichen und so die Sporen-Aussaat gestatten, während sie bei feuchter Witterung sich schliessen. Der Sporensack überdachtglockenförmig das obere Ende der 4 kantig -säulenförmigen Co- lumella (Styliscus Ehrh.) und ist von dem übrigen Wandgewebe durch keinen cylindri- schen Hohlraum getrennt. Er erreicht in der Regel den Kapselgrund, und deshalb ist die ungetheilte Basis der Kapsel vom Insertions- punkte der Klappen abwärts (die Apophysis Fmchtast von Androaea bei Ehrh.) nicht als Hals aufzufassen. petrophila (M). h un- Die mützenförmige, zarte, weissliche oder g^theilte Basis der Kapsel; gebräunte, anliegende und leicht abfällige ^' ^^''^^'^^^ ^^^^P^^'^S«"^ ^ Haube krönt meist nur den Fruchtscheitel V^"f' 't^ ^-^T-x- i*'^ . K.apsel; p Pencliaüal- und wird schon vor der Sporenbildung ab- biätter; ps Pseudopodium, gesprengt. Als seltene Ausnahme beob- achtete ich einige Fälle, dass das Sporogon, ganz ähnlich wie bei den Lebermoosen, die Haube am Scheitel durchbrochen hatte. _ 138 Sporen gross, im Mittel (),0o4 mm. Die Andreaeaceen stehen bei S. 0. Lindberg, dem Milde in der Bryol. sil. folgte, zwischen den acrocarpischen und pleurocarpischen Bryineen; bei Milde (1869) als Subsect. Musci schizocarpi, bei Lindberg (1S7S) als Farn. 18 hinter den Grimmiaeeen. 2. Gattimg: Aiulreaea Ehrh. Hann. Mag. 1778 p. 1601. Geschichtliches: Wurde von Ehrhart dem Apotheker J. G. K. Andreae in Hannover zu Ehren (die Schreibung Andraea hat sich nicht eingebürgert) auf A-iietrofliila gegründet; doch waren andere zu dieser Gattung gehörige Moose schon in Lichenastrura alpinum, atro-rubens teres, calycibus squamosis Dill. Hist. Muse, p. 305, tab. 73, fig. 39 {Andreaea alpina (L.) Sm.) und L. alpinum, nigricans, foliis capillaceis reflexis p. 507, tab. 73, fig. 40 (A. Bothn var. falcata (Schimp.) Lindb.) beschrieben, die Linne als Jungermannia alpina und Jung, rupesiris bezeichnet hatte. Es ist keineswegs erwiesen, was Jungermannia rupestris L. darstellt, doch verstand Eoth (1802) darunter die Pflanze, welche Web. & M. (1807) A. Rothii benannten. Auf alle Fälle hat Hedwig Verwirrung angerichtet, indem er als A. rupestris die sichelförmig beblätterte und als A. alpina die all- seits aufrecht-beblätterte Form der A. petrophila Ehrh. als zwei getrennte Arten beschrieb. Ihm folgten die deutschen Bryologen mit Ausnahme von Wallroth (1831), der auch A. nivalis Hook, zuerst für das Gebiet nachwies; doch erst nach der monographischen Bearbeitung dieser Gattung von Thedenius (Observ. de spee. Scandin. generis Andreaeae in Nya Bot. Notiser 1849) wird A. alpina (L.) Smith, zuerst von K. Müller (1853) in Deutschlands Moose, allgemein aus der Zahl der deutschen Arten ausgeschieden. Inzwischen wurden durch Bruch A. crassinervia und durch J. W. P. Hüben er A. frigida anfgestellt, doch blieb letztere lange unbekannt, weil sie in der Hepaticologia germ. nicht gesucht ^T^irtle. — A. Heinemannii C Müll. (,1840) wird vom Autor selbst 1848 als Var. zu A. crassinervia gestellt. In der Bryol. eur. (1855) degradirt Schiniper. wie früher schon Hook er und C.Müller, die nirgendwo veröffentlichte ^. ör/w- sitlana Bruch zur Varietät, übersieht A. frigida Hüben. vöUig und vermehrt die deutschen Arten durch A. alpestris und A. falcata, die schon früher von Thedenius und C. Müller als Varietäten unterschieden wurden ; doch erblickten alle späteren Beobachter in der letzteren Art nur eine kümmerliche Form der A. Bothii W. & M. — Mit den nachstehenden besitzt Europa gegenwärtig 14 Arten, von denen die ausserdeutschen sämmtlich dem Norden angehören, nur A. alpina (L.) Sm. findet auch auf den britischen Inseln weite Verbreitung. Uebersicht der Arten von Andreaea. A. Laubblätter ohne Rippe, unterseits papillös, meist eilanzettlicb, niemals pfriemenpförmig. a. Blätter nicht glänzend ; Blattzellen reichlich mit Tüpfeln, Pa- pillen gross. f Blätter meist kurz zugespitzt . . . A. petroph/la 24. ff Blätter lang zugespitzt . ■ . . . A. sparst foUa 25. b. Blätter glänzend , Zellen kleiner, Tüpfel spärlich, Papillen schwächer bis fehlend A. alpesirls 26. B. Laubblätter mit Rippe, aus breiterer Basis meist pfriemenförmig oder lanzettlich-linealisch. a. Perichätialblätter zusammengewickelt, grösser als die Laub- blätter, letztere ohne Papillen. * f Kippe der Laubblätter auslaufend, kräftig. * Rippe in den Laubblättern den ganzen Pfriementheil ausfüllend. § Blätter straff, sichelförmig, einseitswendig A. crassinervia 27. §§ Blätter schlaff, trocken stark verbogen A. angnstata 28. *''" Rippe nur die obere Hälfte der Pfriemenspitze aus- füllend A. Hnnin 29. ff Rippe der Laubblätter in oder vor der Spitze erlöschend. * Innere Perichätialblätter mit Rippe bis zur Spitze: Laubblätter aus ovaler Basis rasch breit pfriemenförmig A. Botin i 30. -■■' Innere Perichätialblätter ohne Rippe: Laubblätter gleich- massig verschmälert A. frigida 31. b. Perichätial- und Laubblätter gleich gestaltet, alle beiderseits papillüs A. nivalis 32. A. Euamlreaea Lindb. in Musci Scand. p, 31 (1879). Perichätialblätter sehr gross, scheidenförmig und zusammen- gewickelt. Kapsel 4 rissig. a. Blätter ohne Mittelrippe. •24. And. petropliila Ehrh. in Hann. Mag. 1784 (9 Stück), p. 140 et in Beitr. I. p. 192; Bryol. eur. VI. t. (J23. Synonyme: Jungermannia alpina L. Sjj. pl. 1135, No. 22 (ITö.j). Andreaea rupestris Hedw. Sp. Muse. 47. t, 7, %. 2 (1801). Kah., Deutschi. Kryptfl. II. p. 71. A. alpin:! Hedw. Sp. Muse. t. 7, fig. 2; Turn. Muse. Hib. l.i (lSü4i: Web. & Mohr, Bot. Taseh. t. 2, fig. 3, 4 (1807); Eab., Deutschi. Kryptfl. IL p. 71. Einhäusig; jedes Geschlecht eigene Sprosssysteme. Rasen meist zerfallend, grüngelb, braunroth bis schwarzbraun. Stengel 1 — 2, 140 selten bis 3 cm lang. Blätter meist unsymmetrisch , eilänglicli bis eilanzettlich, schief zugespitzt, zuweilen am Rande durch vor- springende Zellen kerbig, an der Unterseite mit sehr grossen, farblosen Papillen; Lamina stets einschichtig, Zellen besonders in den Zellecken sehr stark verdickt, am Rande rundlich, kleiner (0,01mm), längs der Blattmitte länglich, oben 0,017 mm oder rund 0,014 mm, am Blattgrunde hnear, mit Tüpfelbildung. — S Blüthen wenig auffällig, Hüllblätter stumpf, Antheridien mit ein- zelnen fadenförmigen Paraphysen. $ Hüllblätter ohne Stachelspitze. Geschlossene Kapsel 0,8 mm lang, ungetheilte Basis •^9, am häufigsten V;;- Sporen ungleich gross, kugelig bis oval, trüb grün- lichbraun, 0,024 — 0,028, selten 0,036 + 0,025 mm. Reife im Frühlinge. yar. ß rupestris (Hedw.) Wallr. Fl. germ. crypt. I. p. 192 (1831). Synonyme: Andreaea rupestris Hedw. Spec. Muse. p. 47, t. 'd, fig. 2 (1801); A. petrophila x. homomalla Schimp. Syn. ed. 1, p. 661 (1S60). Kastanienbraun bis schwärzlich, minder papillös. Blätter auch feucht einseitswendig, mehr oder weniger sichelförmig. Durch das Gebiet vom Hügellande bis auf die Hochalpen an allerhand Fels- arten häufig, doch fehlt sie auf reinem Kalk. In der norddeutschen Tiefebene hier und da in kleinen Raschen an erratischen Blöcken, Chaussee- imd Leiehen- steinen, z. B. Ostpreussen (Sanio), Westpreussen (H. v. Klinggraeff) , Schleswig (Prahl), Hamburg (Wahnschaff) und bei Sagan und Grünberg in der schlesisehen Ebene (Everken, Hellwig). Die ersten deutschen Exemplare wurden in Seh raders Systematischer Sammlung 2 No. 21 aus Hessen ausgegeben; als Junger mannia nipina war sie schon Weber 177S (Spicil. p. 152) aus dem Harze (Brocken, Rammeisberg und Andreasberg) bekannt. — Var. ß. ist die Hochgebirgsform an isolirten Felsblöcken und gleichfalls von den mitteldeutschen Gebirgen bis in die Alpen häufig; auch sie war schon Weber (Spicil. p. 154) als Jg. rupestris vom Brocken im Harze bekannt. In der Bryol. eur. hat Schimper eine lange Reihe von Formen mit Namen belegt und tab. 624 und 625 abgebildet; allein das Ordnen eines reichlicheren Materials danach ist eine wenig dankbare Aufgabe, denn in diesem Sinne ist bei jeder gemeinen Art der Formenkreis unbegrenzt. Var. ß. acuminata Br. eur. (Rabenhorst, Bryoth. No. 52 und 369) ist braungrün mit langen, zugespitzten Blättern und grossen Papillen; /. flaccicla Br. eur. mit schlaffem Stengel, lang zugespitzten, längeren Blättern, die sparrig abstehen; 6. squarrosula Br. eur. ist niedrig, mit sehr sparrigen und breiteren Blättern; f. sylvicola Br. eur. (Jack, L. & St., Krypt. Badens 769) mit aufsteigenden Stengeln und grossen, lanzettlich- zugespitzten Blättern; ^. gracilis Br. eur. (Erbar. critt. Ital. No. 178), schlanke Form mit verlängerten, fast flagellenartigen Aesten; ij. alpieola Br. eur., dicht- 141 rasig, mit sehr schlankem Perichätium ; 9-. pygmaea Br. eur. Sehr klein; Blätter kurz zugespitzt; /. robiista Br. eur. sehr kräftig, rasig-polsterförmig. 35. And. sparsifolia Zetter st. Monogr. Andr. p. 32, No. 4 (1855). Synonyme: A. petrophila var. sparsifolia Lindb. Spitsb. Moss. p. .")5'.) (1S67) et in Braithw. Brit. Moosfl. p. !) (1S80). Blüthenstand wie bei Ä. petrophila^ der sie in jeder Beziehung nahe steht. Käsen locker, bräiinlich-olivengrün , 2 — 3 cm hoch, in Färbung und Wuchs an A. nivalis erinnernd. Stengel aus nieder- Fig. 53. liegendem Grunde aufrecht, schlank und brüchig. Blätter locker gestellt, aus aufrechter Basis allseits abstehend bis sparrig, trocken verbogen und angedrückt , länger und schmäler (bis 1,2 mm lang, + etwa 0,27 mm breit) als bei der vorigen, allmählich lang zugespitzt, Fig. 53 a, mehr hohl, unterseits mit grossen hyalinen Papillen. Blattzellen dickwandig, mit Tüpfeln, im untern Drittel verlängert rectangulär , im mittleren oval, im oberen rundlich (0,01 — 0,014 mm). S Blüthen wenig die inneren Hüll- blätter eiförmig, lang zuge- spitzt, am Kande crenulirt, das innerste nicht papillös ; Anthe- ridienschlauch eilänglich 0,2 mm lang. Stiel etwa Vs so lang, Para- physen sehr spärlich und kurz. Perichätialblätter verlängert, die inneren breiter, länglich - lanzettlich , zusammengewickelt, alle all- mäiilich zugespitzt und am Kande crenulirt. Wurde nach de Notaris (Epil. p. 746) für die Alpen von Garest ia im August 1863 an jähen Felsen des Tagliaferro (bei 3000 vni im Thale Sessitana (Tessiner Alpen) entdeckt. Hierher gehört unzweifelhaft eine Form, die Pfarrer Hier. Gander am 14. September 1874 in dunklen Felshöhlen auf der Thurner Alpe (2(100 m) bei Lienz in Tvrol sammelte und die seinerzeit Juratzka als Fig. 53 b auffällig , Andreaea sparsifolia Zett. a Laulj- blatt [^-^). b Spitze eines Laubblattcs 142 A. petrophila var. homomalla'^ bestimmte. Sie ist als Höhlenform äusserst schlaff, mit sehr locker gestellten, sparrig-rückwärts-gebogenen Blättern, die nach Form, Färbung, Zellnetz mit der skandinavischen Pflanze übereinstimmen, doch messen sie nur bis 1 mm, und die Blattzellen in der oberen Hälfte nur 0,009 mm. 36. And. alpestris (Thed.) Schimp. Bryol. Eur. VI. t. 626 (1855). Synonyme: A. petrophila var. alpestris Thed. in Nya Bot. Not. 1S49, p. 79, fig. 45 — 47. Einhäusig; jedes Geschlecht eigene Sprosssysteme. — Der A. petrophila sehr nahe stehend. Rasen breit und dicht kissenförmig, schwarzroth bis tiefschwarz, stets glänzend. Stengel aus nieder- liegendem Grunde aufrecht, fadenförmig (nur 0,16 mm diam.), durch die trocken anliegenden Blätter drahtfein, reichästig. Blätter viel kleiner als bei jjefropJnla^ gedrängt, feucht aus anliegendem Grunde allseits abstehend, etwas schief eilängiich, stumpf, am Rande oft hyalin, aussen schwach papillös, die c? und $ Hüllblätter hier oben mit langen Papillen; Zellen rings fast gleichmässig verdickt, in der oberen Blatthälfte kleiner als hGipetro2)]iila, iiindlich-hexsi- gonalbis queroval (0,009 — 0,007mm), in der unteren gestreckt- rectangulär, Tüpfel spärlich bis fehlend. — cJ Blüthen klein, Hüll- blätter plötzlich zu einem Spitzchen zusammengezogen, Antheridien- schlauch dick, 0,35 mm lang, wenige kurze Paraphysen. $ Blüthen mit einzelnen kurzen Paraphysen, die Innern Hüllblätter stumpf, minder eingewickelt. Geschlossene Kapsel bis 0,8 mm lang, ungetheilte Basis ^l^. Sporen dunkel grünlichbraun, in derselben Kapsel un- gleich gross, die grössten 0,024—0,028 mm, wie rissig runzelig, die kleinen (0,014 mm) wahrscheinlich nicht keimfähig. Reife nach dem Schmelzen des Schnees. Diese alpine Species, welche für das Gebiet zuerst von Schimper (Bryol. Europ.) vom Sidelhorn (Grimsel) in der Schweiz nachgewiesen wurde, liebt periodisch überrieselte Felsplatten, die sie meist gesellig mit dem in Färbung und Tracht ganz ähnlichen Gymnomürium alpinum (Gottsche) Limpr. in litt. . dem früheren SarcoscypJms alpinus G. , in ausgedehnten, breiten Käsen bedeckt. In Schimpers Syn. 2. ed. werden als Standorte nur noch der St. Gotthardt und der Simplon in der Schweiz notirt; allein sie war schon anderweit bekannt durch de Notaris, durch Pfeffer' s bryogeogr. Studien aus den rhätischen Alpen: Morteratschgletscher, Curaletschalp im Albula, Brondascathal, Beverserthal, Heuthal am Bernina (sämmtlich zwischen 1330 — 2230 m) und durch Lorentz und Mulendo aus den Tauern : Felbertauern, Tabrerkogl und Messerling, ferner am Eettenstein in Nordtirol. Für die übrigen Theile der Alpen hat sie Br eidler nachgewiesen: Vorarlberg: Gross - Vermontalpe bei 2100 m; Steiermark: Eiskaar bei Schladming bei 2300 m; Kärnthen: Gradenthal bei DöUach bei 2(i00m. — In den mitteldeutschen Gebiriren findet sie sich nur im Böhmerwalde: Arber- 143 gipfel bei 1500 ra (Molendo) ; im Eiesengebirge: Riesengrund iind Kesselkoppc bei 1250 m und nach Sanio am Brocken im Harz. — Die Pflanze bleibt sich an den verschiedenen Standorten ziemlich gleich. Auf der Tantclalpe im Maltathaie in Kärnthen bei 2230 m sammelte J. Breidler eine braunrothe, stark glänzende Form mit spitzen, am Rande breit wasserhell ausgebleichten Blättern, deren stark verdickte Zellen an der Blattaussenfläche auch in den Hüllblättern nur mamillen- artig vorgewölbt sind. Eine äusserst zarte Form (A. tcnclla) sammelte N. C. Kindberg im Aug. 1855 (hospice de Venasque) in den Pyrenäen. b. Blätter mit Mittelrippe. 27. And. crassinervia Bruch in Denkschr. Akad. Münch. 1828, p. 279, No. 1, t. 10. Sammlungen: ßreutel, Musci frond. No. 84. Rab., Bryoth. eur. No. 52. Einhäusig; S und $ eigene Sprosssysteme. In schwarzen, etwas glänzenden Raschen, starrer und zerbrechlicher als die Fig. 54. Andreaea crassinervia Bruch. ^J . a Laubblatt, b die beiden inneren Perichätialblätter. übrigen Arten. Stengel l^/^— 2 cm lang, dünn (0,14 mm). Blätter meist einseitswendig bis aufrecht - abstehend (0,0 + 0,22; bis 144 l,o5 + 0,27 mm), aus eiförmiger Basis rasch sclimal-ptriemenförmig spitz und gekrümmt. Blattrippe breit, unten verflacht (Insertion 2 und 3 schichtig), die Hälfte der Lamina einnehmend, die Pfriemen- spitze jedoch ganz ausfüllend (Fig. 54 a) 4 und 5 schichtig, und nur an deren Grunde einen schmalen 2 — 1 schichtigen Saum frei lassend. Blattzellen überall rundlich-quadratisch im Mittel 0,01 mm, sehr dickwandig, im Pfriementheile zuletzt mamillös. S Blütheu klein, armblätterig, die beiden Hüllblätter oval, zugespitzt, aussen ohne oder mit schwachen Papillen; Antheridien spärlich, Schlauch 0,28 mm, Paraphysen zahlreich, goldbräunlich, verbogen. Das Peri- chätium sehr lang und schmal; die beiden innern $ Hüllblätter länger, stark zusammengewickelt, allmählich zu einer langen verdickten Spitze ausgezogen, Fig. 54 b, aussen nicht oder schwach papiliös, Archegonien mit wenigen kurzen Keulenhaaren. Kapsel länglich, scliwarz (0,93 + 0,27 bis 1,3 -f- 0,6 mm), mit stumpfer Spitze, die ungetheilte Basis schwärzlich, bis 0,4 mm hoch. Die Kapsel besitzt ein rudimentäres, von den Kandlappen des Scheidchens locker umhüUtes Stielchen. Sporen 0,028 — 0,032 mm, dunkelbraun, schwach gekörnelt. Liebt periodisch berieselte Felsplatten, die sie in l)reiteii Eascn, oft gesellig mit Sarcoscyplms spJiacelatus überzieht. Wurde vom Apotheker Märker 1825 in der Schweiz an Felsen auf der Grimsel in dichten, schwarzbraunen Käsen entdeckt ; später wurde sie hier auch unter dem Hospiz an den Felsen „helle Platte" und am Todten-See gesammelt. Mir aus der Schweiz nur noch von Felsen des Haslithales oberhalb der Haudeck (Schefflei*) und auf dem Schilde im Kanton Glarus angeblich auf Kalk (Hepp) bekannt. In den deutsch-österreichischen Alpen: Schwarzwand im Grossarlthale in Salzburg ca. 1600 m (Breidler am 27. Aug. 1S80); diese Pflanze wurde mir als A. rupestris gesendet, allein sie findet als forma intermedia bei A. crassinervia einen besseren Platz: der Pfriementheil der meist nicht sichelförmigen Blätter ist etwas breiter und besitzt beiderseits eine schmale Lamina, die bis gegen die Spitze deutlich ist ; die typische Art sammelte Breidler spärlich am Eantengraben in der Krag gau. Die alpinen Standorte von Lorentz, Mol endo etc. beziehen sich, soweit ich Exemplare ver- gleichen konnte, auf A. frigida. ■ — In Skandinavien ist A. crassinervia häufiger. — Hierzu gehört als forma depmiperata auch Andreaea Heinemamii i Hampe & C. Müll, in bot. Zeit. 1846, p. 324, tab. 2. 38. And. aiig'iistata nov. sp. Lind, in litt, ad Breidler 1884. Einhäusig. (Habitus Fig. 51, p. 136). Raschen sehr klein und locker, zerfallend, schwarz, ohne Glanz. Stämmchen etwa 5 mm lang, nur bis 0,14 mm dick. Untere Blätter klein; Schopfblätter grösser, flatterig, schlaff 1,4 mm lang + 0,35 mm breit, aus an- gedrückter Basis rasch in einen langen, schmalen, mehr- fach verbogenen und fein zugespitzten Pfriementheil 145 verschmälert, der ganz von der 2- und 3 schichtigen Rippe gebildet wird, ohne Papillen; Blattrippe unten schmal und 2 schichtig. Zellen im unteren Theile der Lamina rectan- gulär, mit getüpfelten Wänden, im oberen rundlich-quadratisch 0^008 — 0,01 mm. J Blüthen klein, innere Hüllblätter oval, mit kurzer Spitze, ohne Rippe und ohne Papillen, an den Rändern un- regelmässig ausgefressen-gezähnt; 4 oder 5 kurz gestielte Antheridien, Schlauch 0,2 mm, Paraphysen fehlend oder vereinzelt, fadenförmig, so lang als die Antheridien, $ Hüllblätter locker umgewickelt, sehr breit, mit crenulirten Rändern, plötzlich zu einem kurzen, zurückgebogenen Spitzchen zusammengezogen, ohne Rippe und ohne Papillen; Archegonien zu 4 und 5. Reife Kapsel 0,75 mm lang, röthlich- schwarz, ungetheilte Basis 0,25 mm hoch, lichter. Sporen 0,024 — 0,032 mm, braun, wie rissig-runzelig. Sporen- reife nach dem Schmelzen des Schnees. Wurde von J. Breidler am 19. Juli 1S84 in Steiermark': am Hohensee gegen den Schwarzsee bei St. Nikolai in der Sölk bei 1650 m entdeckt und als A. crassinervia? vertheilt. 29. And. Huiitii Limpr. in litt. Synonyme: A. commutata Limpr. im 61. Jahresber. d. Scliles. Ges. p. 221 (1883); sed non A. commutata C. Müll. (Manipulus Muse. in Bot. Zeit. 1864). A. falcata Eabenhorst, Bryotheca No. 1.301 a et b; sed non A. fal- cata Scliimp. Bryol. eur. t. 6-34. Einhäusig; beiderlei Geschlechtsorgane bilden eigene Spross- systeme. Im Habitus der Ä. crassinervia nahe stehend, doch etwas kräftiger. Rasen schwarz, matt bis schwach glänzend. Stengel 1^/2 — 3 cm lang und 0,17 mm dick, meist ziemlich locker beblättert. Blätter stark sichelförmig- einseitswendig, 1,5 — 1,9 mm lang, aus kurzer, breit-eiförmiger, stark concaver, einschichtiger Basis (0,3 bis 0,38 mm breit) allmählich zu einem langen Pfriementheile ver- schmälert, (Fig. 55 a), dessen untere Hälfte beiderseits eine niehr- zellreihige und doppelschichtige Lamina besitzt, während die obere von der Rippe allein gebildet wird. Rippe sehr kräftig, an der Basis meist verbreitert, 2- und 3schichtig, etwa ^ 3 der Blattspreite einnehmend, aufwärts 6 — 7 schichtig, am Rücken stark convex, im Endstachel biconvex, 3 — 5 schichtig. Blattzellen auch im unteren Blatttheile klein, 0,008 —0,006 mm, rundlich-quadratisch ; an der Basis neben der Rippe meist rectangulär. Schopfblätter meist kürzer (bis 1,17 mm), selten mit vor der Spitze erlöschender Rippe und hier am Rande aus- gefressen-gezähnt. S Blüthe klein, zu vielen hinter einander an I, i m i> r i 1- li t', Laubinooso. \Q 146 schlaffen, lax beblätterten Aesten ; die inneren Hüllblätter rippenlos (Fig. bhaßy)^ am Rande crennlirt und an der convexen Blatt- Fig. 55. Andreaea Huntii Limpr. (Eab. Bryoth. No. 1301 b). a Laubblatt ^J , (die Basis der Eippe ist incorrect), b das innerste Pericliätialblatt ^J , c die SjHtze von b ('' y-), d Querschnitt an dem Pfriemen theile eines Laubblattes ?-|.0-. a ß y d e Periehätialblätter in der Eeihcnfolge von innen nach aussen 3 » . fläche stark papillös; Antheridien kurz (0,035 — 0,044mm) ge- stielt, Schlauch 0,38— 0,48 mm lang, Paraphysen von derselben Länge, fadenförmig (nicht bandförmig), in der Regel verzweigt. — Innere $ Hüllblätter zusammengewickelt (das innerste grösser als die übrigen), 147 verkehrt-eilänglich, oben abgerundet und bisweilen mit aufgesetzter, winziger oder zungenförmiger Spitze, einschichtig, rippenlos, nur am Grunde eine verflachte, zweischichtige Rippe angedeutet, rings mit crenulirten Rändern und an der Aussenfläche mit grossen Papillen. Kapsel gross, die geschlossene 1,08 — 1,25 mm lang + 0,4 — 0,5 mm breit; die un- getheilte Basis 0,27— 0,3 mm hoch. Sporen 0,032—0,035, 0,036—0,040, auch bis 0,048 mm, in Masse ockerfarben, bei durchfallendem Lichte grünlich-braun, sehr fein gekörnelt. Reife im April. An feuchten Grauwacke-Felsen des Ockerthaies im Harz bei 30Ü m im April IS76 von Pastor Bertram gesammelt und in Eab. Bryoth. No. KiOlb ausgegeben. Von liier stammen auch die Exemplare von G. Braun in Warnstorf's Deutschen Laubmoosen als A. Bothü. Ein zweiter deutscher Standort sind die GipfeLfelsen der Arberkuppe (bei 1470 m) im bayerischen Walde, wo Pro gel am 2. Sept. 1884 sehr schöne Exemplare sammelte. Inzwischen ist mir die Pflanze auch von anderen britischen Standorten und aus dem westlichen Norwegen (Sunelven und Lauervik leg. Kiaer) bekannt geworden. Der ursprüngliche Name ist, wie ich zu spät be- merkte, bereits durch C. Müller 1. c. an eine Andreaea aus dem Himalaja ver- geben, weshalb ich jetzt damit den Namen meines für die Bryologie viel zu früh verstorbenen Freundes, G. E. Hunt, Manchester, in Verbindung bringe, der schon 1871 erkannte, dass seine Pflanze von Loch Kandor, die Schimper, Syn. '2. ed., p. 821 bei A. falcata einreiht, ein Mittelglied zwischen A. falcata und A. crassi- nervia darstellt. Obgleich unsere einhäusigen Andreaeae costatae durch Binde- glieder verknüpft sind, so sind dessenungeachtet ihre Formen zu beständig und durch geographische Verbreitung, Habitus, Standort etc. so auffällig verschieden, dass eine specifische Trennung schon biologisch gerechtfertigt in-scheint. Die bisher zur Trennung benutzten Merkmale wurden fast au schliesslich den Laub- blättern entnommen; allein eine Vergleichung der Hüllblätter, insbesondere der inneren Perichätialblätter, ergab neue brauchbare Unterschiede, so dass ich nicht nur .4. frigida als eigene Art aufzufassen, sondern auch A. Huntn zwischen A. Bothü und A. crassinervia einzuschieben Veranlassung hatte. — Da Schimper in Syn. 2 ed. p. 821 britische Pflanzen, z. B. die von Loch Kandor und Snowdon, bei seiner A. falcata eingereiht hat, ohne die Beschreibung seiner Art zu ändern, so wäre es vielleicht angängig gewesen, durch Hinzufügung neuer Charaktere eine allgemein aufgegebene Art wieder aufzufrischen, allein dazu hatte ich kein Kecht, denn dagegen standen nicht nur Text und tab. der Bryol. eur., sondern auch die Originale, von denen ich die Pflanze von der Bernina in sterilen Exemplaren, die aus dem Harze aber cfr. untersuchen konnte. — Andr. falcata Seh. Bryol. eur. tab. 634, gegründet auf Exemplare von der Bernina im Engadin (leg. W. Ph. Schimper 1845) und von Felsen im Oberharz leg. Leo Lesquereux (Herbar Hampe), ist nach dem Texte der Bryologia cur., Monogr. p. 24. Anm. von A. crassi- nervia leicht zu unterscheiden „durch die stärker sichelförmig gekrümmten, über der kurzen, breiten, umgekehrt eirunden Basis plötzlich in eine lanzettliche Pfriemenspitze verschmälerten Blätter mit zernagter Spitze und völlig glanzloser Oberfläche und mit etwas unter der Spitze erlöschender Rippe." Wer 10* 148 nicht alle einhäusigen Andreaeae costatae Europas als eine CoUectivspecies aui'- fasst, wird sich leicht überzeugen, dass neben den bekannten Arten auch A. Huntii bereclitigt ist. Auf keinen Fall ist sie mit A. falcata Schimp. zu identificiren, allenfalls könnte sie als Varietät mit A. crassinervia, niemals aber mit A. Bothii vereinigt werden. 30. And. Rothii AVeb. et Mohr Bot. Tascb. 386, t. 11, %g. 7— y (1807). Synonyme: Jungermannia rupestris Huds. Fl. Angl. 436 No. 22 (17()2). Andreaea rupestris Eoth Neue Beitr. I, p. 2B4 (1802). Bryol. cur. Yl. t. 631. Sammlungen: Mougeot et Nestler No. 116. Eabenhorst, Bryotheca No. 55", 604. H. Müller, Westf. Laubm. No. 61. Jack, L. & St., Kryptg. Badens No. 770. Einhäusig; S und $ oft an derselben Scbeinaxe. Raschen meist kissenförmig, bis 1,5 cm hoch, schwärzlich, seltener röth- Fig. 56. Andreaea Eothii W. & M. Westf. Laubm. No. 61. a Laubblatt, b die inneren Perichätialblätter y. lichbraim, glanzlos. Blätter meist einseitswendig (1,5 mm lang 4- 0,4 mm breit), aus ovaler Basis rasch breit linealisch -pfriemen- förmig, spitz (Fig. 56 a); Blattrippe röthlich, gleichbreit (0,05 -0,06 mm), unterseits vortretend, vom Grunde gegen die Spitze allmählich 2 — 6 schichtig, nur die Spitze des pfriemenförmigen Theiles 149 ausfüllend und hier biconvex (Fig. 13 ) ; im mittleren Theile beider- seits eine 6—4 Zellen breite Lamina, diese am Eande oder in der ganzen Breite doppelschichtig. Blattzellen in Reihen , gleichgross, rundlich-quadratisch und quer-oval (0,008 — 0,001) mm), ohne Papillen, zuweilen an der Blattaussenfläche schwach mamillen artig. S Blüthen- knospen klein, armblättrig, Hüllblätter mit kurzer, zungenförmiger Spitze, am Rande nicht crenulirt, ohne Rippe ; Paraphysen zahlreich, viel länger als die Antheridien (Schlauch 0,24 — 0,32 mm), fadenförmig, oben kurzgliederig und oft bandartig verbreitert. Die inneren ? Hüllblätter zusammengewickelt (Fig. 56 b), plötzlich zu einer massig langen Pfriemenspitze zusammenzogen, die nicht ganz von der Rippe ausgefüllt Avird, an der Aussenfläche ohne, selten mit niedrigen Papillen. Sporen 0,032 — 0,035 mm und grösser, braun, rissig-runzelig. Reife im Frühjahr. var. falcata (Schimp.) Lindb. in Braithw. Brit. Moss. Fl. P. I, p. 14 (1880). ■ A. falcata Schimp. Bryol. eur. VI. t. ()24 (1855). A. Kothii ß. papulosa C. Müll. Syn. I, p. 9 (184S). Lichenastrum alpinum , nigricans , foliis capillaribus reflexis Dillen. Muse. p. 507, tab. 73 f. 4ü. Kleiner als vorige. Blätter aus verkehrt-eiförmiger Basis plötz- lich linealisch-pfriemenförmig, sichelförmig-einseitswendig. Wurde von A. W. Kotli im Grossherzogthum Oldenburg zwischen Hagen und Meyenburg an Granitblücken der Hühnengräber entdeckt und ist später auch anderweitig auf erratischem Gestein, z. B. um Stettin (Seehaus), in Preussen (v. Klingraeff) und in der Provinz Drenthe in Holland (Suringar) ge- sammelt worden. Ihre Verbreitung charakterisirt schoii Hübener Hep. germ. p. 305 richtig: „Liebt nur die Bei'gregion und gedeiht nicht auf hohen Alpen!" Westfalen: Sauerland, Bruchhauser Steine (H.Müller); Harz: an vielen Punkten (Hampe) ; Thüringen: Beerberg (EöU) ; Eiesengebirgo: Schneekoppe (Sendtner) ; s c h 1 e s i s c h - m-ä h r i s c h e s G e s e n k e : Hoher Fall, Backofenberg, Fuhrmannssteine, Kessel, Karlsbrunn (Sendtner und Andere); Erzgebirge: Schwarzenberg, Brause- loch (Eabenhorst) ; Böhmerwald: Arber (Sendtner u. Molendo), Ossa (Gümbel); bayerischer Wald: zwischen Zwiesel und Eegen (Molendo); Fichtelgebirge: an mehreren Punkten (Funck und Andere) ; E h ö n : Milseburg (Eöse , in einem Pröbchen), von Ge he eb vergeblich gesucht ; Eupen-Limburg(Eömer): Ardennen; Vogesen: an mehreren Punkten (schon Mougeot); Schwarzwald: St. Blasien (Zickendratli) und im badischen Oberlande. Alpine Standorte sind fraglich. Var. ß. Harz (Lesquereux) ; Thüringerwald : Inselsberg (Eöse) und Beerberg (Eöll); Ehön: Milseburg (Eöse), doch hier von Geheeb vergeblich gesucht. Die Exemplare von der Bernina in der Schweiz leg. Schimper sind steril und stellen eine kümmerliche Form der A. frigida Hüben, dar. 150 81. And. Mg'ida Hu eben., Hep. germ p. 305, No. 4 (1874). Synonyme: Andr. Eothü y. grimsulana (Bruch) Hook, et Wils. (1844). Andr. nivalis ß. frigida Eab. Deutschi. Krj-ptfl. IL p. 3 , 72 (1848) Andr. rupestris ß. grimsulana Schimp. Bryol. Eur. VI. tab. 632 (1855). Andr. grimsulana (Bruch Mss.; de Not. Epil. Briol. Ital. 748 (1869). Andr. Eothü ß. frigida Lindh. in Braithw. Brit. Moss-Fl. p. 13 (ISSO). Einhäusig; junge Pflänzchen rein $ und rein 5; später jedes Geschlecht eigene Sprosssysteme. Rasen ausgedehnt, niedergedrückt, Piff. 57. Andreaea frigida Hüben. b a Laubblatt Y : blätter y. l l b die 3 inneren Perichätial- röthlich bis kupferfarben, doch auch tiefschwarz, meist glänzend. Pflanzen weit kräftiger als A. Botliii etc. Stengel 2 bis 5 cm lang -t- 0,28 mm dick. Blätter sehr fest, aufrecht, oft einseitswendig, bis 1,8 mm lang + 0,52 mm breit, vom Grunde bis zur Spitze gleichmässig verschmälert (Fig. 57 a) mit deutlicher Lamina; Blattrippe rötlüich, kräftig, am Grunde sehr breit und 4 schichtig, aufwärts 5- und 6 schichtig, biconvex, allmählich 151 verschmälert, in die scharfe Spitze eintretend oder kurz vor der stumpflichen Spitze erlöschend; Lamina mit Ausnahme des Blattgrundes 2 schichtig; Blattzellen 0,01—0,009 mm, rundlich-quadratisch, am Grunde wenige Randreihen quer-oval; die Zellwände an der Blattaussenfläche schwach mamillenartig, S Blüthen vielblätterig; innere Hüllblätter breit verkehrt- eiförmig, mit auf- gesetztem Spitzchen, rippenlos, am Rande crenulirt; Paraphysen zahlreich, sehr lang, fadenförmig und verbogen, die oberen Zellen rectangulär; Antheridienschlauch gekrümmt, bis 0,45, entleert bis 0,6 mm lang. Nur die äusseren Perichätialblätter zusammen- gewickelt und zu einer langen Spitze zusammengezogen, die inneren 2 oder 3 zarter, schmäler, lanzettlich, spitz, rippenlos, Fig. 57 b, oft in der Mitte querwellig, das innerste oft viel kleiner, schmal lanzettUch, gegen die Spitze am Rande crenulirt. Die geschlossene Kapsel 1,5 mm lang H- 0,6 mm breit, die ungetheilte Basis 0,3 mm hoch. Sporen 0,035 — 0,032 mm trübbraun, nicht durchscheinend, rissig gekörnelt. Sporenreife nach dem Schmelzen des Schnees. var. ß sudetica Limpr. 61. Jahresber. d. Schles. Ges. i». 222 (1883). Innere Perichätialblätter stumpf. Glänzend schwarz ; Blattrippe kurz vor der stumpflichen Spitze erlöschend. var. Y eusi)ltlata. Blätter durch die austretende Rippe lang zugespitzt. Wurde zuerst von Schär er in der Schweiz auf der Grimsel gesammelt und und unter A. nivalis Hook, an Hübener gesandt. Später wurde sie hier von Bruch aufgenommen und gleichfalls als eigene Art aufgefasst. Bisher nur aus alpinen Eegionen bekannt und ähnlich wie Ä. nivalis immer an die Nähe des Wassers gebunden. Sie scheint in den Alpen eine sehr weite Verbreitung zu be- sitzen. In meinem Herbare liegt sie von folgenden Standorten: Eh ä tische Alpen: Eheinquellen bei 2600 m (Pfeffer am 27. Aug. 1867), Zewreila bei 2070 m (Pfeffer am 16. Aug. 1867) und Bernhardinerpass (Pfeffer am 19. Aug. 1867). Steiermark: im hintern Schimpelkaar in der Sölk bei 2100m (J. Breidler am 7. Aug. 1877); Kaltenbachalm in der Sölk bei 2000 m (J. Breidler am 17. Juli 1884); Eantenspitz in der Kraggau bei 2100 m (J. Breidler am 6. Aug. 1881). Im Lungau: im Moritzenthal bei 2100 m (J. Breidler am 28. Aug. 1878); Lohn seh ützkaar im Lessachwinkel bei 2200 m (J. Breidler am 28. Aug. 1878). In Kärnthen: am Hochalpenfall im Maltathaie bei 1400 m (J. Breidler am 28. Juli 1880). In der Tatra sammelte ich sie am 25. Juli 1873 an der Granaten- wand im Felkathale. In den Pyrenäen 1855 N. C. Kindberg am hospice de Venasque. — Var. ß bisher nur im Eiesengebirge in grosser Menge längs des Löwengrabens unter der Schneekoppe bei 1000 m (Kern). — Var. y Steiermark: im Markaar in der Kraggau bei 2300 m (.J. Breidler am 24. Aug. 1875). 152 B. Cliasniocalyx Lindb. Musci Scand. p. 30 (1879). Perichätialblätter nicht scheidenförmig-zusammengewickelt, von den Laubblättern wenig verschieden. Kapsel 4 — 8 rissig. 32. Aiid. nivalis Hook, in Trans. Lin. Soc. X, p. 395, t. 31, iig. 4 (1810). Bryol. eiir. t. {^36. Synonyme: A. nivalis ß Zetterstedtii Hartm. Skand. Fl. 7. ed. 400 (185S). Sammlungen: Eabenhorst, Bryotheca No. 251). Erbar. crittog. Ital. Serie II, No. 1(52. Z weih aus ig; S Pflanzen in eigenen Rasen. Rasen weit aus- gebreitet, dicht, weich, schmutzig braungrün, rothbraun bis schwarz, ohne Glanz. Stengel 4 und 6 bis über 10 cm lang, schlaff'-aufrecht, dünn, gabelästig, massig dicht- und an der Spitze einseitswendig beblättert. Blätter mehr oder minder sichelförmig, trocken fast ge- kräuselt, aus wenig verschmälertem, fast geöhrtem Grunde lanzett- lich (1,2 + 0,32 mm selten bis 2 -\- 0,5 mm), gleichmässig zu einer scharfen Spitze verlängert, Lamina einschichtig und beiderseits durch spitze Papillen rauh, davon am Rande, besonders gegen die Spitze , wie ausgefresseu gezähnt. Rippe ziemlich kräftig, gleichbreit (0,03 — 0,04 mm) bis zur Spitze, röthlich, 3- und 4 schichtig, unterseits convex und rauh. Blattzellen ziemlich gleich- artig, quadratische, kurz-rectanguläre und quer-rectanguläre gemischt, im Mittel 0,009 und 0,01 mm. S Blüthenstände dick , vielblättrig, innere Hüllblätter ohne Rippe, breit oval, plötzlich massig lang zu- gespitzt; Antheridien 0,35 mm lang, Paraphysen laug, oben 2zell- reihig. $ Hüllblätter nicht zusammengeAvickelt, den Stengelblättern ziemlich gleich, nur etwas länger und am Grunde breiter. Kapsel schwarz , oval 0,84 mm lang 4- 0,48 mm breit, öffnet sich durch 4 breite + 2 schmale Klappen. Sporen 0,021 — 0,026 mm, schwärzlich -braun, fast glatt. Reife im Sommer. Nach Bridel Bryol. univ. 2, p. 732 schon von Dejean 1S02 auf dem Bevan in Savoyen gesammelt. Nach Hü bener, Hepat. germ. p. 306 wurde sie von Flörke i^wahrscheinlich schon 179S) im Anfange dieses Jahrhunderts in den Salzburger Alpen für das Gebiet entdeckt; sie findet sich auch bei Wallroth (1831) als Bürger unserer Flora. Ist an überrieselten Felsplatten durch die ganze Alpenkette verbreitet, doch scheint sie nicht unter 1600 m herabzusteigen. Früchte sind selten! Sie findet sich auch in der Tatra an mehreren Punkten, hier von R. Fritze im Juli 1S68 um die 5 Seeen der Kleinen Kohlbach bei 2000 m ent- deckt. — Ausser im Wuchs (dicht compakt bis lockerrasig) ändert die Art wenig ab. Var. fuscescens Hook. 1. c. besitzt flatterigen Wuchs, bräunliche Färbung und stark sichelförmige Blätter. 153 III. Ordnung. Archidiaceae. Classis I. Cladocarpi s. Evaginulati. Ordo I. Astonii Brid. (182(3) Bryol. univ. I, p. 747. M. frondosi spurii. A. cladocarpi Hanipe, Flora 1S3T, p. 287 p. p. Brjinae anomalae Ordo I. Holocarpae Schinip. (1876) Syn. 2. ed. p. 809. Kleinste Erdmoose von Pleuridiura-Habitus, deren systematische Sonderstellung auf der Entwicklung des Sporogons beruht, wogegen sie durch den Mangel eines Kapseldeckels und das unregelmässige Zerbersten der reifen Kapsel als cleistocarpische Moose sich charak- terisiren. — Das ungestielte, kugelige Sporogon ist mittelst eines halbkugeligen Bulbus in die sehr dicke, fast kugelige Yaginula locker eingescheidet; es wird lange von der sehr zarten Calyptra umhüllt, die zuletzt unregelmässig gesprengt wird und deren Reste an der Basis der Kapsel zurückbleiben. Der Sporensack ist durch einen glockenförmigen Hohlraum von der (bis gegen die Sporenreife) drei- und streckenweise vierschichtigen Kapselwand getrennt und wird an seiner Basis durch ein kurzes Säulchen (das eine rudimen- täre Columella darstellt) mit der axilen Partie des Bulbus ver- bunden. Innerhalb des Sporensackes kommt es nicht zur Aus- scheidung einer Columella, sondern es mengen sich im Endothecium sterile und fertile Zellen durch einander. Aus den 1 — 7 Urmutter- zellen entstehen durch Viertheilung 4 — 28 (am häufigsten 16 und 20) sehr grosse Sporen. Zur Zeit der Kapselreife sind sowohl der Sporensack, die sterilen und die nicht znr Entwickelung gelangten fertilen Zellen des Endotheciums, wie die inneren Schichten der Kapselwand grösstentheils resorbirt; letztere ist dann einschichtig, doch fehlen die Spaltöffnungen. Schon Bruch sagt von seinem Fhascum glohiferum in Flora 1825, p. 284, auf das Bridel die Gattimg Archklium (Urmoos) gründete: „üurch die eigen- thiimliche Entwickelungsart der Kapsel und die besondere Beschaffenheit der Haube weicht dieses Moos .... von allen übrigen Arten auffällig ab , und macht dadurch gleichsam ein Mittelglied von Sphagnum und Phascum, welches geeignet wäre, eine besondere Gattung zu bilden.'" — Damit war schon die Sonder- stellung angedeutet, die diesem Moose durch Bridel (1826) und Hampe (1837) eingeräumt wurde, und die nach den entwickelungsgesclüchtUchen Arbeiten von W. Hofmeister (1854) und H. Leitgeb (1881) sicher begründet ist. — In Schimper's Syn. 2. ed. (1876) haben die Archideae noch eine doppelte Stellung, nämlich p. 23 als Familie der BrucMaceae und p. 809 als Ordnung I. der Bryinae anomalae. — Wer Archidium nicht als besondere Ordnung betrachtet, muss es' 154 wie Juratzka in Laubm.flora v. Oestr.-Ung., an die Spitze der Laubmoose stellen und die Ephemeraceae anschliessen ; auf keinen Fall kann es lediglich der Blatt- bildung wegen inmitten der M. i^eurocarpi eingeschaltet werden. So stellte es Lindberg 1864 zu den DiaplmnophyTlaceae , später zu den Ditriclieae {Lepto- tricheae) und an letzterem Platze steht es auch in J. Milde, ßryol. sil. p. 131 mid in E. Braithwaite, Brit. Mossfl. p. 91. 3. Gattung: Arcliiclium Brid., Bryol. univ. I, p. 747 (182G). Die Merkmale der einzigen Gattung fallen mit den Charakteren der Ordnung zusammen. 38. Arch. i)liaseoi(les Bridel, Bryol. univ. p. 747, tab. suppl. 3 (1826); Schwägr. suppl. III. t. 205 (1827); Bryol. Eur. t. 8 (1837) et t. 637 (1855). Synonyme: ? Phascum alternifolium Dicks. fasc. 1. p. 1. t. 1. Pig. 2 (1785). Phascum alternifolium Hook. & Tayl. Muse. Brit. p. 6. t. 5 (1818). Phascum globiferum Bruch, Flora 1825. p. 281. tab. L Phascum Bruchii Spreng, in L. syst, veget. TV. p. 142 (1827). Arehidium alternifolium Schimp. Syn. 1. ed. p. 2-8 (1860). Sammlungen: Rab. Bryoth. eur. 402 a et b. H. Müll. Westf. Laubm. 119. Limpr. Bryoth. sil. 203. Erb. critt. Ital. 1155. Einhäusig (doch nicht paröcisch)! nach Schimp er und an- deren auch zwitterig. — Dicht gesellig und breit rasenartig wach- sende Pflänzchen, die mittelst des unterirdischen Protonemas und zahlreicher Sprossungen perenniren und im Habitus dem viel häu- figeren Fleuridium alternifolnmi täuschend ähnlich sind. Das ein- jährige Pflänzchen ist einfach, meist nur wenige Millimeter hoch; es bildet sowohl zwischen den Schopfblättern (meist seitlich von der Antheridiengruppe) als auch aus den Achseln der unteren Stengelblätter fertile und sterile Sprossen; letztere sind fadenförmig lü — 15 mm lang, ausläuferartig niederliegend, wurzelnd und ent- wickeln im nächsten Jahre aufrechte Fruchtsprosse. Infolge dieser Verzweigung sind ältere Stämmchen vielfach verbogen. Der Stengel- querschnitt zeigt ein centrales Leitbündel, das von weitlumigen Zellen umgeben ist, die Rindenschicht ist kleinzellig und dick- wandig. Blätter der Sprossen und des unteren Stengeltheiles ent- fernt gestellt, abstehend, klein, schmal eilanzettlich und zugespitzt, flach und meist ganzrandig, mit in der Spitze verschwindender Rippe, Zellen gegen die Basis parenchymatisch, rectangulär bis 155 Fig. 58. Arcliidium phascoides Brid. a Habitusbild '^ ' ^* Blattrippe 2so^ e Kapsel (Sporen durchscheinend) mit dem inneren Hüllblatte M. 156 quadratisch (Fig. 58 b). Schopfblätter viel grösser und dicht ge- drängt, aus lanzettlicher Basis pfriemenförmig und an der Spitze gezähnt, die $ Hüllblätter 2 — 2^:.^ mm lang, aus ovalem, fast schei- digem Grunde durch die lang austretende Rippe pfriemenförmig; Blattzellen fast durchweg prosenchymatisch, oben und in der Mitte 0,05—0,1 mm lang + 0,008—0,01 mm breit, einige fast geschlängelt. Blattrippe einfach gebaut, oberseits mit 2, unterseits mit 5 — 7 Aussen- zellen, die Innenzellen ziemlich gleichartig, dickwandig, selten auf eine reducirt. — Die Antheridiengruppe, aus 3 — 7 Antheridien mit Paraphysen bestehend, ist der Anlage nach gipfelständig; sie steht am fruchtenden Pflänzchen zunächst der Perichätialblätter und wird von oben entweder direct oder etwas seitlich durch ein viel kleineres Blättchen gedeckt. Die $ Blüthe zeigt wenig Archegonien und Paraphysen. Früchte an der Spitze verlängerter Sprossen, oft scheinbar seitenständig infolge unterbliebenen Längswachsthums des fertilen Sprosses. Die zarte Haube nicht emporgehoben, sondern in Fetzen an der Basis der Kapsel zurück- bleibend. Kapseln einzeln, doch auch zu 2 und 3 in einem Perichätium, eingesenkt, un gestielt, leicht aus den Scheidchen sich lösend, stets kugelig 0,4 — 0,5 mm diam., ohne Deckel und ohne Spitzchen (Fig. 58 c) ; Kapselwand bleichgelbgrün, weich, dünn- häutig, Zellen 6- bis vieleckig, chlorophyllhaltig, ohne Spaltöffnungen. Sporen grösser als bei irgend einem anderen Laubmoose, höchstens 28, unregelmässig polyedrisch, zuletzt gerundet; ]g nach der Zahl in der Grösse wechselnd von 0,1 bis 0,17 höchstens bis 0,2 mm; Exine grau und fein gekörnelt, Intine gelblich. Sporen- reife vom Spätherbst bis zum Frühjahre. Auf thonig-sandigem Boden, feuchtem Haidelande, in Ausstichen und ausge- trockneten Teichen, auf wüsten Aeckern zerstreut durch das Gebiet, doch nur in der Ebene und der niederen Bergregion. Wurde einige Jahre vor 1825 von Bruch auf Aeckern und öden Feldern um Zweibrücken in der Eheinpfalz entdeckt. Um Hamburg (Hübener); Mark: Dachsberge zwischen Sagan und Sorau (Everken), bei Neuruppin (Warnstorf); Schlesien: um Breslau vor Hunds- feld (Milde) und vor Bruch (Schulze); Harz: um Blankenburg (Hampe); Westfalen: bei Handorf, Arnsberg und Lippstadt (H. Müller); Kheinpro- vinz: bei Bonn (Dreesen); Ardennen: zwischen Heiderscheid und Esch an der Sauer (Jäger); Luxemburg (Delogne); Elsass-Lothringen: Bitsch und Weissenburg (F. Schultz), Saarbrück (Winter), Saarburg (Boulay); Baden: Schwetzingen und Karlsruhe (A. Braun), Kirchzarten (Sickenb erger); im Steigerwald (Kress); Württemberg: bei Gmünd (Herter); Schweiz: Genf (Eeuter); Ober-Oesterreich: oberhalb Salmannsdorf bei Wien (Ju- ratzka); Steiermark: bei Eothwein und Lembach nächst Marburg und Cilli, 157 hier bei 300 m (Breidler); Krain: um Adelsberg bei 500 m (Brei dl er): Ober-Italien: um Vercelli (Cesati). Schimper beliess, als er den Dick so n 'scheu Namen a\d Ardiidiwit über- trug, ihn gleichzeitig auch einem Fleuriäium und diese Doppelstellung musste zu weiteren Aenderungen Veranlassung geben. Unbestritten gebührt Bruch das Verdienst, Areliidium, das nach meinem Eechtsgefühle A. glohiferum (Bruch) heissen nnisste, und die beiden ähnlichen Eupleuriäia sicher umgrenzt zu haben. Auch ist ihm historisch kein Vorwurf zu machen; denn er hat englische Exem- plare (durch Hornschuch), die Dickson'sche Publikation und Smith flor. hrit. verglichen und den Namen derjenigen Art belassen, die seit 1S15 nach Kaulfuss (der allerdings nicht das Original abbildete) darunter vorstanden wurde. Selbst auf den Fall hin, dass ihm die Beschreibung der Kapsel und der Sporen von Phascum alternifolium Hook & Taji. (181S) bekannt gewesen, würde er kaum anders gehandelt haben, denn die Beschreibung der Kapselform bei Dickson passt nicht zu ArcMdiiim ; auch ist aus einer Mittheilung von Starke in Schrader's Journal ersichtlich, dass Dickson selbst als seine Art ein Pleitri- dium vertheilt hat, im Herb. Starke fehlt leider das Original. Höchst auffällig bleibt es, dass bei W. J. Hooker sogar noch 1844 in Smith, Engl. Flor. V. I. p. 6 das heutige Pleuridium aUernifoUum (das nach Braithwaite, Brit. Mossfl. p. 96 ,,not uncommon'* ist) gänzlich fehlt und unser Archidhim immer noch als Phasami mit „Calyptra dimidiate" aufgeführt wird. lA^. Ordnung. E r.y i n e a e. Ueber die Charaktere pag. 85. Tribus I. Clcistocarpac. Ausschliesslich Erdmoose, die mit Ausnahme von Voitia, durch- weg zu den einfachsten und kleinsten Gestalten der Mooswelt gehören und sich einerseits durch die Ephemeraceae eng an Areliidium anschliessen , andrerseits nach Habitus und Blatt- zellnetz gewissen Formen der M. acrocarpi nahe stehen, sämmtlich aber darin übereinstimmen, dass die stets gipfelständige Xapsel sich niemals mittelst eines Deckels öffnet, auch wenn dieser der Anlage nach vorhanden ist, sondern dass die Sporen durch unregelmässiges Zerbersten oder durch Yerwitterung der Kapselwand frei werden. Oberirdisches Protonema nur bei den Eplwmeyaceae und Sporledera (Bruchia) ausdauernd. Pflänzchen oft nur 1 und 2 mm hoch, meist einfach und einjährig, dann in der Regel durch das unterirdische Protonema sich verjüngend oder durch Sprossung mehrjährig. Stengel in einigen Fällen mit deut- lichem Centralstrang, doch stets ohne Tüpfel und nur bei Voitia 158 mit Blattspuren. Blattrippe selten fehlend, uft gegen die Basis schwächer. Blattzellen meist parenchymatisch , am Blattgrunde rectangulär, Blattflügelzellen fehlen. Geschlechtsorgane meist mit Paraphysen ; die $ Blüthe stets gipfelständig an einem Hauptspross, der bei einhäusigen Arten in der Regel als seitlicher Spross unter- halb der Antheridiengruppe angelegt wird. Seta meist verkürzt bis rudimentär, selten fehlend oder ver- längert, oft weich, ungefärbt und dann meist ohne Centralstrang ; Scheidchen meist dick, Fuss oft angeschwollen. Kapsel regelmässig, meist rundlich oder eiförmig, oft mit Spitzchen bis geschnäbelt, niemals gefurcht oder längsstreifig, entweder im Alter mit dem Fusse aus dem Scheidchen sich lösend und verwitternd, oder (bei angeschwollenem Fusse) nicht ausfallend und unregelmässig zer- berstend. Deckel nur bei Ästomum, Müdeella, Pottia recta und PJiyscomitrclla Hampei in der Anlage vorhanden, doch nicht von selbst sich ablösend. Kapselwand zur Reifezeit fast immer ein- schichtig. Die Spaltöffnungen fehlen nur bei Nanomitriwn gänzlich Fig. 59. und sindheiPhyscomitrella schild- förmig. Die übrigen Gattungen haben phaneropore normale Spalt- öffnungen, welche bei Lepto- neura über die ganze Kapsel, bei Spodedera um die Kapselmitte, bei Voitia, Bruchia und 3Iil- deella am Kapselhalse und bei allen anderen Gattungen am Kapselgrunde, d. h. in dem schwach entwickelten Apophysen- theile, angelegt sind. Columella bei den Ephenieraceae innerhalb des Sporensackes während der Sporenbildung resorbirt, Luft- raum in der Regel ohne chlorophyllreiche Zellfäden, oft durch die Ausdehnung der Sporen bei der Reifezeit geschwunden. Peristom nur bei Mildeella in der Anlage vorhanden. Haube klein und leicht abfallend (excl. Voäia). selten papillös, niemals gefurcht oder behaart. Sporen (ausgenommen Voitia) gross und meist warzig-papillös. Reife Spätherbst bis Frühjahr. Bei den schildförmigen Spaltöffnungen, stomata funarioidm (Fig. 59), werden die beiden sehr kleinen Schliesszellen (meist schmal- Zwei schildförmige Spaltöffnungen von Physconiitrella (-!--)• 15Ü elliptisch, mit ritzenförmigem Poriis) von einer einzigen ringförmigen Oberhaiitzelle eingeschlossen, deren Seitenwand sie an keinem Punkte berühren. Häufig ist die Aussenwand dieser schildförmigen Epi- dermiszelle vorgewölbt und überdeckt wohl auch seitlich zum Theil ihre Nachbarzellen. (Buxbaumia besitzt cryptopore schildförmige Spaltöffnungen.) Der Ausgangspunkt dieser Gruppe ist PJiascum L. , welches J. Chr. ü. Schreber in „de Phasco observationes" (l'TÜ) umgrenzte, indem er die theils als SpluKjnum, theils als Phascum bekannten 3 cleistocarpischen Arten: Ph. siibiilatum, ciispidatum und muticum zusammenfasste und durch P/t. p«7/- ferum und serratum vermehrte. Erst ISIS trat durch Hornschuch in Voitia eine zweite Gattung hinzu. Daran reihen sich in rascher Folge Pleuridium Brid. 1S19; Bruchia Schwägr. 1827 {Saproma Brid.) und Ardüdium Brid. 1820. — Hampe vermehrt die Gattungen durch Astomum (1882) und durch Epliemerum und Sporledera (1837). K. Müller fügt 1 Si7/A8 Ephemer ella und Äcaulon hinzu und vereinigt in seiner Synopsis (1848) alle Gattungen unter dem Xamen „Cleisto- carpi" (von cleistos = verschlossen und carpos = Frucht; Faulfrüchtler in Deutschi. Moose) zu einer geschlossenen Einheit. In Bridel's Brj-ologie (1826/27) hatten sie zwar den Namen ,,3Iusci astomi" erhalten, allein sie wurden hier in 3 verschiedene Klassen vertheilt; Wallroth bringt sie wohl 1S31 in eine Ordnung, der er jedoch Andreaea zurechnet. Der Müller'schen Auffassung treten sowohl die Verfasser derBryol. eur., wie auch Schimper in der Synop- sis 1. und 2. ed. bei. Von neuen Gattungen bringen die Bryol. eur. (1S49) Physcomitrella, Schimper Syn. (1S60), mit Ignorirung eines älteren Namens (Acaulon), Sphaerangiiim und Mlcrohryum. Zuletzt hat Lindberg hier die Gat- tungen Nanonütrium (1874) und Ascldsma (1878) abgezweigt, wogegen er Ephe- merella und Microbyum einzieht. Am weitesten in der Zusammenziehung geht Boulay (1884), der Sixxs&ex Sphaerangium und Microhryum sogar noch SjJorZec^era und Pleuridium der Gattung Phascum zurechnet! Es ist durchaus nicht nothwendig, dass Archidium, wie hier geschehen, von den M. deistocarpi ausgeschieden wird, es kann eben so gut bei dieser Gru2)pe verbleiben wie Astomum {Systegium), das häufig den Weisiaceen zugerechnet wird. Einschneidender ist die Vertheilung der cleistocarpischen Gattimgen unter diejenigen Familien der acrocarpischen Moose, mit denen sie nach Habitus und Blattbildung sich vergleichen lassen. Nachdem bereits in der Bryol. Germ. I. p. 32 (1823) dem Gedanken Ausdruck gegeben wurde, dass im Kreise der cleisto- carpen Moose sich eine Summe von Verschiedenheiten der gesammten Bryineen wiederhole und Fürnrohr in Flora 1S29 p. 2H die Möglichkeit einer Verthei- lung als wünschenswerth bezeichnet hatte, führte E. Hampe in Flora 1837 No. 18 die Einreihung praktiscfi durch, was er jedoch schon 1860 und mehr noch 1871 im „Moosbilde" als einen Missgriö" bereute. Da bei der Vertheilung die Gattungen als solche nicht in Frage gestellt werden, so empfiehlt es sich, sie als geschlossene Gruppe an der Spitze der Bryineen zu belassen. Mögen die einzelnen Elemente in einigen Merkmalen auch nach verschiedenen andern Familien aus- strahlen und diesbezüglich als deren niedere Entwickelungsstufen angesehen werden, gemeinsamer Züue 160 und schliessen so eng auf einander, dass eine Zerreissung widernatürlich erscheint, umsomehr als thatsächlich einzelne Gattungen in den neueren Systemen über eine schwankende Stellung nicht herausgekommen sind. Jedenfalls ist ein Orientiren im kleinen Kreise leichter möglich und der Mangel eines Deckels ein auch vom Anfänger stets sicher zu erkennendes Merkmal! Ueb ersieht der eleistocarpischen Gattungen und Unter gattun gen . A. Grünes Protonema ausdauernd, Blätter ohne Papillen, Ränder nicht zurückgebogen. a. Blätter lanzettlich-linealisch, nicht borstenförmig. f Blätter ohne Rippe. * Kapselwand ungefärbt, ohne Spaltöffnungen Nanomürimn 4 ** Kapselwand gelb, Spaltöffnungen am Grunde Eu-Eplicmcrum 5 A. 11 Blattrippe schwach und verschwindend oder kräftig und austretend. * Spaltöffnungen über die ganze Kapsel ; Haube kegelig, klein Leptoneura 5 B. ** Spaltöffnungen am Kapselgrunde ; Haube kappenförmig EphcmereUa 6. (Hier auch Acmdon zu vergleichen.) b. Blätter aus breiterem Grunde lang borstenförmig, mit breiter, die rinnige Pfriemenspitze ausfüllender Rippe. f Kapsel oval, ohne Hals, Spaltöffnungen um die Kapselmitte SporUdera 14. ff Kapsel langhalsig-birnförmig, Spaltöffnungen im Halstheile JBruchia 15. (Brucliia wird sicherer neben Euplenrnlinm aufgefunden.) B. Grünes Protonema nicht ausdauernd. a. Blätter an den Rändern flach oder eingebogen. f Blätter ohne Papillen. * Blätter linealisch-lanzettlich bis pfriemenförmig ; Kapsel ohne Hals. § Rippe schwach, in der flachen Spitze verschwindend Pseiidephemerwn 13 A. §§ Rippe breit, den rinnigen Pfriementheil ausfüllend Euplcuridium 13 B. 161 ** Blätter verkehrt-eilängiich oder breit-eiförmig; Zellen sehr locker. § Spaltöffnungen schildförmig . Fliyscomitrelhi 7. §§ Spaltöffnungen phaneropor, imHalstheile Voitia It). ff Blätter warzig-papillös, Zellnetz eng. '•' Kapsel ohne Andeutung eines Deckels Ascliisma 11. "* Kapsel mit einem bleibenden Deckelchen Asionmm 12. b. Blattränder mehr oder minder zurückgebogeu, Blätter eirund- lich bis eilanzettlich, niemals borstenförmig. f Blätter ohne Papillen, Kapsel kugelrund, ohne Spitzchen Acaulori 8. ff Blätter mehr oder minder warzig-papillös, Kapsel mit Spitze. * Kapsel ohne Hals. § Luftraum mit Spannfäden . . . Pottiella 9 C. §§ Luftraum ohne Spannfäden. Haube mützenförmig . . Microhnjuni 9 A. (Yergl. Sp. No. 4G«.) 00 Haube kappenförmig . . . Euphasmm 9 B. ** Kapsel kurzhalsig, mit Peristom- und Deckelanlage MihJeclla 10. I. Familie: Ephemeraceae. Einjährige, mit den Blättern 1 — 2 mm hohe, einfache, arm- blättrige Pflänzchen, die meist gesellig und herden weise dem reichlichen Protonema aufsitzen, das auch in seinem ober- irdischen T h e i 1 e ausdauernd ist. Blüthen meist z wei-, selten einhäusig; die $ Pflänzchen sehr klein, in der Regel ohne Para- physen. Stämmchen sehr verkürzt, ohne Centralstrang; Yerjüngung fast nur durch das Protonema. Untere Blätter klein, die oberen verlängert lineal- lanzettlich, am Rande flach und meist gezähnt; Rippe schwach bis fehlend; Blattzellen meist weit, nach oben kleiner und hier rhomboidisch oder rhombisch, stets ohne Papillen. Seta rudimentär oder fehlend, ohne Centralstrang, Fuss oft etwas angeschwollen; Scheidchen meist dick. Haube meist klein und kegelig, selten grösser und kappenförmig. Kapsel aufrecht, kugelig bis oval, ohne Hals, meist mit massivem Spitzchen, stets ohne An- deutung eines Deckels. Kapselwand zuletzt einschichtig; Spalt- öffnungen normal, selten fehlend, oft überdecken die beiden Schliess- L i m p r i c h t . Laubmoose. 1 1 162 Zellen zuniTheil die Nachbarzellen. Luftraum ohne chlorophyllhaltige Fäden, meist zur Keifezeit noch vorhanden. Columella inner- halb des Sporensackes resorbirt und nur in zwei kurzen Säulchen angedeutet, welche den Sporensack mit dem Kapselscheitel und der Seta verbinden; selten Columella und Sporensack völlig resorbirt. Sporen gross, oft nierenförmig , meist in ge- ringer Anzahl vorhanden und durch Fäulniss oder durch un- regelmässiges Bersten der Kapselwand frei werdend. Diese kleine Familie findet bei der Vertheilung der cleistocarpischen Gat- tungen nirgend eine passende Stelle, weshalb sie Juratzka, der die übrigen Glieder ebenfalls einreihte, doch hinter Ärchidium an die Spitze der Mooswelt ge- stellt hat. Hampe rechnet sie 1837 zu den Funarieae, und hier stehen sie auch (excl. Ephemerella) bei Milde 1S69. Lindberg bringt sie jetzt an den Sehluss der Tortulaceae hinter Barhula recurvirostris , bei Braithwaite (18S4) eröffnen sie die Reihe der Tortulaceae und im Anschluss folgen Acaulon und Phascum. 4. Gattung: l^aiioinitriiim Lindb. in Notiser p. Fauna et Flor. fenn. 13. Heft p. 408 (1874). Synonym: Micromitrium Austin in Muse, appal. 1870. Einhäusig. In Grösse und Tracht y^ie Ejjliemerum scrratwu] der oberirdische Yorkeim spärlich. Pflänzchen vereinzelt und trupp- weise. Blätter ohne Rippe. Zellen dünnwandig. Kapsel kugelig, ohne Spitze, äusserst dünnwandig, ohne Spaltöffnungen, zur Reife- zeit Columella und Sporensack völlig resorbirt, und der ganze Innenraum mit zahlreichen Sporen erfüllt, die durch unregelmässiges Bersten der verschrumpften, farblosen Kapselwand frei werden. Seta fehlt. Scheidchen kugelig. Haube äusserst zart und klein, prall dem Scheitel anliegend. Eine ausgezeichnete Gattung, die sich zwischen Ärchidium und Ephemerum einschiebt. Leider standen mir nur wenige Exemplare mit fruchtreifen und ge- öffneten Kapseln zur Verfügung, doch ist es mir sehr wahrscheinlich, dass sich im inneren Bau der Kapsel noch eine grössere Vervvandtschaft mit Ärchidium wird nachweisen lassen. Beide Namen bedeuten ,, Zwergmütze", doch war der Au st in '- sehe bereits 18(57 durch Spruce an eine andere Gattung vergeben. 34. Naiiomitrium teiierum (Bruch) Lindb. in Notis. p. Fauna et Flora fennica 13. Heft, p. 409 (1874). Synonyme: Phascum tenerum Bruch in Bryol. Eur. fasc. I. Monog. p. 6, t. 1 (1837). Ephemerum serratum y. tenerum Hampe in Flora 1837 p. 285. Ephemerum tenerum C. Müll, in Bot. Zeit. 1847 p. 101 et Bryol. eur. t. 1 (1849). Micromitrium megalosporum Austin ]Musc. appal. p. 11 No. 47 (1870). 1G3 Epheracrum longitblium Philib. Rev. bryol. l&7b, p. 4S. Eplieinerum Philiberti Bescli. Eev. bryol. 1881, p. 48. Sammlungen: Breutel, Muse, frond. exs. No. 136. Einhäusig; die terminal angelegte Antheridiengruppe später direkt unter den $ Hüllblättern; Antheridien zu 3 und 4, farblos, Schlauch oval, etwa 0,07 mm lang, Paraphysen vereinzelt, faden- Fig. 60. Nanoniitriuni tenerum Bruch, a Habitusbild Y ^ b Zellnetz der Blattspitze -i|Ä , c Scheitel der Kapsel -i|5., d Namonitrium longi- folium (Philib) Habitusbild y. förmig, kurz. Der oberirdische Yorkeim spärlich. Pflänzchen mit den Blättern 1,2 — 1,5 mm hoch , selten darüber. Stämmchen sehr verkürzt, armblättrig, oft Aussprossung unterhalb des Scheidchens. Blätter abstehend, untere eilanzettlich, zugespitzt, obere yerlängert- lanzettlich und lang zugespitzt (die grössten 0,9 — 1,0 mm lang + 0,17—0,2 mm breit) flachrandig, über der Mitte unmerklich stumpf 11* 164 j^ezähnt, ohne Rippe (Fig. 60b). Zellen dünnwandig, ziemlich gleichartig, unten rectangulär (0,064 -f 0,0 16 mm bis 0,1 -+-0,014 mm), aufwärts rhomboidisch und verlängert hexagonal, selten rhombisch (0,12 + 0,024 mm bis 0,05 -f 0,017 mm). ? Hüllblätter meist kleiner und noch zarter. Kapsel fast genau kugelig (0,2 bis 0,3 mm diam.), ohne Spitze, Fig. 60 a, nur eine oder zwei vorspringende Zellen bilden den Scheitel (Fig. 60 c) ; Seta ; Scheidchen meist kugelig (0,085 mm diam.); Kapselwand äusserst zart, einschichtig, farblos, Chlorophyll enthaltend; Zellen sehr gross, meist trapezoidisch (0,06 mm); Spaltöffnungen fehlen. Zur Reifezeit ist die Waudung verschriimpft, der Innenraum ganz mit Sporen erfüllt, Columella und Sporensack sind resorbirt. Haube klein, dem Scheitel prall anliegend. Sporen zahlreicher als bei Ephemerimi 0,024 — 0,028, selten 0,032 mm, gelbbräunlich, kleinwarzig, wie rissig-runzelig; Reife im Spätherbst. Wurde von Breiitel {■\ 1ST5 als Bischof der Briidergemeinde) auf Teioh- scldamm bei Nisky in der preuss. Ober-Lausitz (Provinz Schlesien) entdeckt und ist seither in Deutschland nicht wieder beobachtet worden. — Nach J. P. J. Koltz in Prodrom, p. 419 auch von Dr. med. Keinhard bei Echtem ach im Gross- herzogthnm Luxemburg gesammelt (Exempl. nicht gesehen). Nanomitriutn lougifolhmi (Philib.) wurde von Philibert 1ST7 bei Bruailles (Saune-et-Loire) in Frankreich entdeckt und zuerst in Eev. bryol. 187S p. 26 als Ephemeriim tenerum publicirt. Die Pflanze (Fig. (50 d) besitzt längere Blätter (bis 1,5 mm), ist jedoch von N. tenerum nicht specifisch verschieden, son- dern dessen var. longifolium. 5. Gattung: Eplieiiiertiiu Hampe Flora 1837 p. 285. B 1 ü t h e n z w e i h ä u s ig, beiderlei Geschlechtspflanzen auf dem- selben Vorkeim-Individuum; die S äusserst klein und häufig dem Grunde des ? Pflänzchens anhaftend, Paraphysen fehlen. Das ober- irdische Protonema meist reichlich. Obere Blätter verlängert-lan- zettlich bis linealisch, mit schwacher Rippe, selten rippenlos, Zellnetz locker und meist dünnwandig, unten rectangulär, oben rhomboidisch bis rhombisch. Kapsel meist kugelig, stets mit kleinem, massivem Spitzchen; Wand zur Reife einschichtig, gelb oder farblos, stets mit Spaltöffnungen, diese theils in der Zone der Apophysis, theils über die ganze Kapsel verstreut. Columella innerhalb des Sporensackes resorbirt, Sporensack bleibend und an beiden Polen mit kurzen Säulchen, den Resten der Columella, die den zur Reife- zeit noch vorhandenen Luftraum durchsetzen. Seta rudimentär, selten fehlend. Haube kegelig, zart, mehr oder minder leicht ab- 165 fällig, rings eingeschnitten, selten einseitig aufgeschlitzt. Sporen minder zahlreich (etwa 50), sehr gross, mit grossen Warzen. Der Name ist von epJiemeros, d. h. vergänglich, gebUdet. Hampe charakte- risirte seine Gattung, die ursprünglich auch Ephemerella, Physcomitrella und Acaulon unifasste: „Phasca annua funarioidea. Calj'ptra canipanulata grandis latere seniel fissa folia plerunique serrata grandicellulosa." A. Eui'plieiueruiu. Blätter ohne Rippe. Kapselwand gelbbräunlich, Spaltöffnungen nur am Grunde. 35. Eph. serratuiu (Schreb.) Hampe in Flora 1837 p. 285. Synonyme: Phascum serratura Schreb. de Phasco p. 9, t. 2 (1770). Phascum stonoliferum Dicks. fasc. III. t. 7 f. 2 (1793). Phascum velutinum Hoffni. Deutschi. Fi. II. p. 20 (1795). Phascum confervoides Brid. Muse. rec. IL P. I. p. 12 (179S). Sammlungen: Blandow, Musci frond. fasc. VI, No. 251. Rabenhorst, Bryoth. No. 159 a, b. De Notaris, Erbar. crittog. lial. No. 923. Jack, L. & St., Krypt. Badens No. 711. H. Müller, Westf. Laubm. No. 420. Limpricht, Bryoth. sil. No. 5. Zweihäusig, gemischtrasig; die S Blüthe bis 8 Antheridien, ohne Paraphysen. Der bleibende Vorkeim bildet smaragdgrüne Ueberzüge, auf dem die winzigen Pflänzchen (nur 1 mm hoch) meist gesellig auftreten. Blätter grün, aufrecht abstehend oder schwach einseitswendig , die oberen viel grösser, linealisch-lanzett- lich, allmählich zugespitzt, rippenlos, am Rande flach, rings un- regelmässig mit groben, oft längeren und zurückgekrümmten Zähnen; Blattzellen oben verlängert rhombisch (1 : 6), unten rectangulär. Kapsel glänzend rothbraun, fast kugelig, mit kurzem, geradem Spitzchen; Epidermis gelb, Zellen 5- und 6 eckig, Spaltöflnungen nur am Grunde. Seta rudimentär, Fuss kaum angeschwollen, Scheidchen oval. Sporen rund und nierenförmig, 0,05 -0,07 mm, braun, dicht- und grosswarzig; Reife vom Spätherbste bis zum April. var. fi praecox Walth. & Molendo in Laubm. Oberfr. p. 89 (1868). Synonyme: Ephem. intermedium Mitt. , Braithw. Brit. Moosfl. p. 184 (1S84); Ephem. tenuinerve Lindb. Mss. Rippe schwach angedeutet, gegen die Basis verschwindend. Haube klein, dem Scheitel fast aufliegend. Auf begrastem, thonigem Boden, an schlammigen Ufern, ausgetrockneten Teichen, auf massig feuchten Aeckern durch das ganze Tiefland häufig, seltener 166 in Berggegenden; in den Alpen nach Juratzka bis 7 Ol) ra, nach Mol endo bis 1050 m (um Ringgang im Algäu) aufsteigend. — Wurde 1770 durch Seh reber von ausgetrockneten Stellen an der Pleisse bei Leipzig bekannt. Var. ß um Bay- reuth bei Krughof (380 ra) von Mol endo entdeckt. Anderwärts sind unterschieden: var. y. angustifoliimi Bryol. cur. Blätter etwa nur 10 Zellen breit, meist einseitswendig , stumpf gezähnt. Kapsel fast ei- förmig, deutlicher gespitzt. Diese südliche Form wurde zuerst von Fr. Müller 1827 in Sardinien gesammelt. var. ö suhalatinn Boulay Muse, de la france p. 577 (1S84). Blätter sehr lang, pfriemenförmig zugespitzt und lang gezähnt. In Frankreich bekannt. Epheineruni intermediuni Mitt. steht nach den englischen Exem- plaren in gar keiner Beziehung zu JE. coJiaerens , sondern ist eine Form von E. serratum, mit dem es in der Färbung der Kapselwand, Lage der Spalt- öffnungen, Grösse und Oberfläche der Sporen völlig übereinstimmt. B. I^eptoiieiira. Blätter mit Rippe. Kapselwand meist un- gefärbt und chlorophyllhaltig-, Spaltöffnungen über die ganze Kapsel verstreut. 86. Epli. coliaeiTiis (Hedw.) Hampe, Flora 1837 p. 285. Synonyme: Phascum cohaerens Hedw. Sp. musc. 25 t, 1, f. 1 — (i (1801). Phascum heterophyllum De Not. Musc. ital. spie. p. 28 (1837). Sammlungen: Breutel, Musci frond. No. 440. Rabenh., Bryoth. No. 160, 1101. Jack, L. & St., Krypt. Badens No. 171. Blüthen wie voriges. Bildet olivengrüne, später bräunliche, rasenartige Ueberzüge. Hauptaxen des unterirdischen Vorkeims 0,033 mm dick. Pflänzchen etwas grösser als E. serratum, bis 2 mm hoch. Obere Blätter 1,2 — 1,5 mm lang -h bis 0,28 mm breit, auf- recht abstehend bis einseitswendig, lanzettlich bis veflängert-lanzett- lich, am Rande flach und über der Mitte unregelmässig gezähnt; Rippe zart (mit oben 2 , unten 3 und 4 Aussenzellen und einer grossen Innenzelle, die oft fehlt), gegen die Basis verschwindend und mit oder vor der Spitze endend, unterseits oft durch Zähnchen rauh. Blattzellen ziemlich unregelmässig, oben rhombisch, verlän- gert 6 seifig und rhomboidisch, schwach verdickt (0,035 bis 0,05 -f- 0,014 mm), unten wasserhell und dünnwandig. Kapseln oft zu 2, bleich, dick oval oder fast kugelig (0,4 -+- 0,33 mm), mit sehr kurzem , stumpfem Spitzchen ; Kapselwand zuletzt runzelig, dünn- häutig, farblos, Zellen ziemlich regelmässig hexagonal (0,024 mm); Spaltöffnungen über die ganze Kapsel verstreut. Seta 0,07 mm bis rudimentär; Fuss kaum angeschwollen, verkehrt eilänglich- kegelig; Scheidchen (0,18 mm lang), verkehrt eilänglich bis tonnen- 167 förmig. Haube 0,14 mm lang, eingeschnitten, selten einseitig auf- gesclilitzt. Sporen 0,05 -0,07 mm dunkelbraun, mit grossen, halb- kugeligen Warzen; Reife im Spätherbst, je nach den Jahrgängen auch schon früher. An ähnlichen Standorten, doch seltener als voriges, mit dem es oft gesellig auftritt, fehlt in den Alpen. — Hedwig beschrieb nordamerikanische Pflanzen, leg. Mühlenberg. Für das deutsche Gebiet wurde diese Art durch die Bryol. eur. (183T) nachgewiesen und es dürfte die Entdeckung Kneiff zuzuschreiben sein, der die Pflanze um Strassburg sammelte; doch ist es wahrscheinhch, dass schon Lucas 1819 vom Eheinufer bei Coblenz zwei Arten, niimUch PhyscomäreUa und Ephemerum cohaerens als Phascum Lucasianum vertheilte. Schlesien: um Breslau an mehreren Stellen (Milde etc.); Prov. Sachsen: Halle a/S. (A. Kose); Thüringen: Waldeck bei Jena (Geheeb); längs des Eheines von Strassburg (Kneiff und Schimper) bis Düsseldorf (Döring); Wetter au; Baden: Mannheim (Jäger), um Salem (Jack); Württemberg: bei Eavensburg in Oberschwaben (Zickendrath) ; Schweiz: Massongex (Schleicher); Böhmen: Schluckenau (Karl), Tetschen (Siegmund); Nieder-Oester reich: häufig an der Donau bei Wien (Juratzka); Ungarn: Nemes-Podhragy (Holuby); Krain: um Laibach (Deseh- niann); I Strien (Tommasini\ Schimper unterschied in Synops. ed. 1 und 2 das Phascum heterophyllum De Not. (bei Turin gesammelt) als var. ß, die sich durch schmälere, trocken ge- kräuselte Blätter mit zurückgekrümmten Spitzen unterscheiden soll; allein De Not. hat in Epil. p. 741 (1869) diese Form nicht aufgeführt. Eine ähnliche Form, die ich im Herbar als var. badense unterschieden, sammelte J. Jack am 6. Oct, 1879 mit Physcomitrella um Salem in Baden; sie besitzt sehr lang zugespitzte Blätter, deren Kippe unterseits in 3-4 Eeihen scharf gesägt ist. 37. Epli. Riitheanum Schimp. in litt., R. Ruthe in Yerh. bot. Ter. Prov. Brandenbg. IX. Jahrg. (1867) p. 73; J. Milde, Bryol. Sil. p. 190 (1869) et Schimp. Syn. 2 ed. p. 6 (1876). Synonym: Ephemerum serratum ß Eutheana Jur. Laubrafl. p. 5 (1882). Blüthenstand wie bei E. cohaerens^ dem es in allen Bezie- hungen sehr nahe steht. Vorkeim reichlich, smaragdgrün, unter- irdische Hauptaxen 0,03mm dick. Schopf blätter sehr lang, schmal lanzettlich-linealisch, lang zugespitzt, trocken verbogen, von der Mitte bis zur Spitze stumpf gezähnt bis scharf -gesägt; Rippe schwach angedeutet (Innenzellen 2 oder fehlend), gegen die Basis verschwindend; Blattzellen oben verlängert rhombisch, etwa 0^07 -f- 0,01 mm. Kapsel klein (0,28 mm diam.), kugelig, mit stumpfem Spitzchen; Wandung farblos, Zellen gross, fast regelmässig sechs- eckig, Spaltöffnungen über die ganze Kapsel verstreut. Seta rudi- mentär, Fuss und Kapsel wie bei vorigem. Haube kegelig, kaum mehr als den Scheitel deckend und demselben anhaftend, oft ein- 16« seitig geschlitzt. Sporen etwa 0,05 mm, braun , mit grossen , halb- kugeligen Warzen; Reife Spätherbst und Winter. Wurde am 1. Januar 1866 von R. Ruthe an den Wänden eines tiefen Grabens (Thongrund) um Selchow bei Bärwalde in der Neumark entdeckt und Mitte October 1873 von demselben auch bei Schmarsendorf nahe Schön- flies s in der Neumark gesammelt, hier unter Gräsern in einem ausgetrocknet-en Tümpel gesellig mit Pleurid'ium nitidum. Von Boulay auch für Frankreich nachgewiesen. Der Bau der Kapsel entscheidet, dass diese Art nicht in den Formen- kreis des E. serratum gehören kann ; andrerseits halte ich die angeführten Merk- male kaum für ausreichend, um die Pflanze specifisch von E. cohaerens zu trennen, zu dem sie sich verhält, wie E. serratum angustifoliuiii zur Stammform. 38. Eph. Flotowianum (Funck). Limpr. in litt. Synonyme: Phascum Flotowianum Funck Mss.; Schultz in Syll. II, p. 125 (1828). Ephemerum cohaerens y Flotowianum Hampe in Flora 1837, p. 285. Ephemerella Flotowiana Schimp. Syn. 1. ed. p. 8 (1860) et Bryol. eur. Sup2)l. fasc. I. II. t. 1. Zweihäusig; (? und $ wie bei den vorigen Arten, Paraphysen fehlen. Im Habitus wie E. cohaerens. Das oberirdische Protonema reichlich und bleibend; die Hauptaxen des unterirdischen bis 0,04mm dick. Pflänzchen mit den Blättern meist 1,5 mm hoch. Untere Blätter sehr klein, lanzettlich und rippenlos; die übrigen aufrecht- abstehend, im Alter bräunlichgelb, schmal lanzettlich-linealisch, die grössten bis 1,4 mm lang -+- 0,24 mm bis 0,1(5 mm breit, flach, über der Mitte mehr oder minder sägezähnig (Fig. 61 a); Eippe wie bei E. cohaerens, meist gelblich und als Pfriemenspitze aus- laufend (Fig. 61 b); Blattzellen locker und derb wand ig, unten rectangulär (0,07 4- 0,014 bis 0,086 + 0,017) aufwärts rhomboi- disch bis verlängert rhombisch-sechsseitig (0,05 -f- 0,012 — 0,016; doch auch 0,035 -[- 0,017 mm). Kapsel kugelig (0,32 mm diam.), unmerk- lich stumpf und meist gerade gespitzt, zur Reifezeit braunroth; Seta rudimentär (nur 0,017 mm), Fuss etwas angeschwollen, oval; Scheidchen verkehrt eilänglich bis fast kugelig. Haube zart, breit kegelig (Fig. 61c), 0,14 mm hoch, unregelmässig eingeschnitten, zuweilen einseitig bis zur Spitze. Kapselwand einschichtig, schwach gelblich, Zellen in der Mehrzahl ziemlich regelmässig 4-, 5- und 6 eckig (etwa 0,017 mm) ; Spaltöffnungen über die Kapsel verstreut. Sporen rothbraun , 0,06 — 0,08 mm , grosswarzig ; Reife im Spät- herbst. Wurde am 7. Oct. 1822 durch Major v. Flotow auf dem Zechower Berge bei Landsberg an der Warthe (Neumark) entdeckt und als Phascum steno- 169 phylluin ? Voit vertheilt. Als Unterlage erweist sich ein schwarzer Boden, in den sich sehr zahlreich kleine, weisse Quarzkömer mischen. Fiff. 61. Ephemerum Flotowianum (Funck). a Habitusbild (Y) S ^^^ 2^^^^'^^^ an derselben Protoneraaaxe , b Zellnetz der Blattspitze l|-0, c Haube -isi. Wenn Hanipe und C. Müller, denen Eabenhorst und die Bryol. eur. (1849) folgten, diese Art als Var. zu E. cohaerens stellten, so hatten sie den Cha- rakter weit richtiger erkannt, als Schimper, der sie für eme Ephemerella er- klärte. Die Haube darf nicht als kappenförmig bezeichnet werden; sie ist genau geformt wie bei E. cohaerens und E. Butheanum, denn auch bei diesen Arten ist sie gelegentlich wohl einseitig bis zur Spitze geschlitzt. :i9. Eph. sessile (Br. & 8ch.) C. Müll. Syn. I. p. 33 (1848); Bryol. eur. t. 2 (1849). Synonyme: Phascum sessile Br. &: Seh. in Pollichia 1S44 p. 49 et in diario bot. Flora 1S45. Ephemerum crassinervium Hampe in Flora 1S.jT p. 285 et 1847 p. 101; non Phascum Schwägr. (1811). Ephemerum stenophyllura Schimp. Syn. 1. ed. p. 5 (1860), non Phascum Voit in Sturm Deutschi. Fl. U. fasc. 14 (1813). Sammlungen: Müller, Unio itiner. (1827) sub nom. Phascum crassi- nervium! von Sardinien. 170 Zweihäusig, S und $ wie bei den vorigen Arten. Im Habitus etc. der Ephemerella recurvifolm täuschend ähnlich. Oberirdischer Yor- keim smaragdgrün, dicht, Hauptaxen des unterirdischen 0,02 mm dick. Pflänzclien mit den Blättern bis 2 mm hoch. Obere Blätter abstehend bis ein seits wendig, steif, schmal lineal-lanzettlich, 1,3 bis 1,8 mm lang -4- 0,18—0,24 mm breit, gegen die Spitze hin stumpf- gesägt, Rippe kräftiger als bei £". cohaerens^ lang austretend; Blattzellen dickwandig und schmäler als bei den übrigen Arten, unten 0,07 -f 0,01mm; ]\Iitte rhomboidisch 0,05 -j- 0,008 mm, oben meist rhombisch 0,04 -\- 0,008 mm. Kapsel dick -oval, mit gerader , stumpfer Spitze (0,44 -[- 0,34 mm) ; Seta fehlend , Fuss nicht angeschwollen, kegelig. Scheidchen verkehrt eilänglich (0,085 mm breit). Haube breit-kegelig, meist 0,14 mm lang, mehrlappig, leicht abfallend. Kapsel wand gelb, Zellen unregelmässig, Spaltöffnungen über die ganze Kapsel verstreut; Sporensack zur Reife noch deut- lich, an beiden Polen mit den Resten der Columella. Sporen dunkel- rostfarben 0,056 — 0,08 mm, rund bis nierenförmig, durch grosse Warzen wie netzig-gefeldert ; Reife im "Winter. Auf thonigen Aeckeni, Wiesen etc., mit Sicherheit nur von wenigen Stand- orten bekannt. Wurde durch B r u c h auf thonigen Aeckern um Z w e i b r ü c k o n in der Pfalz entdeckt. — Um Hamburg (Sonder); im Harz: auf der Eathswiese bei Blankenburg und am Apenberge bei Cattenstedt (Hampe) ; E 1 s a s s : Weissen- burg (P. Schultz); Pfalz: Wald von Wolfsrach, zwischen Gündbach und Zwei- brücken und auf Wiesen um Zweibrücken (Bruch); um Wien (Garovaglio), nach Juratzka von hier und anderwärts in Oesterreich-Ungarn nicht bekannt; angeblich auch bei Steyr (Sauter). In der Schweiz: um Genf „la Batie" (Eeuter). Var. hvevifolium Bryol. eur. „mit kürzeren Blättern und in oder vor der Spitze verschwindender Eippe" im Gebiete nicht beobachtet. Schimper änderte 1860 ohne Grund den bekannten Namen; denn Text und Bild von Phascum steno- fliyllum Voit in Sturm Deutsch. Fl. („Fruchtträger kurz und gerade, Haube lanzettförmig und gross") wie in der Bryol. germ. I. p. 39 t. 4, f. 2 („Frucht- stiel kurz, gerade, sehr dick und schmutzigbraun; Haube kappenförmig'') stellen es ausser jedem Zweifel, dass diese Species nur auf die heutige Ephemerella re- curvifoUa bezogen werden kann. Selbst auf den Fall hin, dass Voit beide Arten unter demselben Namen vertheilt hätte, bleibt die Aenderung des Namens doch incorrect, denn hier entscheidet in erster Linie die Voit 'sehe Publikation. 6. Gattung: Epliemerella C. Müll. Syn. I p. 34 (1848). Phascum al.; Ephemerum Hampe (1^37); Physedium Brid., Müll, in bot. Zeit. 1847. i Wuchs, Grösse, Tracht und Blüthenstand wie bei Epliemernm, zu dem sich diese Gattung verhält, wie Microhrijum zu Fhascnm. Blätter schmal -linealisch, mit kräftiger, biconvexer Rippe; 171 Zellnetz enger, derbwandig, oben meist gestreckt-rhombisch. Haube kappenförmig, bis zur Kapselmitte reichend. Kapsel deutlich gestielt, dick oval, schief geschnäbelt. Columella innerhalb des Sporensackes resorbirt. Kapselwand bräunlich-gelb, wenig phanero- pore Spaltöffnungen in der Zone der Apophysis. Sporen sehr gross, stets in geringer Zahl. Milde reiht 1869 diese Gattung bei den Trichostomeae ein und auch in Schimper's Synopsis 2. ed. wird sie von den Epheinereae getrennt und zu den Poltioideae gebracht. 40. Eph. recurvifolia (Dicks.) Schimp. Syn. p. 7 (1860). Synonyme: Phascum rccurvifolium Dicks. fasc. IV. p. 1. t. 10 f. 2 (1801). Phascura pachycarpuni Schwägr. Suppl. I. P. 1. p. t 2 (ISll). Phascum stenophyllum Yoit und Sturm D. Fl. II. 14. Heft c. icon. (1818); Bryol. germ. I. p. an. t. 4. f. 2. Phascum Dicksoni Brid. Mant. p. 7 (1819 Phascum crassinervium Bryol. germ. I. p. 40 p. p. t. 4. f. 3 (182.S). Ephemerum pachj'carpum Hampe, Flora 1837 p. 285; Bryol. eur. V. I. t. 2. Physedium pachycarpuni C. Müll. Bot. Zeit. 1847 p. 101. Ephemerella pachycarpa C. Müll. Syn. I. p. 34 (1S4S). Ephemerum rccurvifolium Boulay Muse, de TEst p. 694 (1872). Sammlungen: H. Müller, Westf. Laubm. No. 300. Eabenhorst, Bryoth. No. 1053. Zweihäusig; (^ und $ Pflänzchen verhalten sich wie bei E2)he- meriim, doch führen sie vereinzelte fadenförmige Paraphysen. Der oberirdische Vorkeim smaragdgrün, bleibend. Pflänzchen dem Ephemerum sessile täuschend ähnlich, mit den Blättern bis 1,8 mm hoch. Stämmchen sehr verkürzt, armblättrig. Obere Blätter abstehend (Fig. (32 a) bis zurückgebogen, trocken geschlängelt, bis 1,6 mm lang, schmal linealisch, lang zugespitzt, hohl, flachrandig, oben aus- gefressen-gezähnt ; Rippe auslaufend, ^/^o der Lamina einnehmend (Fig. Q2 b), unterseits etwas rauh, biconvex, 5- und 6 schichtig, Zellen im Querschnit (Fig. 62 c) gleichartig, oben 3 und 4, unten 6 Aussen- zellen. Alle Blattzellen gelb- und dickwandig, Grösse ziemlich gleich, im Mittel 0,04 mm lang -h 0,008 mm breit, unten rectan- gulär, Mitte rhomboidisch, oben kurz rhomboidisch und rhombisch. Kapseln (oft zu 2), dick oval, mit dem schiefen (0,15 mm langen) Schnabel etwa 0,6 mm lang -\- 0,4 mm breit. Kapselwand zuletzt ein- schichtig, bräunlich-gelb, mit grossen, unregelmässigen, dünnwandigen Zellen, Spaltöffnungen nur am Kapselgrunde. Columella innerhalb des Sporensackes zuletzt resorbirt, Seta 0,15 mm lang, gelb; Fuss läng- 172 lieh, nicht angeschwollen, Scheidchen länglich-cylindrisch bis 0,25 mm lang. Haube kappenförmig bis 0,5 mm lang, schief aufsitzend. Piff. 62. ^ E p h e m e r e 1 1 a r e e u r v i f o 1 i a (Dicks."). a Habitusbild 3_3 ^ b Zellnetz der Blatt- spitze 18J, c Blattrippe ^|o. Sporen kugelig - nierenförmig , 0,035 — 0,045, selten 0,05 mm lang, bleich gelblich, fast glatt; Keife im Winter. Auf nacktem, thonig- kalkigem Boden, an Grabenwänden, auf Kleeäckern, Gartenerde etc. bisher nur im Tieflande und in der niederen Bergregion von wenigen Standorten bekannt, fehlt in den Alpen. Phascum recurvifolium Dicks. erscheint in der Literatur schon früh als deutscher Bürger; allein die Beschrei- bungen und Abbildungen beziehen sich auf eine Form der PJiyscomitreUa patens und die Pflanze, welche wir heut mit diesem Namen bezeichnen, wurde erst durch Bruch allgemein bekannt, der sie um Zweibrücken sammelte, obgleich sie schon viel früher von Voit um Schweinfurt entdeckt war, der sie als Ph. stenophijlhmi 1. c. beschrieb. Hamburg (Sonder); Mark: Bärwalde (Ruthe); Bernburg; Thü- ringen: Naumburg a/S. (Garcke); Vargula bei Erfurt (Eöse); Harz: Blanken- burg (Hampe); Göttingen (Hübener); Westfalen: Lippstadt und Anröchte (H. Müller); Rheinprovinz: Bonn (Hübener); Wetterau (Russ); Zweibrücken (Bruch); Saarbrück (Winter): Baden: Schwetzingen; in der Rhön (Geheeb); 173 Württemberg: Moosbach, Künzelsau (Herter); Bayern: Schweinfurt (Voit als Phascum stenophyUnm), Irlbach (Duval), Waldniünchen (Progel). Nach Juratzka in Laubmfl. : Moosbrunn bei Wien (Garovaglio); Ungarn: Nenies Podhragy und Pystian; Istrien: Pola und Dalmatien: Halbinsel Lapad. Schweiz: um Genf (Reuter), Thonon (Pujet). IL F a m i 1 i e. Physcomitrellaceae. Protonema spärlich und früh verschwindend. Fflänzchen herdenweise auf nacktem Schlamm, viel kräftiger als Epliemermu, etwas fleischig und saftig grün. Stengel meist niedrig und einfach, Auszweigung am Grunde, Centralstrang fehlt. Blätter breiter als bei Ephemeruiu, am Rande flach und gezähnt; Rippe vor der Spitze verschwindend, Zellnetz sehr locker und oben rhomboidisch, Chloro- phyll grosskörnig, stets ohne Papillen. Einhäusig, die Antheridiengruppe terminal angelegt, durch den kurzen $ Spross zur Seite gedrängt oder in einer Gabelung, Paraphysen oft mit angeschwollener kugeliger oder ovaler Endzelle. Seta rudimentär und ohne Centralstrang oder deutlich vorhanden und mit schwachem Centralstrange. Haube entweder kegelig wie bei Ephemerum oder kegel-mützenförmig und gelappt wie bei Fhyscomitrium. Kapsel kugelig und ohne Hals oder oval mit mehr oder minder deutlichem Halse, mit stumpfer, zuweilen deckel- artiger Spitze. Kapselwand 3 schichtig, am Grunde mit zahlreichen schildförmigen Spaltöffnungen (Fig. 59, p. 158). Colu- mella mächtig entwickelt, doch ihre Zellen äusserst dünnwandig, Luftraum schmal und ohne Spannfäden. Bei der weiteren Ent- wickelung werden Columella und Sporensack meist ganz resorbirt und der Innenraum der reifen Kapsel wird völlig von den sehr zahlreichen und grossen Sporen erfüllt, die durch unregelmässiges Bersten der zuletzt dünnhäutigen , verschrumpften Kapselwand frei werden. 7. Gattung: Pliyscoiuitrella Br. & Seh. Brvol. eur. fasc. 42 (1849). Synonym: Genthia Bayrh. Uebersicht d. Moose d. Taunus p. 2 (1S49). Zu dieser Gattung citirt Schimper später sich allein als Autor. Fasc. 4!) der Bryol. eur. erschien erst nach Bruch's Tode (f 1847); allein Schimper schreibt hei der Publikation selbst „nohisl" — Keine andere Gattung hat bei Vertheilung ' der cleistocarpen Moose so leicht eiue sichere Stelle gefunden als Physcomitrella neben Physcomitrium sphaer/cum, dem sie in allen vegetativen Merkmalen so täuschend ähnlich ist, dass H. Lucas (Flora 1S19 p. 174) die Mei- 174 nung aussprach: Phascum patens sei der Urtypns von Ph. sphaericum und dieses eine Wiederholung von jenem auf zweiter Stufe der Evolution. 41. Physcomitrella i)atens (Hedw.) Br. & Seh., Bryol. eur. I. t. 3 (1849). Synonyme: Phascum patens Hedw. Descr. I. p. 28. t. 10 (1787). Phascum Lucasianum Bryol. germ. I. p. 44 (1823). Ephemerum patens Hampe, Flora 1837, p. 28.5. Genthia patens Bayrh. 1. c. (1849). Aphanorrhegma patens Lindb. in Öfveis. af K. Vet.-Akad. Förh. 1864, p. .580. Sammlungen: Blandow, Musci l'rond. Mecklenb. fasc. V. No. 202. H. Müller, Westf. Laubm. No. 299. Rabenhorst, Bryoth. No. 161, 1055. Jack, L & St., Kryptog. Badens No. 172. Einhäusig; Antheridiengruppe nackt und pseudolateral unterm Perichätium oder in einer Gabelung, selten am Fusse des Scheidchens ; p.^ Antheridien gelb, bis über 10, sehr klein, Schlauch nur 0,07 bis 0,08 mm lang, Paraphysen länger , spärlich , fadenförmig oder mit grosser, kugeliger bis ovaler Endzelle. — Stämmchen selten bis 5 mm lang, einfach oder gegabelt, seltener durch Sprossung aus dem Grunde büschelig. Untere Blätter rippenlos, obere rosettenartig zusammengedrängt, abstehend, verkehrt - eilänglich , kürzer oder länger zugespitzt, am Rande flach und stumpf ge- zähnt; Rippe vor der Spitze verschv^indend, mit weitlich- tigen (oben 2 unten 3) Aussen- zellen und einer Gruppe gelber, substereider Innenzellen ; Blattzellen sehr locker, oben rhomboidisch bis rhombisch (0,035 + 0,017 mm), Mitte rhomboidal, kurz rectangulär bis quadratisch (etwa 0,028 mm breit) unten rectangulär und chlorophyllärmer. Kapsel kugelig (bis 1 mm Physcomitrella patens (Hedw.). Habitusbild M. 175 diam.) mit stumpfer, massiver Spitze, Deckel nicht angedeutet; ohne Hals oder Apophysis; Epidermiszellen gross, ziemlich regelmässig sechseckig. Seta rudimentär, ohne Centralstrang, Fuss kaum an- geschwollen, länglich, stumpf; Scheidchen eiförmig, dick. Haube kegelig, 0,3 bis 0,4 mm lang, nur den Scheitel deckend, am Saume nicht eingeschnitten, meist leicht abfällig. Sporen zahlreich, rund bis nierenförmig, 0,024 — 0,032 mm, rostfarben, dicht stachelig, Reife im Spätherbste, oft schon im August, je nach den UeberschAvem- mungen. var. ß megapolitana Bryol. eur. (Phascum megapolitanum Schultz, Fl. Starg. Suppl. p. 63 (1819); Flujscomitrella patcus ß (mgustifolia De Not. in Erb. critt. Ital. Ser. H. No. 161). Kleiner als die Stammform; Schopf blätter schmäler, linealisch- ' zungenförmig, aufrecht abstehend und verbogen. Aiif Schlamm an Teichen und Flüssen durch das ganze Tiefland (noch in Ober-Italien) verbreitet und stets gesellig mit Vhyscomitrium sphaericum, seltener in Berggegenden, z. B. in Bayern nach Molen do nur an 3 Standorten. Wurde 17S1 von Hedwig im Kosenthai bei Leipzig entdeckt. Höchste Standorte: um Bayreuth bei 350 m (Molendo); Memmingen (Holler u. Huber); Constanz am Bodensee (Jack); Stevr in Ober-Oesterreich (Sauter); Leoben in Steiermark (Breidler); Laibach in Krain (Juratzka); Schweiz: Neuchätel (Lesquereux) , Genf (Reuter). — Nach E. Hampe Flor. Herc. zählt diese Art auch im (Harz-) Gebirge zu den ge- meinsten Moosen. Var. ß zuerst von Schultz um Neu-Brandenburg in Mecklenburg beobachtet, erscheint überall mit der Stammform , doch gewöhnlich etwas früher. Behn Oeffnen ausgereifter Kapseln hndet man den Innenraum ganz mit Sporen erfüllt, zwischen denen häufig die vertrocknete Columella sich noch nach- weisen lässt; sie stellt ein an beiden Enden zugespitztes Säulchen dar, dessen Verbindung mit dem Kapselgewebe gelöst ist, weshalb es mit den Sporen heraus- fällt. Das Bild der Bryol. eur. t. 3 f. 11, welches einen Kapsellängsschnitt mit dicker, oben freier Columella zeichnet, kann nur nach einer Kapsel entworfen sein, bei der die Ausbildung der Sporen unterblieben ist. In Folge Ausdehnung der Kapselwand hat sich das obere Ende der Columella mechanisch vom Gewebe der Spitze gelöst und der vertrocknete Sporensack liegt der Columella an. 42. Physcomitrclla Hampei nov. sp. (Phi/scomürium spTiae- ricum X Phijscomürella patens). Synonyme: Physcomitrclla patens y pedicellata Bryol. eur. t. 3 y (1S49). Ephemerum patens y anoraalum Hampe in sched. Aphanorrhegma patens var. anomalum Hampe, Lindb. in Öfvers. K. Vet. Akad. Förh. 1864, p. 580. Physcomitrella pat. S anomala Hampe, Milde in Bryol. sil. p. 191 (186). 17(5 Fiff. ü4. Zweifelsohne ein Bastard, der in den vegetativen Merkmalen mit der vorigen Art übereinstimmt. Blütlien wie bei voriger. Seta gelbröthlich , nach oben dicker und schwach links gedi-eht, kürzer oder länger (oft nur 0,6 mm lang), mit undeutlichem Centralstrange, allmählich in den sehr langen, schlanken Fuss sich verjüngend; Scheidchen cylindrisch (Fig. 64). Kapsel oval, mit Hals (in dessen lockerzelligem Gewebe sich die centrale Axe deutlich abgrenzt) und Anlage eines kurz kegeligen Deckels, der etwa 6 Stockwerke (schräg verlaufender Zellen) unter dem Scheitel durch 3 Eeihen kleiner, rundlicher Zellen abgegrenzt wird, sich jedoch von selbst , nicht ablöst. Sporensack, Columella und Luftraum (letzterer ohne Spannfäden) noch zur Reifezeit vorhanden. Zellen des Exo- theciums um die Hälfte kleiner und regel- mässiger als bei der vorigen Art, Spaltöffnungen im Halstheile, schildförmig. Haube, wie bei Fltyscomitrimu sphaericmn, kegel- mützen- förmig und gelappt, etwa 1 mm lang. Wächst vereinzelt zwischen den Stanimeltern und wurde von E. Hanipe bei Blankenburg im Harz entdeckt, später von E Kuthe um Bärwalde Inder Mark beobachtet. Im vorigen Herbste sammelte ich die Pflanze an den Oderufern bei Breslau imd hatte so Gelegenheit, sie genauer zu untersuchen. Lindberg sah seinerzeit (1864) diese Form aus den Blattwinkeln von PhyscomitreUa patens sich entwickeln: ich habe das leider niemals gefunden und auch J. Milde (1. c.) scheint es nicht beobachtet zu haben. Nach meiner Auffassung spricht Alles, was ich gesehen habe, für die Bastardnatur. Sporogon von Physcomi- trella Hampei Limpr. /■3 3\ ni. Familie: Phascaceae. Sehr kurzstengelige, meist nur knospenförmige, in Herden und lockeren Raschen wachsende Pflänzchen, die sich im Herbste aus dem unterirdischen, ausdauernden Protonema entwickeln, während das oberirdische nur kurzlebig ist. Stengel oft einfach, doch auch durch fertile Sprosse gabelig und büschelästig, höchst selten mit sterilen Sprossen aus den Blattachseln , meist ohne Stammbündel. Blätter glanzlos, weich, breit-eiförmig bis länglich-lanzettlich, zu- 177 gespitzt, gewöhnlich gaiizrandig, alle oder wenigstens die oberen mit austretender Eippe; Zellen parenchymatisch (nur bei Acaxlon glatt und oben rhombisch), oben rundlich- quadratisch bis seciis- eckig und meist warzig -papillös, unten rectangulär, dünnwandig und chlorophyllarm. Sporogone oft 2 und 3 in einem Perichätium, meist eingesenkt oder seitlich heraustretend, die kurze, meist un- gefärbte, häufig gekrümmte Seta mittelst eines meist angeschw^oUenen Fusses in die Vaginula eingefügt. Haube mutzen- und kappen- förmig, selten papillös. Kapsel kugelig oder eiförmig bis ellipsoi- disch, meist kurz gespitzt und ohne Hals, selten mit Andeutung eines Deckels. Columella normal, Luftraum meist ohne Spannfäden. Spaltöffnungen phaneropor (meist 6), in der Zone der wenig ent- wickelten Apophysis. Sporen verhältnissmässig gross. 8. Gattung: Acaiiloii C. Müll, in Bot. Zeit. 1«47 p. 99 p. p.; Lindberg Musci Scand. (1879). Spliaerangium Schimp. Syn. 1. ed. p. 12 (1S60). Pflänzchen winzig, knospenförmig , gebräunt und herdenweise, Stämmchen sehr verkürzt und armblättrig, ohne Stammbündel und ohne Auszweigung ; Yerjüngung vom unterirdischen Protonema aus, das an feuchten Orten auch bleibendes grünes Protonema entwickelt. Untere Blätter klein, rippenlos und mit verschwindender Rippe. Schopf blätter breit-eiförmig, kielig-nachenförmig, an der zurückge- bogenen Spitze mit umgebogenen und ausgeschweift-gezähnten Rän- dern, durch die mehr oder luinder auslaufende Rippe zugespitzt. Zell wände der Blattunterseite stark verdickt, beiderseits ohne Papillen. Blattzellen oben kurz- rhombisch, abwärts rhomboidisch, unten dünnwandig, wasserhell und rectangulär. Rippe abwärts schwächer, Deuter fehlen, oben 2, unten 3 — 5 Aussen- zellen, Innenzellen bis 6 oder fehlend, sämratliche Zellen braun- und dickwandig. Z weih aus ig, die winzigen 4 — 6 blättrigen $ Pflänzchen entweder isolirt oder mittelst der bleichen Rhizoiden der Basis des $ Pflänzchens anhängend ; Greschlechtsorgane immer in geringer An- zahl, Paraphysen vereinzelt, kurz und bleich. Kapsel tief in den Hüllblättern versteckt und von denselben umwickelt, kugelrund und ohne Andeutung eines Deckels. Columella, Sporensack und Luftraum normal, letzterer ohne Spannfäden. Kapselwand braun- roth oder gelbbraun ; Zellen gross, trapezoidisch, mit dünnen, lichten Scheidewänden; am Gr\inde wenige grosse, phaneropore Spaltöff- nungen. Seta so lang oder wenig länger als das dicke, fast ei- I,i m p r i f li t , I/iubmoose. 1^ 178 kugelige Scheidchen ; Fuss angeschwollen, kugelig bis oval, doppelt so breit als die Seta. Haube sehr klein und zart, kegel-mützen- förniig, 3 — 5 lappig, nur den Seheitel deckend und hinfällig. Geschichtliches: Zu Acaulon C. Müll., gegründet auf die mützeii- iormige, zarte Haube, gehörten anfänglich auch Ä. Flörkeanum (W. & M.) und A. carniolicum (W. & M.), doch wurde letzteres von den Verfassern der Bryol. Eur. (1849) wieder zu Phascum gestellt. Als nun Schiraper (1860) die Gattung in der Umgrenzung der Bryol. Eur. in 2 Genera {Sphaerangium und Micro- hryum) zerlegte, musste er von rechtswegon der artenreicheren Gattung den altea Namen Acaulon (d. h. ohne Stamm), der von Müller bildlich gebraucht war, belassen, so dass nur Microbryum zu Eeclit besteht. Acaulon ist eine ausgezeichnete Gattung, die sich zwischen JEphenierum un. 311. Sphaerangium muticum Schinip. Syn. 1. ed. p. 13 (1860). 179 Öa mm hingen: Blandow, Muse, frond. Mecklenb. fasc II. No. 52. Brcutel, Musci frond. No. 411. Rabenhorst, Bryotheca No. 151a — c. H. Müller, Westf. Laubm. No. 298. Zweihäusig; die S Pflänzchen sehr klein, meist 6 blättrig, oft dem Grunde des 2 Pflänzchens anhängend (Fig. 65 a). Die fruch- Fis:. 65. Acaulon muticum (Schreb.). a Habitusbild, am Grunde das $ Pflänzchen b Sporogon und inneres Hüllblatt ^J . tende Pflanze bis 2 mm hoch, länglich-knospenförmig, im Querschnitt rundlich. Schopfblätter zwar sehr hohl, doch an der Spitze nicht kappenförmig, nur hier der Eand zurückgebogen und ausgeschweift- gezähnt (Eig. 65 b); Rippe kurz austretend. Zellwände der convexen. 12* 180 Blattflächo sehr stark verdickt, an der Blattinnenfläche zart und vorgewölbt; die rhombischen Zellen etwa 0,034mm lang- -+- 0,017mm breit. — Kapsel aufrecht, braunroth, fast kugelig (0,6 mm diam.), am Scheitel mit einer niedrigen, stumpfen Warze. Seta gerade, etwa so lang als das Scheidchen. Sporen ovoidisch-rundlich, 0,032— 0,('o.j, doch auch 0,04 -0,05 mm, fein warzig, bräunlich; Reife Spätherbst bis Frühjahr. Auf lehniig-thonigem und kalkigem Uodon, auf Aeckern, an Waldlichtungen. Mauorerde durch das ganze Gebiet verbreitet und bis 60U m aufsteigend. ^ Wurde 1770 durch J. Chr. D. Schreber bekannt: ältere Quellen sind unsicher, denn Schreber's Citat „Dill. p. 252 t. 82 f. 12" gehört nach Lindberg's Untersuchung im Herb. Dill, zu Phascum cuspidatmn var. minus. — Möglicher- weise gehören hierher : Miiscus apocarpus omnium minimus Eupp. Jen. p. 389 und Buxb. Halens. p. 229. — In F. Ehrhart, Cr^'pt. No. 172, sind die ersten deutsclien Exemjjlare (von Hannover) ausgegeben. — Schon Gümbel, Vorkeim p. 576, beobachtete hier Ansätze zu gelappten Blättern, sie sind auch bei der fol- genden Art nicht selten. Einmal sah ich bei A. muticmn ein zweitheiliges 2 Hüll- blatt, veranlasst durch eine gegabelte Kippe. Acauloii minus (Hook. & Tayl.) Jag. Musci cleistoc. p. 19 (1869). Synonyme: Phascum globosum Schleich. Cat. 1815 nach Bryol. Eur. Phascum muticum ß minus Hook. & Tayl. Muse. brit. p. 7. t. 5 (1818). Acaulon muticum ß minus Bryol. Eur. (1849). Sphaerangium muticum ß minus Schimp. Syn. 1. ed. p. V6 (JSßO), In allen Theilen kleiner; die Perichätialblätter die Kapsel kaum überragend, ganzrandig. Sporen deutlich gekörnelt. Heimathet in Frankreich und England und müsste, falls das Citat von Schleicher richtig ist, auch in der Schweiz vor- kommen. Acaulon pilig-erum (Pliascum püigerum De Not. Eiwl. p. 378: Sphaeran- gium muticwm y cuspidatmn Schimp. Syn. 1. ed. p. 13) ist eine mediterrane Form, die sich an A. triquetrum anschliesst. * Acaulon mediterraneum nov. sp. Kleiner als A. muticum, dem es im Bliithenstande gleicht. Blätter schmäler, nicht oder kaum zusammenschliessend, ganzrandig, die Spitzen der oberen Blätter nicht zuriickgekrümmt ; Eänder an der Spitze meist flach, selten schwach rückwärts gebogen. Eippe kurz austretend. Blattzellen kleiner, oben zumeist rhomboidisch (0,023 + 0,011 mm). Kapsel auf- recht, die Mitte der Hüllblätter erreichend, von oben sichtbar, fast kugelig (0,5 4- 0,43 mm) oder kugelig (0,46 mm). Seta rudimentär (0,05 mm), kaum Vä so lang als das kugelige Scheidchen und nicht gekrümmt. Sporen fein igel- stachelig, meist kugelig, 0,028—0,032, selten 0,0.S5 mm. Fand sich in Avenigen Individuen im Herbar C. Müller-Halens. zwischen Aschisma carniolica var. ß. speciosa leg. Moris & Lisa in Sardinien. 181 44. A. triiiuetrum (8prucej C. Müll, in Bot. Zeit. 1847 p. 100; Bryol. eur. t. 4. Synonyme: Phascum bulbosiim y niinimum De Not. Syllab. No. 30ß (1838). Phascum triquetrum Spruce in Journ. of bot. 1 S4.5 p. ] Sil. Schistidium triqu. Mitt. in Ann. mag. Nat. bist. 1851 p. 311. Sphaerangium triqu. Schimp. Syn. 1. ed. p. 14 (1860). Sammlungen: Moug. & Nestl. (182Ü) No. 802. Ph. muticum! Rabenh. Bryoth. No. 164, 10.54, 1156. Jack, L. & St., Kryptog. Badens No. 369. Zweihäusig, die S Pflänzchen oft nur 4- und 5 blättrig, in der Regel dem Grunde der '+ anhängend. Der vorigen Art ganz ähn- lich, nur in allen Theilen kleiner und die Blattzellen minder dick- wandig. Pflänzchen breit - eiförmig , dreiseitig-knospenförmig 1 — 1,5 mm hoch. Blätter schärfer gekielt, oben fast kapuzenförmig, Ränder fast längs zurückgebogen und ausgeschweift-gezähnt; Rippe in eine längere, zurückgebogene Stachelspitze auslaufend. Kapsel fast wag er echt, kugelig (0,4 mm diam.) ohne Warze, gelbbraun; Seta 0,2 mm lang und seh w an enh als artig gekrümmt. Sporen 0,02—0,024, selten 0,027— 0,035 mm, braun und dichtwarzig; Reife wie bei vorigem. Auf lelmiigem und lehmig-sandigem Boden, auf Aeckern, an Dämmen, in (iärten, auf Uferschlamm etc. zerstreut durch das Gebiet und nur in der Ebene. Wurde 1822 von Kneiff an den begrasten Festung.swerken von Strassburg entdeckt. Mark: Guhden und Dölzig bei Bärwalde (R. Ruthe), findet hier seine Nordgrenze; Prov. Sachsen: Halle a/S., Naumburg a/S. (Beneken): Thüringen: im Unstrut- und im WeiTathale (Möller), um Gotha (Rose) ; Rheinpfalz: Landau (Gümbel); im Rheinthale häufig (Schimper), um Lorch (Bayrhofer): Baden: Kaiserstuhl, Heidelberg, Durlach, Br)tzingen (Gümbel, Seubert und andere); Bayern: Sendung bei München (Sendtner) bei 600 m, höchster Standort!; um Wien stellenweise gemein (.Juratzka). — Nach Saut er: im Pinzgau, bleibt fraglich. 9. Gattung: Pliaüiciiiii (L. sp. pl. p. p.) Schreb. De Phasco Obs. (1770). Pflänzchen sehr klein , oft nur knosp enförmig. Stännnchen aufrecht, mehr oder weniger verkürzt, einfach oder durch fertile Sprossen gabelig bis büschelig getheilt, ohne Stammbündel, Innen- zellen dünnwandig. Blätter eil anzettlich bis verlängert lanzettlich, alle oder die oberen mit kräftiger, austretender Rippe, am Rande mehr oder minder umgebogen und ganz. Blatt- rippe mit zwei grossen Deutern (Fig. 66 a), oberseits mit zwei Aveit- 182 aBlattrippe von Phascum curvicollum (Ehrh.) ---^; b Spaltöifnung von Phascum piliferum :?Ai liimigen Aussenzellen , unterseits mit einem gelben Stereidenbande und zahlreichen englumigen Aussenzellen. ßlattzellen parenchyma- tisch, in der oberen Blatthälfte gleichmässig schwach verdickt, quadratisch bis hexagonal, beiderseits warzig -papillös, gegen den Y[g ,j(^ Blattgrün d locker rec- tangulär , dünnwandig und chlorophyllarm. Blüthen einhäusig oder zwitterig. Sporogon eingesenkt bis etwas vortretend oder seitlich zwischen den Hüllblät- tern heraustretend. Seta verkürzt, meist unge- färbt, häufig gekrümmt, mittelst eines meist angeschwollenen Fusses in das stark entwickelte Scheidchen eingefügt. Haube halbseitig, seltener mützenförmig, die Kapsel meist bis zur Hälfte deckend. Kapsel kugelig, eiförmig oder oval bis ellipsoidisch , meist stumpf gespitzt, nur bei Ph. rectum mit Andeutung eines Deckels; Zellen der Kapsolwand dünnwandig, meist rectangulär; Schliesszellen der Spaltöffnungen zuweilen die Nachbarzellen überwölbend, wie bei Phascum cuspidatum und piliferum (Fig. 66 b), Luftraum selten mit chlorophyllreichen Zellfäden. Geschichtliches: Linne hat zwar 175':) der Gattung den Namen ge- gegehen, der bei Theophrast eine Flechte, wahrscheinlich Usnea harhata be- zeichnete, allein den wahren Charakter hat erst Sehr eher festgestellt. Linne charakterisirte seine Gattung: „Anthera operculata, ore ciliata, calyptra nuUa?" und vereinigte mit Phascum Acaidon auch Pli. repens, Ph. erectum und Ph. pedu'iiculatmn, von denen die 3 letzteren theils zu Cryphaea, theils zu Splachimm gehören. — Ausgenommen Voitia und Bruchia wurden bis 1S26 alle neu aufge- stellten cleistocarpischen Moose als Phascum beschrieben. Als jedoch später, auf Grund des Blattzellnetzes und der Haubenform, hier neue Gattungen abgezweigt wurden, verblieb im Anschluss an Ph. cuspidatum die reducirte Gattung durcli die parenchymatischen, papillösen Blattzellen und die halbseitige Haube charakte- risirt. Doch ist letzteres Merkmal hinfällig, weil wir eine bisher übersehene Form von Ph. cuspidatum mit constant kegel-mützenförmiger , am Saume V)- und 4lap- ])iger Haube besitzen; deshalb ist Microbrymn Schimp. wieder m\i Phascum zu vereinigen, so dass jetzt letztere Gattung bezüglich der Haubenform sich ganz ähnlich verhält wie Grimmia. A. Mierobryuiu Schimp. Syn. 1860. Pflänzchen äusserst klein. Haube nur den Scheitel deckend, mützenförmig 3 — 5 lappig, aufrecht. Seta rudimentär, gerade, 183 Fuss nicht angeschwollen , Sch^idchen kugelig. Luftraum ohne Spanntaden, 45. Pli. Flörkeanum Web. & Mohr, Bot. Taschenb. p. 70 et 451 (1807). Synonyme: Phascum minutum Eöhl. Ann. Wetter. Ges. I. p. 185 (1809). Phascum badium Voit. Musei Herbip. p. 7 (1812). Acaulon Flörkeanum C. Müll. Bot. Zeit. 1S47 p. 99: Bryol. cur. t. 3 (1849). Schistidium Flörkeanum Mitt. (1851). Microbryum Flörkeanum Scliimp. 8y\\. I ed. p. 11 (186Ü). Sammlungen: Eabenhorst, Bryotli. No. 1102. Einhäusig; Antheridien sehr klein, zu 2 nackt und ohne Paraphysen in den Achseln der Sub-Perichätialblätter. Fig. 67. Phascum Flörkeanum W. & M. a Habitusbild =J> , b Sporogon 8_(t' c Blattrippe »e o. Fflänzchen vereinzelt oder truppweise, äusserst klein (oft bis zu den Blattspitzen kaum 1 mm), minder knospenförmig (Fig. 67 a), mit abgebogenen Blattspitzen, bräunlich bis röthlich. Verjüngung A'om unterirdischen Protonema aus, dem oft winzige, rein cJ Fflänz- chen aufsitzen. Stämmchen einfach, sehr verkürzt, ohne Central- 184 sträng. Blätter etwa 6 — 13, die untersten klein, rundlich und ei- förmig, ohne oder mit verschwindender Rippe, die übrigen grösser, geöffnet (0,75 mm lang), oval-lanzettlich, zugespitzt, oberhalb am Rande umgebogen und crenulirt; Rippe gelbbräunlich bis braun- roth, nach oben kräftiger und als Endstachel austretend, im ent- wickeltsten Theile mit 2 grossen Deutern, oberseits mit 3, unterseits mit 5 — 9 Aussenzellen und einem Stereidenbande (Fig. 67 c). Blatt- zellen parenchymatisch , oben quadratisch bis 6 seitig (0,014 mm), mit stumpfen 1 und 2 spitzigen Papillen, unten kurz rectangulär, chloröphyllarm und glatt. Archegonien spärlich und ohne Para- physen ; die Perichätialblätter grösser (1,25 mm lang) und sehr hohl, die Kapsel völlig einschliessend, zuweilen ausserhalb dieser Hüll- blätter noch eine Archegoniengruppe, die von oben her durch ein Deckblatt geschützt wird. Kapseln (oft 2 — 4 gehäuft) braun, ei- kugelig mit gerader, stumpfer Spitze bis V4 Kapsellänge ; Seta rudimentär, gerade, so dick und lang als der stumpf-kegelige Fuss (Fig. 67 b); Scheidchen kugelig (0,18 mm diam.). Haube kegelig (0,25—0,3 mm lang), glatt, nur den Scheitel deckend, zuletzt am Saume meist 3 lappig. Zellen der Kapselwand rectangulär, phaneropore Spaltöffnungen am Kapselgrunde. Sporen 0,021 bis 0,024 mm, schmutzig gelb, wie glatt; Reife im Spätherbst. Auf etwas feuchtem, doch meist kalkhaltigem Boden (Erdblössen, Brachen, Uferschlamm) zerstreut durch das Gebiet und bisher nur in der Ebene und den Niederungen der unteren Bergregion. Wurde von Prof. Flörke (t 1835 in Eostock) bei Winzorla nahe Jena entdeckt. Mecklenburg: Eostock; Mark: um Bär- walde undLübben; Schlesien: Schmolz und Jauer; Sachsen: Dresden; Halle a/S.; Naumburg a/S.; Harz: Blankenburg; Westfalen: Lippstadt; Wesergebirge; Eheinprovinz: Neuwied; Hessen: Massenheim; Eheinpfalz: Landau, Zwei- brücken; Elsass: Strassburg am Neuhof; Schweiz: im Jura und um Genf: Gethod und Thiele; Württemberg; Heilbronn und Mergentheim; Ehön- gebirge: um Geisa im Engenthal, unterm Easdorfer Berge über 300 m (höchster Standort!) und bei Neustadt a/S.; Thüringen: Jena, Eochlitz und Schnepfen- thal, Gotha, Mühlhausen; Fichtelgebirge: Berneck; Bayern: Würzburg, Schweinfurt, Dingolfing, Irlbach bei Straubing; Nieder-Oesterreich: um Wien; Ungarn: Lapäs-Gyarmat und Nemes-Podhragy. Phascum badium Voit, vom Autor bei Schweinfui-t entdeckt, wird 1S13 in Sturm's Flora (14. Heft) von Voit selbst als Ph. Flörk. Ijeschrieben und abge- bildet. Die Verf. der Bryol. germ. L p. 53 gaben der Pflanze wieder Artrecht und Bridel beschreibt sie als var. ß. in Bryol. univ. L p. 27 (1826). — Sie unterscheidet sich durch rothbräunliche Farbe und schmälere Blätter. Hiermit übereinstimmende Pflänzchen finden sich häufig vergesellschaftet mit der Stamm- form. 185 E. Kuphasciiiu. Haube kappen förmig, klein. Kapsel kugelig oder eikugelig, kurzgespitzt, ohne Deckelanlage, Apophysentheil rudimentär, Luft- raum ohne Spannfäden. Seta stets kürzer als die Kapsel, Fuss etwas angeschwollen, Scheidchen eiförmig, dick. 4(». Pli. eiispidatum Schreb. de Phase o p. 8 t. 1 fig. 1 — 5 (1770). Synonyme: Sphagnuni acaulon bulbiforrae niajus Dill. Muse. p. 251 t. 32 f. U ; nach Lindberg auch Sph. acaulon bulbiforme minus Dill. 1. c. p. 252 t. ,^2 f. 12. Phascum acaulon L. Sp. pl. 1570 (1753). Bryum bulbiforme Neck. Meth. musc. p. 230 No. 42 (1771). Phascum acaulon ß majus Ehrh. Hannov. Mag. 1780 p. 235. Phascum polycarpum Br. & Seh. Bryol. eur. fasc. 1. t. 6 (1837). Astomum polycarpum Hampe, C. Müll, in Bot. Zeit. 1847 p. 98. Pottia cuspidata Mitt. Ann. nat. hist. 2. ser. VIII p. 311 (1851). Einhäusig; die Antheridiengruppe steht in der Region der unteren Schopf blätter (bei verzweigten Stämmclien an den Gabel- Fig. 68. stellen oder am Grunde des Fruchtastes) und wird in der Regel von 2 kleineren Blättern umgeben (Fig. 68), davon das untere als „Stützblättchen'', das obere als „Deckblättchen" zu bezeichnen ist; letzteres ist meist ungerippt, oft sehr schmal und dann leicht zu übersehen. Antheridien zu 5 — 7 ; Paraphysen mit kuge- liger oder länglich - ange- schwollener Endzelle. Pflänz- chen herdenweise , selten rasenbildend, meist grün, in Grösse je nach den Standorten von 1,5 bis 10 mm wechselnd, selten einfach , meist gabelig nnd büschelig; Auszweigung "^ ' seitlich vom Antheridien stände, selten sterile, peitschenähnliche Sprossen aus den Achseln der oberen Schopfblätter. Blätter trocken verbogen, reich an gro sskörnigeni (J Blüthenstand vom Phascum cuspi- datura Schreb., bei sp ein junger Spross 186 Fig. 70. Chlorophyll, Schopfblätter meist zusammenschliessend, länglich-lan- zettlich - zugespitzt , etwas herablaufend, hohl, am Rande zurück- Pig 69_ gebogen, ganzrandig, beiderseits mehr oder minder warzig-papillös, selten völlig glatt. Blattzellen oben quadratisch-sechsseitig, meist 0,017 mm, höchstens bis 0,021 und 0,028 mm und selten gegen die Spitze einzelne rhombische Zellen ; BlattrJppe vonPhascumcuspidatum (jig unteren Zellen rectangulär 2 8 ~T"' ^l : 3) dünnwandig und chloro- phyllarm. Blattrippe kräftig, gelb, kürzer oder länger austretend; Stereidenband 2- und 3 schichtig, Begleitergruppe deutlich (Fig. 69). Kapsel eingesenkt, meist von den Hüllblättern ums Doppelte über- ragt, kugelig und eikugelig, stumpf gespitzt, mattbraun, nicht glän- zend; Seta so lang als eiförmige Scheidchen, oft bis zur Hälfte länger, selten kürzer, fast stets nach oben dicker und etwas ge- krümmt (Fig. 70 a), meist unge- färbt; Fuss etwas angeschwollen, verkehrt eilänglich (Fig. 70 b). Haube meist kegel-kappenförmig, d. h. seitlich geschlitzt, gelb, lose dem Scheitel aufsitzend und 0,6 mm lang. Sporen in Masse ockerfarben, 0,028— 0,032 mm, warzig; Reife im ~"*~' Frühjahr. Die wichtigsten Formen sind: var. /? Sclireberiaiium Bridel, Sp. muse. I p. 9. {Phascum Schreberianum Dicks. fasc. IV. ]). 2 (1801): Fhascum cnsp. ß maxmmm Web. & Mohr Taschenb. p. 68). Stengel höher, wiederholt gabelig oder büschelig; Blätter oft glatt. Seta so lang als das Scheidchen, meist etwas gekrümmt. Sporen bis 0,035 mm. Exsicc. Rabenh. Bryoth. No. 853 ; Jack, L. & St.. Krypt. Badens No. 879. Phascum cuspidatum var. f. a Sporogon mit dem inneren Peri- chätialblatte y, b Seta mit Fuss 167 var. ;- curvisetuiii Bryol. g-erm. I p. 72 t. 7 f. 18**. (Fhas- cum cmrisetum Dicks. fasc. lY t. 10 f. 4.) Seta gekrümmt, Kapsel seitlich heraustretend. Hierzu gehört auch var. elatmn Bryol. eur. (Phascmn clatmn Brid. in Schrad. Journ. 1880 I p. 269 et Fh. grandiuscuhm Brid. Sp. niusc. p. 9; var. longisehm Schultz (1828) Syll. II p. 123). Seta gekrümmt, so lang als die Kapsel. Yar. S affine {Flmscum affine Bryol. germ. I p. 74 t. 7 f. 19). Schopf blätter aufrecht-abstehend bis zurückgebogen. Kapsel kugelig, Seta gelbgrün, kürzer als das Scheidchen. Diese Form trägt oft peitschenförmige, sterile Sprossen. yar. f- luitraeforme (Exsicc. Rabenh. Bryoth. No. 304 a). Habituell wie var. y. Blätter oben beiderseits warzig- papillös, Zellen 0,014 — 0,017 mm; Rippe als starre, gelbe Granne austretend. Seta meist 0,3 mm lang, oben knie- förmig; Kapsel aufrecht, kugelig, mit flachem Buckel, licht- braun. Haube k e g e 1 - m ü t z e n f ö r m i g (0,35 — 0,4 mm hoch) am Saume 3 — 5 lappig, nur den Scheitel deckend. Sporen 0,021— 0,024 mm, gelbbraun, fast igelstachelig. Auf Aeckern, an grasigen Stellen, uncultivirten Orten etc., besonders auf kalkarmerem Boden durch das Gebiet gemein, und in den Alpen bis 1400 m auf- steigend (.Juratzka, Molendo). War schon Dillen 1718 in Cat. Giss. p. 230 als „Sphafjnum acaulon . . . majus" bekannt und jedenfalls gehört hierher: Muscus apocarpus terrestris, foliis latiusculis, capitula occultantibus. Kupp. Jen. p. 389, Buxb. Halens. p. 229. — Die ersten deutschen Exemplare dürfte Blan- dow in Muse. Mecklenb. fasc. II No. 51 ausgegeben haben. — * Phascum papü- Josum Lindb. Muse. Scand. p. 21 (187H) charakterisirt N. C. Kindberg in Arten der Laubm. Schwedens p. 138: „Blätter sehr papülös; die oberen Zellen rundlich!" üebereinstimmende Exemplare sammelte Hell w ig bei Grünberg i/Schles.; ich kaim darin nichts Besonderes erblicken. — Das typische Ph. cuspidatum, wie es Sehr eher abbildet, ist nicht die häufigere Form; es besitzt einen ziemlich hoch entwickelten, einfachen Stengel, eine kugelige, gerade gestielte Kapsel und 3 mal so lange Hüllblätter; es entspricht so ziemlich dem Ph. macrophi/Jlum Wib. Fl. Werth. p. 282. — Die interessante var. f fand ich zuerst im Herbare der schles. Ges. Hier lag sie mit der Bezeichnung: „Phascum Flörckeanum W. & M. — Eoseti!" von einer alten, festen Handschrift. Als Papierkapsel war ein Brief- couvert an Dr. Detharding in Kostock benutzt, wodurch es wahrscheinhch wird, dass die Exemplare von Detharding selbst in einem Kosengarten bei Kostock gesammelt sein mögen. Nach H. Sattler (Deutsche bot. Ges. 1884 p. 13) stellt hier der Antheri- dienstand immer den Hauptspross dar, an welchem sich ein oder mehrere Seitensprosse entwickeln. Diese Deutung lässt sich kaum auf die zahlreichen Fälle anwenden, wo der einfache Stengel mit einer Fruchtanlage abschliesst. Dann sitzt die Antheridien- _J88 gruppe meist in der Mitte des Stäuniichens zwisclien den sogenannten tblia prae- comalia und der Stamm selbst ist direkt über dieser Stelle weder schwächer, noch mit kleineren Blättern besetzt, wie das doch der Fall sein müsste. — Selten finden sich am Grunde der Stämmchen 4- und 5 blätterige cT Sprosse. 47. Pli. piliferiim Schreb. de Phasco p. 8 t. 1 f. 6. 7. (1770). Synonyme: Phascum cusp. ß piliferum Hook. & Tayl. Muse. Brit. p. 8 t. 5 (1818) et omn. auctor. Phascum tiichophyllum Wallr. in Linn. 1S40 p. 679. Sammlungen: Blandow, Muse, frond. Meeklenb. fasc. V. No. 203. H. Müller, Westf. Laubm. No. 41h. • Limpricht, Bryoth. sil. No. 151. Eabenhorst, Bryotheca No. '.»tirj. Blüthenstand wie bei vorigem, dem es in den mikroskopischen Merkmalen sehr nahe steht. Ptlänzchen rasenförmig, kleiner als voriges, bräunlich bis röthlich. Stengel meist büschelig verzweigt. Blätter schmäler als bei vorigem, meist kurz zugespitzt bis ab- gerundet, am Eande zurückgerollt, mit sehr kräftiger (Stereidenband mehrschichtig), als langes, hyalines oder gelbes Haar austretender Rippe. Blattzellen oben enger, rundlich 0,012 — 0,014 (selten bis 0,017 mm), beiderseits dicht warzig-papillös , selten glatt. Haube prall der Kapsel anliegend, kappenförmig. Kapsel glän- zend brau nroth, kugelig bis eikugelig, stumpf gespitzt, von oben sichtbar und meist seitlich heraustretend ; die hyaline Seta gekrümmt, so lang als das länghche Scheidchen. Sporen 0,024 — 0,028 mm, röthlichbraun, warzig. Verbreitung wie voriges, doch zeigen sich an den verschiedenen Standorten niemals Uebergänge. War schon Hall er (hist. 1726 a) bekannt. Aendert wie Ph. cuspidatum ab, und die Verfasser der Bryol. germ. unterschieden bereits 4 Varie- täten: ß rufescens, y latifolium, 6 gemmaeforme und t macrocarpum! C. Pottiella. Haube geschnäbelt-kappenförmig. Ka])sel oval bis ellipsoidisch, mit längerer, oft deckelartiger Spitze und deutlichem Apophysen- theile; Luftraum mit Spannfäden; Seta so lang oder länger als die Kapsel, Fuss nicht angeschwollen, Scheidchen cylindrisch. 48. Ph. ciirvicollum Ehrh. Mss.; Hedw. Descr. I p. 31 t. 11 (1787); Ehrh. Beitr. IV p. 44 (1791). Synonyme: Phascum eernuum Gmel. in L. Syst. nat. 13 ed. P. H p. 1323 (1791). Pottia curvicollis Mitt. in Ann. Mag. Nat. hist. J851 p, 311. Cycnea eurvicolla Berk. Handb. br. m. 30] (1863). 189 Sainniluugen: Breutel, Musci frond. Xo. 137. Eabenh., Bryoth. No. 154. Wartmann & Schenk, Schweiz. Krypt. No. 579. H. Müller, Westf. Laiibm. No. 297. Jack, L. & St., Krypt. Badens No. 173. Limpr., Bryoth. sil. No. 1. Einhäusig (nach Bryol. eiir. Text und tab. 6 f. 6 auch zwitterig); die Antheridiengruppe (3 — 6 Antheridien mit wenigen Para- physen) nackt, d. h. ohne Deckblatt, etwa in der Mitte des einfachen oder an der Gabelstelle des getheilten Stämmchens. Trupp- und herdenweise, sehr klein, meist nur 1 — 2 mm hoch, rothbräunlich. Stämmchen meist getheilt; Auszweigung seitlich von d e r A n t h e r i d i e n g r u ]) p e , seltener aus dem Perichätium. Obere Blätter verlängert lanzettlich, lang zugesjoitzt, mit aus- tretender Rippe, längs umgerollt, beiderseits mit zahlreichen stumpfen Papillen; Blattzellen oben 0,012 — 0,009 mm, quadratisch bis rund- lich 6 eckig, unten rectangulär (1 : 3 — 5) und hyalin. Rippe mit 2 Deutern , Aussenzellen oberseits 2 , unterseits 4 — 5 (Fig. 66 a), Begleiter fehlen, Stereidenband wenig entwickelt. (Zuweilen noch Archegonien ausserhalb der Perichätialblätter, dann von oben durch ein rückwärts ausgehöhltes Hüllblatt gedeckt.) Kapseln oft 2 in einem Perichätium, auf schwanenhalsartiger Seta seitlich li ervortretend, nickend bis hängend. Seta wasserhell, so lang oder wenig länger als die Kapsel, Fuss spindelförmig, sich nicht aus dem länglich - cylindrischen Scheidchen lösend. Kapsel oval bis ellipsoidisch, mit längerer, schiefer Spitze, fast geschnäbelt, braunroth, ohne Andeutung eines Deckels. Haube kappenförmig, geschnäbelt, bis weit unter die Kapselmitte reichend, glatt oder an der Spitze etwas rauh. Kapselwand 2 schichtig, Luftraum mit chlorophyllreichen Zellfäden, Epidermiszellen rectangulär, dünnwandig, an der Basis mit wenigen grossen Spaltöffnungen. Sporen 0,024 bis 0,028 mm, bleichgelb, durchscheinend, fast glatt; Reife im Frühlinge. Auf kalkhaltigem Boden durch das Gebiet zerstreut, doch nur in der Ebene und in den tieferen Lagen der Berggegenden. Wurde 17^4 von Fr. Ehrhart in einer alten Steingrube des Dauenstädter Holzes bei Hannover entdeckt und an Hedwig gesendet, der es zuerst beschrieb. Aendert kaum ab. Höchste Stand- orte: Nie der-Oester reich um Wien bei 250 m (Juratzka, Förster); Grau- bünden bei 330 m (Pfeffer); in der Rhön bei 300 m (Geheeb); um München bei 500 m (^Molendo); nach Hornschuch noch auf Mauern in Heiligenblut iKärnthen) bei 1500 m. — Der Blüthenstand wird in der Bryol. Eur. als andro- gynisch und hermaphroditisch und dem entsprechend in allen neueren Werken als paröcisch und synöcisch angegeben; allein nach meinen Beobachtungen verhält er 190 sich, abgesehen von dem fehlenden üeckblatte, ganz ähnHch dem von Phascuin cuspidatum. 49. Ph. rectum With. Bot. arr. Br. veg. 3. ed. III p. 787 t. 18 f. 1 (1796). Synonyme: Pottia recta Mitt. Ann. nat. hist. 2. ser. VIII p. 311 (1851). Bryella recta Berk. Handb. br. m. p. 300 (1863). Tortnla recta Lindb. Musci scand. p. 21 (1879). Einhäusig ; die Antheridien unterhalb der ? Blüthe zu 1 oder 2 mit einzelnen Paraphysen, nackt in den Achseln der Schopf- blätter. Dem Vorigen in jeder Beziehung ausserordentlich ähn- lich. Stengel einfach. Blätter aufrecht-abstehend, länglich-lanzettlich, Blattrippe von Phascum rectum With. '^-^"-_ a im oberen, b — d im unteren Theile des Blattes. kurz zugespitzt, durch die kräftigere Kippe stachelspitzig, längs am Rande umgebogen; Blattzellen oben im Mittel 0,01 mm; Rippe unterseits mehr vortretend, mit einem 2 schichtigen, gelbrothen Stereidenbande und hier mit 6—8, oberseits mit 2—4 Aussenzellen (Fig. 71). Kapseln aufrecht bis etwas geneigt, oft 2 — 4 in einem Perichätium ; Seta etwas gebogen und schwach rechts gedreht, so lang oder V2 bis 1 mal länger als die Kapsel, der spindelförmige Fuss leicht aus dem cylindrischen Scheidchen sich lösend. Haube dicht papillös, fast bis zum Kapselgrunde reichend. Kapsel rund- lich-oval, im trocknen Zustande runzelig, mit kleinem, kurz ge- spitztem und bleibendem Deckelchen, das von einer un- vollständigen Reihe rundlich-hexagonaler (im Längsschnitt gelb- wandiger) Zellen ringartig umschrieben wird. Luftraum mit chlorophyllreichen Zellfäden. Spaltöffnungen gross und zahlreich 191 (in 2 Keihen) am Kapselgriinde. Sporen 0,024 mm, schmutzig- gelb- lich, dicht fein Stachel ig; Reife im Frühlinge. Eine auf lehmigem und kalkigem Boden vorkommende südliche Art, für die zuerst in Hüben er, Muscol. germ. p. VI, deutsche Standorte (bei Neuwied von Breutel und an der Ruhr in Westfalen von Hüben er selbst 1830 gesammelt) angeführt werden, doch wurde sie in Westfalen von H. Müller nicht beobachtet. Sicherhch ist Kneiff der Entdecker für das Gebiet, der die Pflanze einmal um Dorlisheim bei Mutzig im Elsass sammelte. — Nach Genth bei Mosbach in Nassau und nach .Juratzka im Küstengebiet der Adria verbreitet. 10. Gattung: Milcleella nov. gen. Pflänzchen in den vegetativen Merkmalen mit Euphascum über- einstimmend. Einhäusig, eigene S Sprosse, oft 2 und 3 hinter einander an derselben Scheinaxe. Seta gelbröthlich mit Central- strang, meist kürzer als die Hüllblätter, Fuss etwas angeschwollen, Fig. 72. Fig. 73. Fig. 72. Längsschnitt durch den Kapseldeckel von Mildeella bryoides '«o. Das einfache Peristom markirt sich deutlich im Innengewebe des Deckels. Fig. 73. Die Hälfte eines Querschnittes durch die obere Deckelpartie von Mildeella bryoides (Dicks.) mit den doppelschichtigen Peristomzähnen (S im Bilde) und dem Grundquadrat der Columella. Scheidchen eiförmig. Kapsel derbwandig, mit deutlichem Halse und bleibendem, gerade oder schief kegelförmigem Deckelchen. Kapsel- wand zweischichtig (Fig. 72 und 73), Zellen des Exotheciums dick- wandig, in der Ringzone mit einigen Reihen kleinerer, rundlich- hexagonaler Zellen, die jedoch nicht den Charakter von Ringzellen besitzen; Deckelzellen länglich, schwach links aufsteigend; Spalt- 192 Öffnungen spärlich, nur im Halstheile. Gewebe des Halses locker, mit deutlich abgegrenzter Axe. Luftraum ohne Spannfäden. Peristom deutlich ausgebildet, aus 16 doppelschich- tigen, fädlichen, papillösen, gelben Zähnen bestehend, die nach oben oft nur in Bruchstücken angedeutet sind, während sie am Grunde strecken weise gegenseitig mit einander yerschmelzen. Haube kappenförmig. Dem Andenken meines verstorbenen ^Freundes, Professor Dr. J. Milde (f in Meran am 3. Juli 1871) gewidmet, der schon 18(59 (Bryol. Sil. p. 99) die Peristomanlag-e erkannt hat, eine Thatsache, welche bei den späteren Autoren unerwähnt bleibt. Auch bei Ter- theilung der cleistocarpischen Gattungen kann MildeeUa nicht bei Pottia eingereiht werden, vielmehr wird sie eine Sonderstellung neben Barhula beanspruchen. 50. Mildeella bryoides (Dicks.). Synonyme: Phascum bryoides Dicks. fasc. IV p. 3 t. 10 f. ."! (1801). Phascum gymnostonioides Brid. Sp. musc. I p. 7 (1826). Phascum graniferiim Wahl. Vet. Acad. nya handl. XXVEE. p. 131 t. 4 f. 3 (1806). Phascum elongatum Schultz Fl. starg. p. 273 (1806). Phascum pusillum Schleich. Catal. 1815. Pottia bryoides Mitt. Ann. nat. hist. 2. ser. Vni p. 311 (1851). Tortula bryoides Lindb. Musci scand. p. 21 (1879). Sammlungen: Blandow, Musci frond. Mecklenb. IV No. 151. Breutel, Musci frond. No. 341. H. Müller, Westf. Laubm. No. 59. Limpricht, Bryoth. sil. No. 101. Jack, L. & St., Krypt. Badens No. 573 (var. ß piliferum Schultz). Kabenh., Bryoth. No. 303 (var. y curvisetum Bryol. eur.). Einhäusig, der J Spross (Hauptspross) armblättrig, später pseudolateral am Grunde des Fruchtsprosses, die innern Hüllblätter gezähnt und mit verschwindender Kippe, Antheridien bis 6, Para- physen oben kurzgliederig. Tracht etwa von Pottia Starkeanal Kasenförmig, 2 — 10mm hoch, zur Fruchtreife bräunlich. Stengel im Alter oft niederliegend und längs schwach wurzelhaarig, ohne Centralstrang, meist getheilt; Verjüngung theils durch das unter- irdische Protonema (oft junge S Pflänzchen). theils durch Sprossen am Fasse des Scheidchens und aus der Region der Schopfblätter. Obere Blätter aufrecht-abstehend' (Fig. 74), eilänglich bis länglich-lan- zettlich, kurz zugespitzt, am Rande zurückgerollt, beiderseits papillös- warzig, selten glatt; Blattzellen oben 0,017 — 0,021 mm, quadratisch 193 bis fast hexagonal, mit grossen Chlorophyllkömern, unten rectangulär (1 : 3—5) und chlorophyllarm. Blattrippe kräftig, als Stachel oder Fig. 74. Fig. 74. Mildeella bryoides (Dicks.)- Habitusbild, gegen den Grunde die (J Blüthe 2_4. Fig. 75. Mildeella bryoides (Dicks.). a Blattrippe, b Setaquerschnitt mit Cen- tralstransr l» -Q-. Haar austretend, im Querschnitt biconvex, mit 2 Deutern und Be- gieitergruppe, oberseits mit 4 (3), unterseits mit 9 und 10 Aussen- zellen (Fig. 75 a) und einem mehrschichtigen, gelben Stereidenbande. Kapseln selten über die Hüllblätter ganz emporgehoben, aufrecht, oval bis länglich-elliptisch, k u r z h a 1 s i g , mit bleibendem, schief L i ni pv i c h t , Laubmoose. 13 194 kegelförmigem Deckelchen, kastanienbraun, glanzlos. Seta röthlich, 1 — 3 mm lang, schwach links gedreht; Fuss angeschwollen, verkehrt-eilänglich ; Scheidchen eiförmig. Haube glatt, kappenförmig, bis zur Kapselmitte. Sporen 0,028 — 0,032 mm, dunkelbraun, ziem- lich grosswarzig; Reife im Frühjahre. Auf thonigem und kalkhaltigem Boden in der Ebene und unteren Bergregion durch das ganze Gebiet verbreitet. Wurde fast gleichzeitig von Schleicher (Cent. 2 No. 4 et Catalog. ISOT) aus der Schweiz und von Lammersdorf um Hannover 1S04 in Web. & Mohr, Archiv I p. 124 für Deutschland nachgewiesen. Höchste Standorte: um München bei 550 m (Sendtner), Berchtesgaden ca. 730 m (Molendo) und nach Juratzka in den Alpenthälern bis 1000 m. Aendert ähnlich wie Fh. cuspidatum ab: Var. minor Bryol. germ. I p. 78 (1823) ist gegründet auf das Schleicher'sche Exs. im Herb. Willdenow. — Var. pilifera (Schultz (1819) in Fl. starg. Suppl. p. 63), Bryol. germ. I p. TS (1823) mit langer, greisgrauer Haarspitze, wurde zuerst von Schultz um Neu- Brandenburg gesammelt. Var. eurviseta Bryol. Eur. (1837) taufte Schimper in der Synops. (1860) in var. ceriiua Schimp. um. Var. bracliycarpa Seh. Syn. (1860) hat eine kurze, dicke, kaum vortretende Kapsel. Var. atro-viridis Schimp. Syn. (1860) ist vielleicht var. /?. caWe ramoso, majtts Blandow, lieber- sieht (1809). — Var. l)reTifolia De Not. Epil. p. 734 (1869), in Ober-Italien und England vorkommend, hat kürzere, breitere, fast glatte Blätter und einen ver- längerten Kapselstiel (Musci mediol. exs. No. 58). — Var. Thornhillü Wils. Bryol. brit. p. 33 (1855). Kapsel elliptisch, lang geschnäbelt, übfer die Spitzen der Hüllblätter empörgehoben. Um Bärwalde in der Mark (Kuthe), nach Warns- torf auch bei Heidelberg in Baden (Herb. AI. Braun). 11. Gattung: Ai»cliiisina Lindb. Utkast naturl. grupper. p. 28 (1878). Pflänzchen sehr klein, dem Fhascum FlörJceanum sehr ähnlich, und wie dieses nicht knospenförmig geschlossen. Blätter trocken verbogen, lanzettlich, kielig, an den gezähnelten Rändern flach oder eingebogen, Zellen klein, dick- und gelbwandig. Kapsel eingesenkt, ohne Andeutung eines Deckels, stumpf gespitzt ; Exothecium röthlich -gelb, mit rectangulären Zellen; Luftraum ohne Spannfäden; Spaltöffnungen am Grunde. Haube sehr klein, kegel- kappenförmig. Fig. 76 a — c. Ascliisma verbindet Microhryum mit Astomum; De Notaris erkannte zuerst in den vegetativen Jlerkmalen die Beziehungen zur letzteren Gattung, allein die Bildung des Sporogons weist auf Fhascum zurück. Lindberg hat keine Diagnose gegeben, doch ist wahrscheinhch der Name (Ascliisma = ohne Spalt) auf das Fehlen der Deckelanlage zu beziehen. 195 51. Aschisma caniioliciim (Web. & Mohr) Lindb. 1. c. Synonyme: Phascum carniolicuni Web. & Mohr Taschenb. p. 69 et 4.50 (1807). Aeaulon carn. C. Müll. bot. Zeit. 1S47 p. 100; Bryol. Eur. t. 5. Systegium carn. De Not. Epil. p. 741 (1S69). Einhäusig; ^ am Grunde des Stämmchens knospenförmig 4- bis 6 blättrig, Antheridien zu 4 — 6 kurzgestielt, entleerter Schlauch 0,14 — 0,17 mm, Paraphysen vereinzelt. — Pflänzchen sehr klein, 1,2 — 1,4 mm lang, einfach, armblättrig, Verjüngung durch das unter- irdische Protonema. Blätter aufrecht- abstehend (Fig. 76), trocken hakig einwärts gebogen und schwach gedreht, die unteren klein, Fig. 70. Aschisma carniolicum (W .& M.). a Habitusbild (am Fasse eine (^ Blüthe) VergT. V • l* das innerste ^ Hüllblatt. Versir. c die Haube. Vergr. eiförmig zugespitzt mit verschwindender Rippe, die oberen lanzett- lich und zugespitzt (0,8—1,1 mm lang -f- 0,2-0,32 mm breit), hohl, rings schwach ausgeschweift-gezähnt und aufwärts mit eingebogenen Rändern; Blattzellen dick- und gelbwandig, oben rundlich-quadratisch und hexagonal , im Mittel 0,007 mm, am Grunde kurz rectangulär (1 : 2 oder 1 : 3), beiderseits bis fast zum Grunde mit dicken, halb- kugeligen Papillen. Blattrippe kräftig, gelb, mit der Spitze endend oder kurz austretend. $ Blüthe mit wenigen kurzen Paraphysen, die Hüllblätter 1,25 mm lang + 0,25 mm breit, das innerste oft kleiner. Kapsel eikugelig (0,3—0,36 mm diam.) mit schiefem, stumpfem Spitzchen (bis 0,1 mm lang), gelbröthlich, Zellen rectangulär, Spalt- öffnungen am Kapselgrunde phaneropor. Seta gerade, fast so lang 13* 196 (bis 0,1 mm) als das tonnenförmige Scheidchen, Fuss kaum an- geschwollen. Haube kegelig, 0,25 mm lang, einseitig bis fast zur Spitze aufgeschlitzt (Fig. 76 c), früh abfallend. Sporen schmutzig weisslich, 0,017 — 0,021 mm, fein gekörnelt. Reife? rar. ß speciosum (Fhasatm speciosum Moris in sched.. Herb. C. Müll.). Pflänzchen 1,75 — 2 mm. — Stämmchen oft gabelig, mit an- liegenden, kleinen Blättchen, obere Blätter verlängert lanzettlich 1,3 mm lang + 0,3 mm breit. Aussprossung unter dem Perichätium. Zellen am Rande des Blattgrundes wasserhell. Kapseln oft zu 2, bis 0,4 und 0,45 mm diam., glänzend rothbrauu und zwischen den Blättern sichtbar. Sporen 0,017 — 0,024 mm, bräunlich, dichtAvarzig, trüb. Gewiss eine mediterrane Species. Wurde seinerzeit von Dr. Wagner auf nackter Schlammerde bei Niissdorf in Krain entdeckt. Die Beschreibung der Stammform bezielit sich auf das Mohr' sehe Original im Herb. C. MüU.-Halens. — Die Pflanze soll auch nach Bryol. germ. um Neuwied (Breutel) und nach Hornschuch, Flora 1825 p. SO von Schleicher bei Branson in der Schweiz gesammelt worden sein. — Weil die Exemplare von Sardinien leg. Moris & Lisa mit der Mohr'schen nicht genau übereinstimmen, habe ich sie als var. hingestellt. Die Mohr' sehe Pflanze ist kleiner, die Blätter sind kürzer und daher verhältniss- mässig breiter; allein die Sporen scheinen nicht völlig ausgereift zu sein. Mir lag von beiden Formen nur spärliches Material zur Untersuchung vor. 12. Gattung: Ai^tomiiiu Hampe Flora 1837 p. 285 p. p. Systegium Schimp. Sjti. 1. ed. p. 30 (18(30). Kleine, gesellige Erdmoose, die nach Habitus und Blattbildung sich innig an Hymenost onmm anschliessen. Stämmchen mit reich- hcher Sprossbildung und einem armzelligen Stammbündel. Blätter trocken meist gekräuselt, schmal, kielig, am Rande flach oder eingebogen, ohne Glanz; Rippe kräftig; Blattzellen klein, oben rundlich - quadratisch , beiderseits papillös-warzig, unten gestreckt-rectangulär und wasserhell. Einhäusig. Kapsel eingesenkt, fast kugelig, mit meist rings umschriebenem, verlängert kegeligem, kleinem Deckelchen, das sich aber nicht von selbst ablöst. Seta etwa so lang als das eilängliche bis cylindrische Scheidchen; Fuss wenig oder nicht angeschwollen, verkehrt-eiförmig. Kapselwand zur Reife einschichtig, ungefärbt, chlorophyllhaltig, mit dünnwandigen, ziemlich regelmässigen 5- und 6 eckigen Zellen; Deckelzellen kleiner; Spaltöffnungen phaneropor, spärlich an der Basis, die Nachbarzellen zum Theil überwölbend. Luftraum ohne Spannfäden, Columella dick. Haube kapuzenförmig, glatt. (Fig. 77a — c.) 197 Geschichtliches: Astomum Hampe Flora 1837 p. 2S5 vereinigte P ^scwm rostratum (soll wohl heissen rostellatum), crispum, subulatum, palwstre und Iterni- foUum. — In Astomum C. Müll. syn. I, p. 14/17 werden bereits Ph. palustre und rostellatum ausgeschieden. Die Verf. der ryol. eur. adoptiren 1849 die von Rabenhorst wieder ausgehobene Gattung Pleuridium Brid. und reduciren die Gattung Astomum auf A. crispum, Mittenii, multicapsulare und rosteUatum. Als Schimper syn. (1860) letztere Art zu Gymnostomum stellte, musste er mit Rück- sicht auf die historische Entwicklung des Begriffes den alten Namen Astomum für die übrigen beibehalten. 52. Astomum crispum (Hedw.) Hampe in Flora 1837 p. 285. Bryol. eur. I, t. 10. Synonyme: Phascum crispum Hedw. Fund. musc. 11. p. 85 (1782) et Descr. I. p. 25, t. 9 (1787). Systegium crispum Schimp. syn. 1. ed. p. 31 (1860). Weisia crispa Mitt. Ann. mag. n. bist. 2. Ser. VIII. p. 316 (1851). Weisia longifolia Mitt. 1, c. p. 317. Simophyllum ci'ispum Lindb. Rev. crit. ic. fl. dan. p. 38 (1871). 3Iollia crispa Lindb. Musci sand. p. 22 (1879). Sammlungen: Rabenhorst, Bryoth. No. 30, 653. H. Müller, Westf. Laubm. No. 358. Erbar. critt. Ital. No. 114. Einhäusig; die terminal angelegte, knospenförmige $ Blüthe zuletzt pseudolateraL am Fusse des $ Sprosses oder in einer Gabe- lung, armblcättrig, mit 0,2 mm langen Antheridien und fadenförmigen Paraphysen. — Raschen locker, selten bis 10 mm hoch, meist dunkel- grün. Stämmchen oft büschelig getheilt, dicht mit schmalen, ge- kräuselten Blättern besetzt. Obere Blätter schopfig, sehr lang (2 bis 3 mm), aus fast scheidigem, breiterem Grunde lanzettlich -lineaKsch, gekielt, oben am Rande mehr oder minder eingebogen ; Rippe stark, als Stachelspitze austretend, mit 4 Deutern und 2 Stereidenbändern, Begleiter undeutlich, oben mit 4 — 6, unten mit zahlreichen, englu- migen Aussenzellen ; Blattzellen unten verlängert, durchscheinend bis wasserhell; oben rundlich, nur 0,008 — 0,009 mm, beiderseits papillös- warzig. Seta ungefärbt oder gelblich, selten etwas ver- bogen, etwa so lang als das meist eilängliche Scheidchen. Kapsel aufrecht, rundlich - oval , 0,66 mm lang + 0,5 mm breit; Deckel 0,16 — 0,2 mm lang. Haube schmal -kappenförmig 0,4—0,5 mm lang, oft bis zur Spitze gespalten. Sporen 0,014—0,017 selten bis 0,02 mm, braun, feinwarzig; Reife im Frühlinge. Auf feuchten, grasigen Stellen, auf Aeckern, an Wald- und Grabenrändern diirch die Ebene und niedere Bergregion gemein (in Schlesien bis 637 m) bis in die Alpenthäler. Wurde von Hedwig um 1771 um Chemnitz in Sachsen entdeckt. 198 Höchste Standorte: um Miesbacli und Tölz in Olierbayern bei 750 m (Molendo) und zwischen Immenstadt und Sonthofen im Algäu bei 750 m (Kranz); in der SchweizTbei Thonon (Puget), um Genf (Reuter: J. Müller). Tis. 77. Astomum crispum (Hedw.). a Habitusbild Y» ^^ Sporogon mit dem innneren Hüllblatte V, c oberer Kapseltheil mit dem Deckelchen -f"^- Astomum multicapsulare (Syn.) Bryol. eur. und Ast. Mittenü Bryol. eur. heimathen beide in England. Beide sind etwas grösser und entfernt mit zwar Meligen, doch am Rande nicht eingebogenen Blättern besetzt. A. multicapsulare 199 steht durch die hingen Schopfblätter und deren Zellnetz, wie durch die Sporen dem A. crispum nahe; allein das Scheidchen ist cylindrisch, der Fuss nicht angeschwollen, der Deckel grösser, doch nicht von der Kapsel abgegienzt. A. Mittenii hat kürzere, fast sparrige und trocken nicht gekräuselte Blätter, mit oben etwas weiteren Zellen (0,014 mm). Der Deckel ist dicker als bei A. crispum und deut- lich umschrieben, die Sporen messen 0,024 mm. IV, Familie. Bruchiaceae. Medrig-e, gelblich- oder bräunlich-grüne, glänzende Erdmoose, die meist in ausgebreiteten Raschen oder herdenweise auftreten und deren grünes Protonema zuweilen ausdauert. Stengel bis 8 mm lang, oft mit Centralstrang und meist durch reichliche Sprossbildung mehrjährig. Blätter aufwärts oft grösser und schöpf ig gehäuft, die oberen meist aus lanzettlich -ovaler Basis lang pfriemenförmig-rinnig, mit breiter, flacher, den Pfriementheil meist ausfüllender Rippe; Zellen der meist einschichtigen Lamina stets glatt und mehr oder weniger ver- längert rectangulär. Blüthen einhäusig, selten zwitterig. Ge- schlechtsorgane mit fadenförmigen Paraphysen. Seta kurz und gerade oder länger und verbogen, ungefärbt bis bleichgelb, Fuss niemals angeschwollen, meist spindelig und zuletzt von selbst aus dem cylindrischen Scheidchen sich lösend. Kapseln oft zu zwei, entweder eingesenkt und aufrecht oder emporgehoben und geneigt, gespitzt und geschnäbelt, stets ohne Andeutung eines Deckels; Columella, Sporensack und Luftraum normal, letzterer oft mit Spann- fäden; Kapselwand zur Reife meist einschichtig, stets mit phane- roporen Spaltöffnungen. Haube klein und glatt. Sporen gross und nicht glatt. 13. Gattung: Pleiiridium Brid. Mant. Muse. p. 10 (1819). Grünes Protonema nicht ausdauernd. Pflänzchen schlank, bis 7 mm hoch, mit Wurzelhaaren, doch ohne grüne Protoneraafäden. Stämmchen meist mit Centralstrang, durch fertile Sprosse unter der Spitze und oft durch sterile, flagellenartige Sprosse längs des Stengels mehrjährig. Blätter meist schopfig, im oberen Theile der Pfriemenspitze schwach gezähnt, oft an der Unterseite der Rippe durch Zähnchen rauh. Kapsel eingesenkt, auf kurzer gerader, meist gleichdicker Seta aufrecht, meist oval, gerade oder schief kurzgespitzt, ohne Hals, Luftraum meist ohne Spann- fäden, Spaltöffnungen spärlich und nur im Apophysen theile. 200 Haube kappenförmig, bis fast zur Spitze einseitig- gespalten, kaum die halbe Kapsel deckend, minder leicht abfällig. Fig. 78 a ii. b. Geschichtliches: Die Gattung Pleuridium (von pleura = Seite) wurde vonBridel auf einen Irrthura gegründet, denn die Kapsel ist weder seitenständig, noch gehört Pleur. alternifolnim Brid. mit Sicherheit hierher; deshalb hatte Hampe (1S37) nach den Anschauungen der damaligen Zeit nicht so unrecht, als er die Gattung einzog. Ihren heutigen Charakter erhielt sie als Astomum in C. Müller 's Synops. (1848); doch restituirte Raben hör st in Deutschi. Kryptfl. n. 3. p. 79 (1848) den Bridel'schen Namen, der inzwischen bereits von Presl (1836) an eine Farn-Section vergeben war. — Unsere Arten zeigen in den anato- mischen Merkmalen nur geringe Verwandtschaft; Pseudephemerum Hesse sich als Gattung rechtfertigen, allein auch PI. alternifoliura und PL subulatum würden dann generisch getrennt werden müssen. A. Pseiulepliemerum Lindb. Öfvers. af K.Yet.-Akad. Förh. 1864. p. 583. Blätter gleichartig, nicht scliopfig, hohl, allmählich ver- schmälert, an der Spitze weder borstenförmig noch rinnig, weich und trocken verbogen; Rippe schwach, meist gegen die Spitze erlöschend. 53. Pleuridium nitiduni (Hedw.) Rabe nh. Deutschi. Kryptil. IL 3. p. 79 (1848) et Bryol. eur. (fasc. 43) Vol. I. t. 9 (1850). Synonyme: Phascum nitidum Hedw. Descr. I. p. 21, 92. t. 34 (1787). Phascum axillare Dicks. fasc. I. p. 2, t. 1, f. 3 (1785). Phascum strictum Dicks. fasc. IV. p. 1, t. 10, f 1 (1801). Astomum nitidum Hampe in Linnaea (1832). Ephemerum nitidum Hampe in Flora 1^37 p. 285. Astomum axillare Hampe in Linnaea XIL p, 533 (1838). Phascum stagninum Wallr. Linnaea 1840 p. 680. Phascum Prochnowianum Funck. Pleuridium axillare Lindb. Öfvers. Vet. Akad. Förh. XX. p. 407 (18ß3). Sammlungen: Blandow, Muse, frond. Mecklenb. IV. No. 151. Eabenh., Bryoth. No. 403. H. Müll., Westf Laubm. No. 58. Jack, L. & St., Krypt. Badens No. 712. Zwitterig; Antheridien an der Basis des Scheidchens. Meist herdenweise, grün oder gelbgrün, im Habitus an Ephemerum er- innernd. Stengel bis 5 mm, am Grunde des Scheidchens sprossend. Blätter locker gestellt, bis 2 mm lang, weich, aufrecht-abstehend, trocken stark verbogen, schmal lanzettlich und allmählich lang zugespitzt, hohl, gegen die flache Spitze schwach gezähnt; Blattrippe zart, (oberseits mit 2, unterseits mit 6 Aussenzellen und nur 1 Innenzelle) , oft über der Mitte undeutlich und vor 201 der Spitze verschwindend; Blattzellen äusserst dünnwandig, verlängert rectangulär, 0,035—0,065 mm lang + 0,017 mm breit. 8eta etwa 0,25 mm lang, ^ ^^ gerade, etwas gekrümmt, nach oben meist dicker; Scheidchen cylin drisch. Kapsel oval, mit geradem oder schiefem Spitzchen (0,6 4- 0,3 mm), nicht glän- zend, zuletzt ganz von den Sporen ausgefüllt; Epider- mis chlorophyllreich, Zellen meist rectangulär u. dünn- wandig ; Luftraum ohne Spannfäden. Sporen in Masse dunkel ockerfarben, 0,024 — 0,030 mm warzig; Reife vom Juli bis zum Herbste. Auf feuchtem Thon- und Schlammboden, an Grabenwän- den, in Ausstichen, auf Wiesen etc. durch das ganze Gebiet bis in die Voralpenthäler gemein. In Bayern bis 780 ra (Molendo); im Pinzgau bis 780 m (Sauter). Aus der Schweiz nicht bekannt. Wurde von Hedwig um Chem- nitz in Sachsen auf Haideland hinter Kappel und Schönau ent- b9, Haller bist. No. 1727, sind nicht ausser jedem Zweifel. Entfernt sich durch die unregelmässige Bildung der Blattrippe und der Lamina und durch das Auftreten von Spannfäden in dem bleibenden Lufträume weit von der vorigen Art. 14, Gattung: Sporledera Hampe in Linnaea 1837 p. 279. Tracht von Eupleuridium. Pflänzchen herdenweise. Grünes Protone ma bleibend und neu längs des Stengels sich bildend. Stengel ohne Centralstrang, Aussprossung nur am Grunde, flagellen- artige Sprossen fehlen. Kapselstiel bleich, kurz und gerade, nach oben verdickt. Kapsel aufrecht, eiförmig, ohne Hals, mit geradem Spitzchen; Luftraum mit Spannfäden, Spaltöffnungen zahlreich und rings im mittleren T heile der Kapselwand verstreut. Haube klein, mutzen förmig -gelappt, nur das Spitzchen deckend und leicht abfallend. (Fig. 80.) Geschichtliches: Hampe gründete die Gattung auf das nordamerika- nische PJtascum Beyricliianum Schwägr. ; Sporleder lebte als Eegierungs- director in Wernigerode am Harz. 56. Sporledera palustris (Bryol. eur.) Hampe in litt.; C. Müller Syn. I. p. 19 (1848). Synonyme: ? Pleuridium alternifolium var. ^9 germanicum Brid. Bryol. univ. IL p. 1(J2 (1S27). Phascum palustre Br. et Schimp. in Mem. Soc. Mus. Strasb. IL p. 2 t. A (183.5) et Bryol. eur. Monogr. IL t. 7 (1837). Phascum uliginosum Hüben. Mss. in Genth Flor. Nass. p. 140(1836). Astomum palustre Hampe in Flora 1S37 p. 285. Bruchia palustris C. Müll. Syn. I. p. 19 (1848). Pleuridium palustre Schimp. in Bryol. eur. (fasc. 43) Vol. I. t. 10 (1850). Sammlungen: Eabenhorst, Bryoth. No. 502, 956. H. Müller, Westf. Laubm. No. 360 a u. b. Limpricht, Bryoth. sil. No. 311. Einhäusig; Antheridien hypogyn, zu 1 oder 2 in den Achseln der Schopfblätter. Tracht von Enplenridium^ doch das grüne Proto- nema bleibend und längs des Stengels sich neu bildend. Stengel 0,5— 1,5mm hoch, ohne Centralstrang, nur vom Grunde sprossend. Blätter straff, oben grösser und schopfig, die längsten 1,8 — 2,4 mm, aus ovaler Basis rasch lang rinnig-pfriemenförmig, oben am Rande und unterseits schwach gesägt; Blattrippe gut begrenzt, breit und 205 llach, die Pfriemenspitze ausfüllend, mit 2—6 grossen Deutern und beiderseits mit einem breiten, gelbwandigen Stereidenbande ; Zellen der einschichtigen Lamina gelb, rectangulär, etwa 0,013 mm breit. Seta bleich, so lang als das cyhndrische Scheidchen, ohne Central- strang, nach oben dicker und zuletzt hohl. Kapsel mattbraun, nicht glänzend, eiförmig (0,75—0,9 mm lang + 0,5—0,6 mm breit), das massive Spitzchen etwa Vs der Kapsel und meist gerade, Luftraum mit Spannfäden, Kapsel- wand noch gegen die Eeife 2- und 3 schichtig, Epidermiszellen hexagonal und dünnwandig, Spaltöffnungen über den mittleren Theil ver- streut. Haube mützenförmig-mehrlappig, etwa 0,5 — 0,6 mm hoch und leicht abfallend. Sporen 0,024 mm röthlich, warzig, Reife im Mai und Juni. An den Wänden von Wiesengräben, auf feuchtem, sandig -thonigem oder moorigem Boden, gesellig mit Trematodon ambiguus, doch häufig mit Pleuridium alter nifolium, von dem es beim Sammeln nicht zu unterscheiden ist. Durch das ganze Gebiet bis in die Alpenthäler zerstreut. Höchster Standort: Schröder in Steiermark bei 940 m (Breidler). Wurde von Bruch bei Zweibrücken in der Pfalz entdeckt. Schlesien: Neu-Schönfeld bei Bunzlau; Mark: Eavensberge bei Potsdam (Keinhardt); Thü- ringen: Schnepfenthal (Eöse), Zeitzgrund bei Jena (Geheeb); Westfalen: im SoUing bei Höxter (H. Müller); Eheinprovinz : Siegburg (Dreesen), Saarbrück (Winter), Eupen-Limburg (Eemer); Eheinpfalz: Zweibrücken (Bruch); Elsass- Lothringen: im Bärenthaie (Scliimper), um Bitsch und Neuhäusel (F. Schultz); Schweiz: la Eoche-Boulon im Jura (Lesquereux), Fleurier (Eeuter); Hessen: Darmstadt (Scriba), im Hengster bei Offenbach (Lehmann) und im Meerpfuhl bei Merzhausen (Bayrhoffer) ; Ehön: an mehreren Stellen und noch im rotlien Moore bei 810 m (Geheeb); Oberpfalz: bei Nittenau (Priem) ; Oberbayern: bis 700 m (Sendtner); im bayerischen Walde: bei Zwiesel (Molendo). — Nach Juratzka in Böhmen und Mähren beobachtet und in Nieder -Oesterreich allgemein verbreitet; Salzburg: Zell am See (Sauter); Steiermark: an mehreren Stellen (Breidler). Sporledera palustris (Bryol. eur.). Habitusbild 2 4 Gattung Brueliia S c h w ä g r. Suppl. IL p. 91, t. 127 15. (1824). Das bleibende grüne Protonema (soll auch längs des Stengels sich bilden) tritt so spärlich auf, dass es systematisch ohne Werth ist. Pilänzchen habituell einer Zwergform von Trematodon ambiguus gleichend, herdenweise; Stengel mit Centralstrang, längs spärlich wurzelhaarig; Aussprossuug vom Grunde. Blätter entfernt gestellt, 20G oben schopfig, meist verbogen und sichelförmig- einseitswendig, aus ovaler Basis lang rinnig-pfriemenf ormig ; Blattrippe flach, 2 — 4 schich- tig, beiderseits mit zahlreichen Aussenzellen, innen mit Gruppen gelbwandiger Stereiden, die mit einzelnen weitlichtigen Zellen abwechseln. Kapsel auf längerem, verbogenem, schwach rechts gedrehtem, strohfarbenem Stiele emporgehoben und geneigt, langhalsig, keulig-birnförmig, nicht gekrümmt, mit langem, massivem Schnabel. Luftraum am Grunde mit Spannfäden, Sporen- sack klein, Kapselwand zuletzt einschichtig, Zellen ziemlich unregel- mässig, rechteckig und länglich (2 : 1) im Halstheile zahlreiche Spalt- öffnungen. Haube ^3 der Kapsel deckend, fast blasig-kegel- förmig, am zarten Saume unregelmässig eingeschnitten, lange bleibend. (Fig. 81). Philipp Bruch, Apotheker in Zweibrüeken (f l'^4"), <^leni diese Gattung ;,^ewidmet ist (doch scheint Nestler den Namen gegeben und Schwägrichen ihn nur adoptirt zu haben), überragte durch bryologischen Scharfblick seine beiden Mitarbeiter an der Bryologia europaea. Sein Herbar wird von der Familie conservirt. 57. Briicliia vogesiaca Schwägr. Suppl. IL 2. p. 91, t. 127 (1824). Synonyme: Voitia vogesiaca Hornsch. in Moug. «fc Nestl. Stirp. crypt. Saproma vogesiaca Brid. Bryol. univ. I. p. 53 (182G). Saproma cyrtophyllum Brid. 1. c. Sammlungen: Mougeot & Nestler, Stirp. vogeso-rhenan. fasc. 8 No. 70(). Eabenhorst, Bryoth. No. 30t). Einhäusig, S Blüthen terminal am I[auptspross, der in tieferen Blattcyklen einen + Seitenspross bildet; die 3 Hüllblätter an der rothgelben, breit scheidigen Basis lockerzellig ; Antheridien bis 20, gross, kurzgestielt. — Pflänzchen herden weise oder locker- rasig, bis 8 mm hoch, bräunlichgrün, monopodial verzweigt, spärlich mit grünem Protonema aus den Blattachseln. Schopfblätter grösser (2^/2 — 3 mm lang + 0,33 mm breit), allseits abstehend oder sichel- förmig einseitswendig, aus eilänglicher, hohler Basis plötzlich in einen längeren Pfriementheil verschmälert, der ganz von der breiten, ' ilachen Eippe eingenommen wird, die mit der auch unterseits schwach gezähnten Spitze endet; Blattrippe wie oben, selten mit medianen Deutern ; Zellen der einschichtigen Lamina gelblich , rectangulär und rhomboidisch (0,04—0,07 mm lang + 0,012 — 0,014 mm breit), oberwärts enger. Kapselstiel strohgelb, zuletzt bräunlich, bis 5 mm lang, schwach rechts gedreht und verbogen, mit Centralstrang, Fuss und Scheidchen wie oben. Kapsel meist geneigt, lichtbraun, durch den gleichlangen, röthlichbraunen Hals keulig-birnförmig (mit Schna- 207 bei bis 3 mm lang -h 0,45 — 0,6 nun breit), mit geradem oder schiefem Schnabel (meist 0,75 mm lang); Epidermiszellen meist rectangulär. Haube 0,5 — 0,75 mm lang, kegelig-mützenförmig. Sporen bis 0,028 mm, bräunlich-gelb, warzig; Reife im Sommer. An moorigen Grabenrändern, in Waldsümpfen äusserst selten. Wurde von Mougeot am 24. September 1822 am Kastelberge auf dem Hoheueck in den Yogesen entdeckt. Später sammelte Dr. A. S auter sie um St. Thomas bei Eied im Inn viertel. Dr. Priem entdeckte sie am 21. Juli 1874 bei Nittenau in der Oberpfak in torfigen Wiesengräben, gesellig mit Sporledera palustris. 58. BrucMa trobasiaiia De IST ot. in Erb. crittog. ital. No. 719; Schimp. Bryol. eur. Suppl. I et 11, t. 1 ; De Not. Epil. Briol. ital. p. 729 (1869). Sammlungen: Erbar crittog. ital. IL Ser. No. 719 (1862). Einhäusig, Antheridien hypogyn, zu 1 oder 2 nackt in den Achseln der Sub-Perichätialblätter. — Pflänzchen als vorige, gesellig, gelbgrün. Stengel meist einfach, selten gabelig, 1 — -2 mm hoch, Centralstrang undeut- Fig. 81. lieh, Schopfblätter 1,8 — 2 mm lang aus eiförmiger oder verkehrt - eiförmiger Basis wie bei voriger, Rippe oben mit 4 — 6, unten mit 9 Aussenzellen und 1 — 2 Schichten stereider Innenzellen, an der Spitze schwach gezähnt; Blatt- zellen der einschichtigen Lamina meist rectangulär (etwa 0,02 -j- 0,008 mm), oberwärts kürzer und rhomboidisch bis rhombisch. Ivapselstiel meist 1,5 mm lang, sonst Avie bei voriger. Kapsel bleich, mit dem fast gleichlangen Halse verlängert birnförmig, 1,5 mm + oben 0,6 mm breit, der Schnabel 0,3 mm lang ; Epidermiszellen wie 3:1. Haube blasig - kegelförmig, bis 0,7 mm lang, bis zur Kapselmitte reichend. Sporen 0,028—0,035 mm, dicht igel Stachel ig, in Masse ockerfarben; Reife Mai und Juni. Wurde am 20. April 1862 bei Trobaso im Intrascathale am Lago maggiore von De Notaris entdeckt. Für unser Florengebiet wurde sie durch J. Brei dl er nachgewiesen, der sie am 4. Mai 1874 auf nasser Wiesenerde bei Rothwein nächst Marburg in Steiermark bei 29(J m sammelte. lang- gerade B r u c h i a t r o b a s i a n a De Not. Habitusbild '^J. 208 Y. Familie: Voitiaceae. Ausdauernde, polsterförmige, dicht verfilzte, kräftige Hochalpen- moose, die nach ihrer geschlechtlichen Generation mit den Splach- naceen in Beziehung treten. Stengel dicht verfilzt, monopodial ver- zweigt, im Querschnitt lockerzellig, mit grossem Stammbündel, an das sich echte Blattspuren anlehnen. Blätter breit, hohl, flach- und ganzrandig, mit Kippe, Blattzellen parenchymatisch, sehr locker und dünnwandig, beiderseits glatt. Blüthen einhäusig, beiderlei Ge- schlechtsorgane auf verschiedenen Axen; S Blüthen fast köpfchen- förmig, mit keulenförmigen Paraphysen. Sporogon auf hohem, festem Stiele aufrecht, kurzhalsig, lang geschnäbelt, ohne Anlage eines Deckels, im Halstheile mit phaneroporen Spaltöffnungen ; Columella und Luftraum normal, letzterer weit, doch ohne Spannfäden. Scheid- chen wenig dicker als die Seta, kurz, Ochrea am Saume zerschlitzt; Euss nicht verdickt, länglich - spindelig , später durch Resorption oder Fäulniss zerstört, weshalb das Sporogon meist im nächsten Jahre aus dem Scheidchen abbricht. Haube spindelförmig, glatt, die Kapsel und das obere Ende der Seta dicht umhüllend, zuletzt durch einen Längsspalt geöfi'net, durch den die Kapsel austritt, während die Haube oft noch längere Zeit manchettenartig an der »Seta verbleibt, nur selten spaltet sich die Haube gleich bis zur Basis. Sporen klein, durch Verwitterung der Kapselwand frei werdend. (Eig. 82, 83 u. 84.) 16. Gattung: Toitia Hörn seh. in Comm. d. Voitia et Systylio (Dissert. 1818). Geschichtliches: Dr. J. G. W. Voit, dem diese Gattung gewidmet wurde, ist der Verfasser der Historia muscoruni frondosorum in magno ducata Herbipolitana (1812) und der Autor von Bryum Duvalii, Mniura spinosum etc. Bei Lindberg, dem Jura tzka in Laubmfl. v. Oesterreich-Ungarn folgte, finden wir diese paradoxe Gattung als eine Familie der Splachnaceae. 59. Voitia nivalis Hörn seh. 1. c. p. 5, t. 1 ; Bryol. eur. t. 7. Sammlungen: Hoppe & Hornsch. Crypt. select. Cent. IL Dec. ü. Eabenhorst, Bryoth. No. 367. Einhäusig; (J Blüthen fast knöpfchenförmig , gipfelständig am Hauptspross, aus dessen tieferen Blattcyklen seitlich ein ? Spross hervorbricht, so dass in der Regel S und $ Sprosse an derselben Scheinachse abwechseln. Innere S Hüllblätter aus breiter Basis abstehend, zahlreiche Antheridien und Paraphysen; erstere gross, doch kurzgestielt letztere gelb, länger, mit grosser Endzelle. — 209 Raschen 6 -8 cm hoch, lichtgrün, dicht polsterförmig und durch rostbraune, reich verzweigte Rhizoiden aus den Blattachsehi dicht verfilzt. Stengel monopodial verzweigt, dünn, 5 kantig, weitzellig, mit grossem Centralstrang und echten Blattbündeln ; Parenchymzellen ohne Tüpfel, reich an Reservostoffen ; Mantelschicht englichtig und gelb. Blätter feucht aufrecht - abstehend , weich, eilänglich, in eine zarte, geschlängelte Spitze verschmälert, flach- und ganzrandig; Blattrippe kräftig, unterseits vortretend, aufwärts rasch sich ver- dünnend und in der Spitze lang austretend bis verschwindend; im Querschnitt vielzellig, mit einem centralen Bündel dünnwandiger Fiff. 82. Voitia uiva|lis Hornsch. a Kapsel iii der Haube eingeschlossen \*. b Haube frei y. c Kapselläugsscbnitt \*. enger Zellen, das der Begleitergruppe entspricht. Deuter 2 — 4 basal oder median (Fig. 84), nur unterseits mit substereiden Innenzellen. Blattzellen am Grunde nächst der Rippe zweischichtig; alle sehr locker (oben 0,058 + 0,024 — 0,03 mm), dünnwandig und glatt. Kapselstiel 2—3 cm lang, roth, kräftig, aufrecht, oben links gedreht, • mit Centralstrang. Kapsel aufrecht bis schwach geneigt, lederartig, zuletzt dunkelbraun, eilänglich (nicht genau regelmässig) allmählich zu einer langen, geraden oder schiefen Spitze verschmälert und mit L i IT) p rieht , Lauliinoose. 14 210 Fig. 63. Voitia nivalis Hornsch. a Theil eines Stengelquerschnittes mit Centralstrang und 2 Blattspursträngen (bei \) ^K b Zellnetz der Blattspitze J-f^. 211 derselben bis 3,6 mm lang + 1 mm breit. Kapselwand zuletzt einschichtig, Zellen dickwandig, ziemlich regelmässig, quadratisch bis hexagonal mit rectangulären gemischt ; Porus der Spaltöffnungen ritzenförmig. Sporensack verhältnissmässig klein, das obere Ende der Columella nach Yerschrumpfung der inneren Schichten des Wandgewebes bis zur Kapselspitze verlängert. (Luftraum und Haube siehe oben.) Sporen 0,01 mm, blassgelb, glatt ; Reife im August und September. Kg. 84, Querschnitt durch die Blattrippe von Vöitia nivalis ^f^ Bei 2200 — 2700 ni auf sonnigen Hochalpentriften an den Lagerstellen der Schaf- und Rinderherden, deren Excre- mente für das Vorkommen, ähnlich wie für das der SplacJmaceae, sich als Lebens- bedingung erweisen. Wurde von Hörn seh uch 181 T in Kärnthen auf der Salmshöhe am Gross- Glockner xmd am Pasterzengletscher entdeckt, später sammelte sie Hoppe auf der Fleussalpe, Funck auf der Gamsgrube; Mol endo 186.5 am Schwerteck, an den Leiterköpfen; Unger 1859 oberhalb der Johannishütte am Venediger in Tirol. J. Breidler entdeckte zahlreiche neue Standorte, z. B. in Tirol: Bretterwandkopf, Kamm des Musing und Katalberg bei Windischmatrei ; Dorfer Alm an der Süd- seite des Venediger, Gastacher Wände und am Kapunizköpfl des Venediger, am Umbalkees sikUich der Dreiherrnspitze, unter dem Gödezkees in der Steineralm •. ferner in Kärnthen: auf dem Mönnichberg östlich von Heiligenblut. Sämmthche Standorte liegen im Gletschergebiete der Centralalpen. Aus der Schweiz findet sich ein Exemplar „Sommet des Alpes d'Arbignon" im Herb. Schleicher, allein die Pflanze wurde am Schleicher'schen Standorte in der Neuzeit von Favrat und Amman vergeblich gesucht. Nachträgliche Bemerkung zu den Phascaceen. Das p. 187 erwähnte Fhascum pa/pülosum Lindb. in Europ. Trichost. (1804) p. 217 gleicht im Blattzellnetz dem Ph. piliferum, besitzt aber eine papillöse Haube. Es wurde bisher nur von Lindberg bei Stockholm in Schweden beobachtet, — Sphaerangium triquetritm wurde inzwischen -auch für Westpreussen durch V. Klinggraeff nachgewiesen. Phascum rectum erhielt ich in sehr schönen Exemplaren aus der Eheinprovinz : erdbedeckte Felsen bei St. Goar a./Rhein leg. G. Herpell. Tribus IL Stegocarpae. Kapsel öffnet sich durch das Abfallen eines rings umschriebenen Deckels. 14* 212 Subtribus I. Aerocarpae. Archegonien g i p f e 1 s t ä n d i g a n H a ii p t s p r o s s e n und später die Kapseln endständig an der Spitze des Stengels oder der Inno- vationen. Sie erscheinen häufig durch nachträgliche Sprossbildung pseudolateral, indem der unter dem Perichätium hervorbrechende Seitenspross, der das Längenwachsthum fortsetzt, die anfangs termi- nale Blüthe (den Gipfel des Hauptsprosses) zur Seite drängt. Nur Flenroiveista^ Anoedanghim, Molcnäoa, Plem-ocJiaete, Cindiäotus, MieUchJioferia, Conomitrium und einige Fissidens- KrtQn besitzen seitenständige Kapseln, denn die Archegoniengruppe wird hier am Gipfel eines lateralen Kurztriebes angelegt (Musci cladocarpi Hampe ; bei Rabenhorst in Deutschl. Krypt. II. III p. 240 irrthümlich M. clonocarpi Hampe). Um für die Grupj^e der acrocarpischen Deckelfrüebtler einen halbwegs brauch- baren ramilienschlüssel herzustellen, war es nothwendig, nicht nur die Zahl der Farailieu zu vermehren, sondern auch hier und da auf Unterfamilien, selbst auf einzelne Gattungen zurückzugreifen; denn die Familien der heutigen Systeme sind von einander weniger durch einzelne prägnante Merkmale, als durch eine Summe von Charakteren verschieden und deshalb sind sie für die analytische Methode höchst unbequem. — Da ich die Ansicht theile, dass ein endgültiges Moossystem von den Fruktifikationsorganen ausgehen wird, so habe ich den nachfolgenden Schlüssel an den Bau des Peristoms angelehnt, doch mussten im Interesse der nacktmündigen Arten auch die vegetativen Organe berücksichtigt werden. Jeden einzelnen Fall kann der Schlüssel nicht in Erwägung ziehen, er will nur dem Anfänger eine Brücke bauen. Dies gilt sowohl für die An- und Abwesen- heit einer Mittellinie (hnea divisuralis !) auf der Ausseufläche der Peristom zahne, als auch für die basiläre Membran des einfachen Peristoms, wie für die Längs- streifung der Kapsel, die insgesammt ganz ausgezeiclmete und leicht zu constatirende Merkmale abgeben. Allein in wenigen Fällen, z. B. Tayloria splachnoides, hat sich die Theilung der Peristomzälme längs der Mittellinie vollzogen, die beiden Hälften repräsentiren Einzelzähne und entbehren der LängsUnie. Anderseits zeigt oft die vm- getheilte Basis der Dicranumzähne , weil an der Bildung ihrer Aussenfläche sich in tangentialer Eichtung 2 (3) Zellreihen betheiligt halsen, hier 1 (2) Längslinien, die jedoch niemals auf die Schenkel der Zähne übergehen. Auch bezüghch der An- und Abwesenheit einer Basilarmembrrai könnte der Anfänger in Zweifel ge- ratlien. Sind die Peristomzähne an ihrer Basis so genähert, dass sie zusammen- stossen oder mit einander verschmelzen (Ehabdoweisia, Dicranum etc.), so entsteht thatsächlich ein basilärer Eing, der sich aus ganzen Peristomzellen zusammen- setzt und niemals als gleichartiges Hautgebüde erscheint, wie letzteres bei der Basilarmembran stets der Fall ist. SchhessUch sei noch erwähnt, dass unter ,,längs- gestreifter" Kapsel nicht die zahlreichen Fälle gemeint sind, in denen tlie Kapsel, unabhängig von Streif ung, überhaupt nach der Entleerung Längsfaltungen zeigt, auch blieben die Fälle unberücksichtigt, wo die Kapsel thatsächhch unregelmässige Strei- fungen besitzt, z. B. Ceratodon, Grimmia elatior, Gr. Schultzii, Campylopus, 213 Brachyoclus, Dicranellae und Dicrana-Spec. etc. Sollten alle Ausnahmen berück- sichtigt werden, so würde überhaupt kein Schlüssel zu stände koramen. — Das Peristom fehlt bei: Gymnostomum^ Hi/menostomum , HymcnostijUum, den Pleuroiveisieen, Styloste(jium, Hedwigia, Hedwkjidium, Bnmnia, Ämphori- dium, Fiedleria, ScMstostega, Pyramidida, Physcomitrium, Pottiae Spec, Enca- lyptae Spec, Gyroweisia tenuis, Seliger ia Doniana, Grimmia sphaerica, Gr. anodon, Orthotrichiim gymnostomum ; bei Zygodon mridissimus wie bei Funariae Spec. und Encalyptae Spec. ist es unvollkommen. Schlüssel zu den acrocarpischen Familien. Blätter aus dimor p lie n Zellen gebildet, drei- und mehrschichtig, Inneuzellen chlorophyllführend und klein, Oberflächenzellen porös und lufthaltig, parenchymatisch. Kapsel längsstreiüg, symmetrisch, gekrümmt, kropfig. Peristom wie bei Dicranum. Haube fast aufgeblasen-kappenförmig. . Leucobryaceae. Blätter aus gleichartigen Zellen gebildet, einschichtig, selten sporadisch 2- und mehrschichtig; Aussenwände der Zellen niemals durchbrochen Sterile und fertile Stengel verschieden ausgebildet; sterile Stengel 2 z e i 1 i g mit longitudinal inserirten , am Grunde seitlich verschmelzenden Blättern; fertile Stengel am Grunde 2zeilig und an der Spitze mehrreihig beblättert. Blätter ohne Rippe ; Blattzellen prosenchymatisch. Kapsel kugelig, längsstreifig; Peristom und Spaltöffnungen Q- Haube kegelig. Scliistostegaceae. Stengel gleichartig ausgebildet, nur bei den Mniaceae häufig die sterilen Sprosse anders gestaltet. Blätter, mit Ausnahme von Fissidens und Distichium, drei- und mehrreihig. . . . Blätter uuterseits mit einem breiten Dorsalflügel, 2 zeilig; Blattzellen parenchymatisch, im ganzen Blatte fast gleichgross. Peristom wie bei Dicranum. Haube meist kappen- förmig (Gamophylleae) Flsslcleiitaceae. Blätter unterseits ohne einen breiten Dorsalflügel (Eleuterophyllaceae) , wenn auch bei Racomitrium patens, Dicranum etc. die Unterseite der Blattrippe wegen ihrer Längs- furchungen systematisch wohl als „geflügelt" bezeichnet wird. 3^ 4 Peristomzähne nicht gegliedert (Nematodontei) 5 Peristomzähne gegliedert (Arthrodontei) 8 Kapsel regelmässig oder symmetrisch, emporgehoben ; Peristom einfach 6 Kapsel unsymmetrisch, Peristom doppelt, das innere, in Form eines gestutzt konischen Tubus, wird von einer 16 — 32 kiel- j faltigen Haut gebildet, welche allerdings die Wände der be- 214 'I theiligten Zellen als undeutliche Linien erkennen lässt (Bux- [ baumiaceae) ? Peristomzähne (4) aus dem Deckelgewebe selbst bestehend. Blattzellen parenchymatisch , Haube mützenförmig- gelappt, längsfaltig . . . (jeor^iaceae. Peristomzähne (32 und 64) aus bastfaserähnlichen, längsstreihgen Zellen bestehend, deren Spitzen durch die Paukenhaut ver- bunden werden. Blattscheiden den Stengel umfassend, der Spreitentheil oberseits meist mit chlorophyllführenden Längs- lamellen. Blattzellen parenchymatisch. Haube klein, meist kappenförmig, oft durch reichliche Filzbildung vergrössert. Polytrieliaceae. Kapsel eingesenkt, das äussere Peristom bildet eine Reihe sehr kleiner Zähne, das innere eine 16 kielfaltige, gestutzt- kegelige Röhre. Blätter 2-schichtig, mit Rippe-, $ Hüllblätter aus fransiger Spitze durch die austretende Rippe lang be- grannt Dipliyscieae. Kapsel 1 — 2 cm lang gestielt; das äussere Peristom bildet 1 — 4 kurze Zahnreihen, das innere eine 32 kielfaltige Röhre. Blätter dem blossen Auge kaum sichtbar; $ Hüllblätter ästig geAvimpert . Biixbauiiiieae. Einzelzähne (16 — 32) des stets einfachen Peristoms (oder die Schenkel der Zähne) aussen ohne Längslinie, gewöhnlich aus Wandstücken von 3 Peristomzellreihen (1 aussen und 2 innen), seltener an der Basis aus ganzen Peristomzellen gebildet (Aplolepideae). Zähne gesondert oder an der Basis zusammenstossend, oft einer ringförmigen, mehr oder minder hohen Grundhaut aufsitzend (dann meist 32), ungetheilt, oft durchbrochen und von der Spitze her mehr oder minder tief, oft bis zur Basis gespalten. Peristom nicht selten fehlend 9 Einzelzähue (16) des einfachen und des äusseren Peristoms aussen mit einer Längslinie, meist aus Wandstücken von 3 (2 aussen und 1 innen) selten 4 (2-|-2), noch seltener an dei Basis oder längs aus ganzen Peristomzellen gebildet (Diplolepideae). Peristom selten fehlend, meist doppelt ; die Zähne des äusseren oder des einfachen Peristoms zuweilen zu Paarzähnen oder Doppelpaarzähnen verbunden. Die Einzel- zähne selten durchbrochen oder getheilt, innen meist mit radiär, seltener auch seitlich vorspringenden Querlamellen, die Querglieder aussen entweder gar nicht oder nur sehr schwach vortretend 23 '{^ Blätter ohne Rippe , 10 itter mit Rippe 11 215 Peristora fehlt. Blattzellen parenchymatiscli , oben klein und rundlich quadratisch, papillös. Kapsel aufrecht und regel- mässig. Felsmoose Hedwigiaceae. Peristomzähne (16), längsstreitig, längs der Mitte klaffend, Quer- ■* ^^ leisten innen stark verspringend. Kapsel geneigt, symmetrisch, ohne Spaltöffnungen. Blattzelleu oben prosenchymatisch, locker, rhombisch bis 6 eckig, ohne Papillen. Haube wie bei Yoitia. Erdmoose Disceliaceae. r Blätter 2zeilig, sich gegenseitig deckend, aus scheidiger, stark I weissglänzender Basis plötzlich lang pfriemenförmig , nicht papillös ; Blattzellen oben klein, quadratisch. Peristomzähne 11 1 (16) am Grunde zusammenfliessend, meist durchlöchert oder bis zur Basis in 2 und 3 fadenförmige Schenkel gespalten. Distichieae. [ Blätter drei- und mehrreihig 12 ■ Kapsel mit 8 rippenartig-vortretenden, dunkel ge- färbt en Längsstreifen, deren Zellen anatomisch von den Zellen der Zwischenfelder abweichen. Kapsel entweder aufrecht, regelmässig und entdeckelt weit- mündig oder etwas übergeneigt, symmetrisch und meist kropfig. Peristomzähne (16) aus zusammenstossender Basis allmählich oder plötzlich verschmälert, oft bis gegen die Mitte in 2 12<( schmal lanzettliche Schenkel gespalten. Innenschicht mit radiär vorspringenden Querleisten, Aussenschicht selten glatt, meist mit Längsstreifung, selten mit schräg sich kreuzenden Linien. Blattzellen parenchymatisch, oben klein, meist spitz mamillös, selten glatt, niemals papillös. Haube kappeu- förmig. Felsmoose. ..... Rliabclowoisiaeeae. Kapsel ohne rippenartig vortretende, anders gefärbte Längs- streifen. (Yergl. p. 213 unten!) 13 I Peristomzähne auf der Aussenseite vertikal gestreift. 14 Peristomzähne aussen nicht längsstreifig, entweder glatt oder papillös 15 Peristom ohne basiläre Membran, die 1 6 Zähne an der Basis oft zusammenfliessend, bis zur Mitte, selten bis fast zur Basis 2 und 3 spaltig •, Innenfläche mit radiär stark vorspringenden Querbalken (zuweilen auch vortretende Querleisten au der basilären Aussenfläche, die dann meist aus ganzen Peristom- zellen gebildet wird). Kapsel meist geneigt und symmetrisch, selten regelmässig und aufrecht, selten kropfig. Blätter aus breiter Basis verlängert -pfriemenförmig, oft einseitswendig, Zellen meist beiderseits glatt, oben oft prosenchymatisch, meist mit stark erweiterten Blatt flügelzellen. Haube kappen- förmig Dicraiiaeeae. 14 15< 216 * Querleisten nur an der Aussenflächc der Zähne vor- tretend. Blattflügelzellen Q- • Aong'stroemiaceae. Peristomzähne (16) mit niedriger Basilarmembran, längs der Mitte durchbrochen oder ungleich 2-schenkelig, nur in der Mitte vertikal gestreift. Kapsel langhalsig, symmetrisch, ge- krümmt, meist kropfig. Haube aufgeblasen - kappeniormig. Besondere Blattflügelzellen fehlen. . . Trematotloilteae. ■ Peristom ohne Basilarmembran, aus 16 gesonderten, oft an der Basis zusammenstossenden, ungetheilten oder bis zur Mitte, selten bis zur Basis 2 und 3-spaltigen Zähnen bestehend. 16 Peristom mit mehr oder minder entwickelter Basilar- membran li> '^1 17-: 18 Peristomzähne meist ungetheilt, selten durchbrochen oder an der Spitze gespalten, oft rudimentär und fehlend 17 Peristomzähne vielfach durchlöchert oder bis zur Mitte, seltner bis zur Basis 2-spaltig 18 Peristomzähne ungetheilt, selten durchbrochen oder an der Spitze gespalten, oft fehlend oder rudimentär. Querbalken aussen, selten beiderseits schwach vortretend. Kapsel meist aufrecht und regelmässig. Haube lang geschnäbelt, kappenförmig. Blätter schmal linealisch bis pfriemlich, trocken meist kraus. Blattzellen parenchymatisch, oben klein, rundlich, meist dicht papillös, selten glatt. Blattflügelzellcn (excl. Dicranoweisia) fehlend lYeisiaceae. Peristom (oft fehlend) aus 16 breiten, ungetheilten, glatten, flachen Zähnen bestehend, trocken zurückgeschlagen. Quer- leisten aussen stark vortretend. Kapsel kugelig, weit- mündig. Blätter lanzett-pfriemenförmig, glatt, Zellen paren- chymatisch, nur Blindia mit Blattflügelzellen. Haube kap p en- förmig. Meist Kalk liebende Felsmoose. Selig'Criaceae. * Haube mützenförmig, glatt. Peristom rudimentär, trapezoidisch, bleich, papillös, Querleisten nicht vor- tretend. Ring breit. Felsmoose. . Bracliydoilteae. Peristom (oft fehlend oder rudimentär) aus 1 6 flachen , meist kurzen, ungetheilten oder gespalteneu, linearen Zähneu be- stehend. Kapsel aufrecht und regelmässig. Haube kappen- förmig, nur bei Fiedleria mützenförmig-mehrlappig. Blätter breit, eiförmig bis länglich -spateiförmig, mit lang, oft als Haar austretender Rippe. Blattzellen oben entweder rhom- bisch bis 6-seitig, locker, oder klein und rundlich-quadratisch, letzternfalls die Rippe oberseits mit 2 • — 4 Längslamellen. Erdmoose Pottlaceae. ■ Haube nicht längsfaltig, mutzen- selten kappenförmig, klein, nur d e r k a u m den Deckel bedecken d. P eristomzähne (IG) roth oder braun, genähert, oft durchlöchert, bis zur 18 19 217 Mitte oder fast bis zur Basis in 2 — -1 fadenförmige , am Grunde oft verkoppelte Schenkel getheilt. Aussenschicht dicker, mit leistenartig vortretenden Querbalken. Blätter meist baartragend, gegen die Spitze oder am Rande doppel- schicbtig; Blattzellen oben klein, rundlich bis rectangulär, selten papillös, unten rectangulär bis linearisch ; die gemein- samen Zellwände häufig durch Tüpfel gebuchtet. Felsmoose. Oi'iinmiaceae. Haube längsfaltig, glockig-mützenförmig, die ganze Kapsel einhüllend. Peristomzähne (Ki) siebartig durchbrochen; Querglieder nicht vortretend. Fclsmoose. Cosciliodoil. ' Peristomzähne (16) auf niedriger Basilarmembran bis fast zur Basis in 2 (selten 3 und 4) fadenförmige, am Grunde durch Querglieder verkoppelte, meist aufrechte Schenkel gespalten. 20 Peristom aus mehr oder minder hoher Basilarmembran in 32 aufrechte, oft etwas schiefe oder spiralig links gewundene, fadenförmige Zähne getheilt. Kapsel hochgestielt, eiförmig oder cylindrisch, regelmässig. Haube kappenförmig, Blätter , aus breiterem Grunde lineal-, spatel- bis zungenförmig, mit kräftiger Rippe. Blattzellen parenchymatisch , oben klein und rundlich, meist papillös und warzig, unten meist ver- längert, oft wasserhell Tricliostomaceae. -{S: Haube mützenförmig, nackt 21 Haube kappenförmig 22 21 22 Haube mützenförmig-lappig, nicht längsfaltig, nur wenig unter den Deckel reichend. Basilarmembran niedrig, Zähne bis fast zur Basis in 2 fadenförmige, dicht papillöse, unten mit wenigen Quergliedern versehene Schenkel getheilt. Blätter glänzend, vom Grunde allmählich schmal pfriemenförmig. Felsmoose Campylosteliaceae. Haube längsfaltig, glockig-mützenförmig, bis zur Kapselmitte reichend. Peristom trocken zurückgeschlagen, durchbrochen oder bis zum Grunde in 2 fadenförmige, dicht papillöse Schenkel getheilt; Aussenschicht stärker entwickelt, hyalin, Querglieder nicht vortretend. Blätter trocken kraus. Felsraoose. Ptychomitriaceae. ' Peristomzähne (16) bis gegen die Basis in 2 — 4 fadenförmige, unten durch Quer- und Schrägglieder verkoppelte Schenkel getheilt, schräg links aufsteigend. Blätter im Zell- netz wie bei Grimmia, oben am Rande 2 und 3- schichtig, doch ohne Haar. Kapsel oft au der Spitze kurzer Seitenäste. Flutheud an Felsen im Wasser. (Hier wegen der Grundhaut einige Racomitria zu vergleichen). Ciliclicloteae. Peristomzähne (16) auf schmaler Grundhaut, aufrecht, bis gegen die Basis 2-schenkelig, papillös, knotig. Kapsel symmetrisch. 218 und meist geneigt und gekrümmt, undeutlich 4-streifig, "'^] trocken 4-kantig, selten kropfig. Blätter lineal-pfriemenförmig, selten lanzettlich, meist glatt und etwas glänzend; Zellen oben klein, quadratisch Ceratodoiltaceae. Peristomzähne (iß) auf schmaler Grundhaut, bis zur Basis in 2 fadenförmige, freie oder hier und da verkoppelte, aufrechte oder etwas schiefe Schenkel getheilt. Kapsel aufrecht und regelmässig. Blätter glänzend, aus breitem Grunde meist pfriemenförmig und der obere Theil ganz von der Rippe eingenommen. Blattzellen beiderseits glatt, oben schmal rectangulär Ditrichiaceae. Peristom stets einfach, aus 16 gesonderten oder paarig und doppelpaarig verbundenen Zähnen (nur bei Tayloria splach- noides durch Theilung 32) bestehend, die unterm Kapsel- schcitel gegenseitig mit den Spitzen verbunden sind. Mit Ausnahme von Dissodon splachnoides beiderseits mit Längs- linie (bei Tayloria spl. hat sich die Theilting längs der Mittel- linie vollzogen), flach und trocken aussen der Kapselwand an- liegend. Bei Splachnum die Zähne aus ganzen Peristomzellen gebildet und innen gefächert. Querbalken radiär nicht vor- springend (bei Dissodon splachnoides innen vorspringend). Kapsel regelmässig, aufrecht, nicht längsstreifig, meist kleiner als die Apophysis. Deckel nie geschnäbelt. Haube kappen- förmig, weder faltig noch behaart. Blattzellen sehr locker, oben rhombisch-6-seitig, nie papillös. Auf verwesenden vege- tabilischen und organischen Stotfen. . . Splachliaceao. Peristom der Anlage nach doppelt, selten einfach oder fehlend. 24 ( Inneres Peristom ohne Basilannembran, nur in Form von Cilien I vorhanden oder fehlend 25 1 Inneres Peristom meist am Grunde, selten in seiner ganzen j Länge aus einer mehr oder minder deutlich kielfaltigeu Mem- I bran gebildet. . Zähne des äusseren Peristoms niemals durch- [ brechen 27 Kapsel nicht gestreift. Peristom selten einfach oder fehlend. Aeusseres Peristom aussen mit schwacher Längslinie und un- regelmässig vertikal gestreift, innen mit stark radiär und seitlich vortretenden Querleisten. Cilien den Zähnen des äusseren l'eristoms opponirend. Spaltöftnungen schildförmig- phaneropor. Haube oft kappen- blasenförmig, selten mützen- fürmig-lappig. Pai"aphysen keulig. Blattzellen oben rhom- bisch-sechsseitig bis vieleckig, locker, ohne Papillen. Erdmoose. Fuiiariaceae. Kapsel läugsstreifig 26 [ Haube cylindrisch- glockenförmig, unter die Kapsel herab- I reichend, nicht längsfaltig und nicht behaart. Kapsel 26 regelmässig, meist cylindrisch, Deckel nadeiförmig. Zähne 24 25 219 des inneren Peristoms (wenn vorhanden) den Zähnen des äusseren opponirend oder alternirend. Blattzellen parenchy- matisch, oben klein, rundlich 6-eckig, dicht warzig, gegen den Grund plötzlich wasserhell und rectangulär. Eiicalyptaeeae. Haube meist glockig-mützenförmig, längsfaltig, oft behaart, selten den Kapselgrund erreichend. Peristomzähne oft paarig und doppelpaarig verbunden, bleich, trocken abstehend, zurück- gebogen bis der Urnenwand angedrückt; Querleisten nicht vortretend, Innenschicht schwach entwickelt. Cilien 8 oder IG, den Zähnen alternirend. Spaltöffnungen oberhalb des Halstheiles angelegt, oft kryptopor. Seta meist kurz, Ochrea stets deutlich. Rinden- und Felsbewohner. Ortliotridiaeeae. * Haube kappenförmig, klein, nackt, Peristom oft fehlend. , Blätter meist kraus Zygodoiiteae. Kapsel längsstreifig. Kapsel fast kugelig. Peristom selten einfach (Cohostomum) ; inneres Peristom kürzer, basiläre Membran niedrig, Fortsätze in je 2 divergireude Schenkel gespalten, Wimpern kurz (1 oder 2), unvollkommen oder fehlend. Blätter meist gefurcht, Blattzellen parenchymatisch, oft ma- millös Bartraiiiiaeeao. * Kapsel länglich-cylindrisch, symmetrisch. Inneres Peri- stom wie bei den Mniaceae mit klaffenden Fortsätzen und 2 bis 4 knotigen Wimpern, ßlattzellen parenchymatisch und papillös. Sumpfmoose. . . . AiilacoiUllicae. Kapsel nicht längsstreifig 28 Inneres Peristom länger als das äussere, in seiner ganzen Länge eine abgestutzt-kegelförmige, 16 kielfaltige Membran darstellend, die unten, in Opposition mit den 16 Zähnen, durchbrochen ist. Spaltöffnungen normal-phaneropor, Blatt- zellen wie bei den Mniaceae. Sumpfmoos. . Ciliclidilim. Inneres Peristom nur an der Basis aus einer 1 6 kielfaltigen Membran gebildet 29 ■ Inneres Peristom so lang als das äussere, mit mehr oder minder klaffenden, kieligen Fortsätzen und meist mit Cilien. Zähne des äusseren trocken einwärts gebogen, innen mit Quer- lamellen. Haube kappenförmig, hinfällig. Blätter lanzettlich, oval bis fast kreisrund '^nur bei Leptobryum pfriemenförmig) ; Blattzellen ohne Papillen. * Blattzellen oben parenchymatisch 6 -seit ig. Spalt- öffnungen normal-k r y p t o p o r. Wimpern ohne Anhängsel. Paraphysen keulig Mlliaccae. ** Blattzellen oben rhombisch-6-seitig. Spaltöffnungen normal-phaneropor. Wimpern mit Anhängseln oder knotig. Paraphysen fadenförmig. . . . Bryaceae. 220 Zähne des äusseren Peristoms kürz er und stumpf; die IG Fort- sätze des inneren Peristoms mit Mittellinie, durch eine flüchtige 29^ Netzhaut vei'bunden, Cilien undeutlich, Kapsel langhalsig, symmetrisch, aus aufrechter Basis gekrümmt, länglich-birn- förmig. Blattzellen glatt, bei Amblyodon rhombiscli-6-seitig, sonst parenchymatisch. Paraphysen keulig. Bei Catoscophim und MieUchlioferia fehlt das innere Peristom. Paludella be- sitzt Bryum-Peristom ohne Wimpern, mamillöso Blattzellen und einen gesägten Blattrand. Sumpfmoose. Meeseaceae. Zähne des äusseren Peristoms sehr flach, von der Mitte knie- förmig einwärts gebogen, dicht gegliedert, Aussenschicht oben mit vertikalen Streifen, Innenschicht mit vorspringenden Quer- leisten. Inneres Peristom mit 64 knotig-fadenförmigen, zu je 4 mit den Spitzen zusammenhängenden Wimpern auf hoher, undeutlich 16 kielfaltiger Basilarmembrau. Blätter schmal, mit scheidigem Grunde, oberseits mamillös, oben am Rande gesägt. Paraphysen keulenförmig. Kalkmoose. Timiniaceae. VI. Familie: Weisiaceae. Sehr niedrige, ausdauernde, selten hoclistengelige oder wurzel- filzige Moose. Stengel im Querschnitte rund, bisweilen dreikantig? meist mit Centralstrang, stets ohne Tüpfel, Rindenlage (excl. Eu- cladium) engzellig. Blätter allseits abstehend, trocken meist kraus, verlängert lanzettlicli, lanzettlich-linealisch bis lanzettlich-pfriemen- förmig, kielig, selten mit abgerundeter Spitze, meist glanzlos. Blattrippe in der Regel kräftig, Deuter meist median, Begleiter fehlend. Blattzellen parenchymatisch, nur bei Dicranoweisia an den Blattflügeln erweitert, bei allen Arten unten verlängert 4 — 6- seitig, chlorophyllarm bis Avasserhell, oben rundlich-quadra- tisch, sehr dicht mit kleinen, einfachen Papillen besetzt, niemals mamillös, selten völlig glatt. Blüthen knospenförmig und (excl. Pleuroweisieae) gipfelständig, Paraphysen fadenförmig ; Blüthen- stand selten zwitterig oder paröcisch. Scheidchen cylindrisch, Seta meist über die Hüllblätter verlängert, gelb, gedreht, Fuss niemals angeschwollen. Kapsel aufrecht und regelmässig, selten etwas geneigt und schwach gekiümmt, meist oval, länglich, selten cylindrisch, kurzhalsig, weder gestreift noch kropfig, entleert bisweilen schwach faltig. Spaltöffnungen stets im Halstheile, meist in einer Reihe, immer normal-phaneropor, Perus meist rund. Ring bleibend, nur bei Gyroweisia differenzirt und sich abrollend. Peri- stom fehlend, rudimentär oder ausgebildet, dann einfach. Zähne 221 (IG) trocken aufrecht mit einwärts geneigten Spitzen, ungetheilt, bisweilen an der Spitze, selten bis zur Basis gespalten oder durch- löchert, papillös oder glatt, selten schrägstreifig. Aussen- schicht stärker entwickelt, roth, aus 1 Keihe von Platten be- stehend, mit radiär vortretenden Querleisten; Innenschicht gelblich, mit unregelmässiger Längslinie und selten mit einwärts schwach vortretenden Querleisten. Deckel lang geschnäbelt, selten kegelig. Haube kappenförmig, glatt. Uebersicht der Gattungen. A. Archegoniengruppe (später die Kapsel) gipfelständig an Haupt- sprossen. a. Peristom fehlt (Gj'mnoweisieae). f Urnenmündung nach der Entdeckelung noch längere Zeit geschlossen. * Sporogon aus dem Scheidchen ausfallend. Kleioiveisia 17a. ** Sporogon mit dem Scheidchen in Yerbindung bleibend. Hymen ostonmm 17b. ■\-\ Urnenmündung durch die Entdeckelung geöffnet. * Deckel mit der anhängenden Columella abfallend. Hymenostyh'mn 20. ** Columella bei der Entdeckelung in der Urne zurück- bleibend. § Ring bleibend; Blätter zugespitzt. Gymnostommn 18. §§ Ring differenzirt, sich abrollend; ßlattspitze abge- rundet Gyroivcisia 19. b. Peristom ausgebildet oder rudimentär (Weisieae). f Blätter mit erweiterten Blattflügelzellen. Bicranoweisia 25. ff Blattflügelzellen fehlen. * Blätter beiderseits spitz -mamillös, an den Rändern oberwärts sägezähnig [Oreoweisüi 30). ** Blätter beiderseits dicht papillös, oberwärts ganzrandig. § Blätter aus weissglänzender Basis steif aufrecht, blaugrün Endadnmi 26. §§ Blätter trocken gekräuselt, nicht glänzend. WeisHi 24. 222 B. Arche^niengruppe (später die Kapsel) gipfelständig an lateralen Kurztrieben (Pleuroweisieae). a. Blätter linealisch, mit abgerundeter Spitze. Pleuroweisia 21. b. Blätter mehr oder minder lang zugespitzt. f Blätter lineal-lanzettlich, spitz; Deuter basal. Anoectangium 22. |-j- Blattspitze verlängert bis pfrieraenförmig ; Deuter median. Molendoa 23. 1. Gruppe: Gymnoweisieae. Eine durchaus künstliclie Gruppe, die sich von den Weiseae lediglich durch das fehlende Peristom und von der nachstehenden Gruppe durch die terminalen Blüthen unterscheidet. Hymenostomum schliesst sich durch Kleioweisia innig an Ästomum an und tritt zu Weisia in Beziehung; Gymnostomum, Hymenostylium und Hymenostomum tortile stehen den Trichostomeen nalie, während Gyroweisia Jiabituell der Gattung Pleuroiveisia fast gleichkommt. 17. Gattung: Hyineiiostoiuiiin R. Brown in Trans, of the Linn. soc. XII, 2 p. 573 (181i')- Niedrige Erdmoose oder Bewohner erderfüllter Fels- und Mauer- spalten. In Grösse und Habitus theils wie Astomum crispum^ theils wie Wetsia viridula. Stämmchen rund, mit Centralstrang , Aus- sprossung durch endschopfige Innovationen, selten durch schlanke, sterile Sprossen, die sich später flagellenartig niederlegen. Blätter trocken gekräuselt, die oberen grösser, lanzettlich-linealisch, rinnig- hohl, mit aufrechten, eingebogenen bis eingerollten, unversehrten Rändern; Rippe kräftig, als Stachelspitze austretend, mit me- dianen Deutern (Begleiter 0)i ^ Stereidenbändern und nicht differenzirten Aussenzellen; Blattzellen oben sehr klein, rund- lich-quadratisch, beiderseits dicht mit niedrigen Papillen besetzt, unten länglich - rechteckig und meist wasserhell. Blüthen ein- häusig, die S gipfelständig, später pseudolateral, knospenförmig, meist mit fadenförmigen Paraphysen; Perichätialblätter den Schopf- blättern ähnhch, nur etAvas scheidig. Kapsel auf rechts gedrehtem, gelbem Stielchen, die Hüllblätter nicht oder wenig überragend, aufrecht oder etwas geneigt, eiförmig oder ellipsoidisch bis läng- lich - cylin drisch , regelmässig oder am Rücken buckelig, meist nicht faltig; Hals kurz, mit normal- phaneroporen Spaltöffnungen, Luftraum ohne Spannfäden; Scheidchen länglich, fast walzen- förmig. Haube kappenförmig , lang -schnäbelig, bis zur Kapsel- 223 mitte reichend. Deckel massiv, kegelig mit pfriemenförmigem Schnabel. Nach der Entdeckelung bleibt die enge Kapsel- mündung durch eine Querhaut, das sogenannte Hymenium, geschlossen, dessen Gewebe der am Ende ver- breiterten Columella und der gegen den Mün- "' ''" dungsrand mehrschichtigen Kapselwand angehört (Fig. 85). Bei weiterer Austrocknung zerreisst die Verbindung zwischen Columella und Kapsel- wand und durch nachträgliche Verkürzung resp. Verschnimpfung der Columella entsteht in dem Verschluss eine kleine Oeffnung, durch welche die Sporenaussaat langsam erfolgen kann. Bei H. tortile erfolgt die Verkürzung des Säulchens, event. die Bildung der Urnenöffnung, schon lange vor der Entdeckelung. Geschichtliches. Hymenostomum (Hautmund), gegründet auf Gymnostonmm microstomum Hechv., wird schon vom Autor nicht blos nach habituellen Merkmalen, sondern nach dem Kapselbaue als natürliche Gattung charakterisirt. Die Verfasser der Bryol. (jerm. (1S23) be- tonen die Verwandtschaft mit Weisia viridula und fügen ausser H. riitilans (Hedw.) noch H. squarrosum Bryol. germ., H. obliquum N. v. E., Tl. brachycarpon Bryol. germ., H. subglosobum Bryol. germ. imd H. crispatum Bryol. germ. hinzu, doch wird letzteres von den Autoren 1831 in Bryol. germ. 11. 2. p. 33 wieder eingezogen. — Hü- ben er betrachtet 1833 H. obliquum und H. hraehycarimm als Varietäten, erkennt Phascum rostellatum Brid. als ein Hymenostomum, bezeichnet es jedoch als if. microstomum car. ß mutilatum Hüben. — In der Bryol. eur. wird 1S46 Gymnostomum toHile Schwägr. nach Fürnrohr's Vorgange als Hymenostomum beschrieben, doch werden H. riitilans (Hedw.) als synonym zu Weisia mucronu- toa Bruch und H. subglobostmi Bry o\. germ. zu Weisia viridula gestellt, ferner wird H. rostellatum als ein Astomum aufgefasst und irrthümlich auch H. cris- patum Bryol. germ. noch fortgeführt. — C. Müller betrachtet in seiner Synopsis (1S49) Hymenostomum als Subg. von Weisia, so auch Juratzka (1882). — Schimper stellt es 1860 als Subg. zu Gymnostomum, doch wird G. rostellatum zugerechnet; in der 2. Ausgabe der Synopsis (1876) wird es wieder zur Gattung erhoben und durch H. unguiculatum Philibert vermehrt; als grobe Fehler finden sich hier Ä cris2xitum Bryol. germ. und iJ. murale (Spruce). Bei Milde, der Lindberg folgte, erlischt 1869 die Gattung und ihre Arten werden zum Subg. JEuiceisia C. Müll, emend. gezogen. Lindberg betrachtet ISl'ä Hymenostomtcm, wozu auch JEutoeisia C. Müll, und Astomum (Systegium) gerechnet werden , als Subg. von Mollia Schrank emend., einer Gattung, die bezüglich der Kapselbildung, Längsschnitt durch die entdeckelte Kapsel von Hymenostomum squarrosum Bryol. germ. Zellnetz sche- niatisch. sp. Sporen- raum. '•^. 224 der Anatomie des Stämrnchens und der Blattrippe verschiedenartige Elemente um- fasst. — Da nacli der gegenwärtigen Ansiclit ein endgültiges Moossystem nicht auf die vegetativen Organe gegründet werden kann, so ist Hymenostomum als Gattung berechtigt, denn hier finden wir im sogenannten Hymenium der Kapsel eine Einrichtung, die ihr Analogon nur in der Paukenhaut der Polytrichaceen besitzt. Streng genommen sind H. microstommn und H. squarrosimi die einzigen Eepräsentanten innerhalb des Gebiets, denn H. rostellatum kann auch als Asto- mum aufgefasst werden und H. tortile gehört wahrscheinlich gar nicht hierher- Dass Hymenostomum unguiculahim Phil, ein Trichostomum mutabile mit rudi- mentärem Peristom darstellt, ist bekannt : doch halte ich Hymenostomum Mülleri Bruch von Korsika (Flora 1829 t. 2. f. 1.) nach den wenigen Proben, die ich untersuchen konnte, für eine eigene Species. Hierzu stimmt auch die Beschreibung davon in De Not. Epil. p. 606. A. Kleioiveisia Bayrh. Uebers. p. 3 (1849). Sporogon zuletzt aus dem Scheidchen ausfallend ; Deckel kaum von selbst sich ablösend. 60. Hymenostomum rostellatum (^Brid.) Schimp. Syn. 2 ed. p. 33 (1876). Synonyme: Phascum rostellatum Brid. Mant. musc. p. 11 (1819). Hymenostomum microstomum ß. mixtilatum Hüben. Musc. germ. p. 67 (1833). ? Astomum rostratum Hampe Flora 1837 p. 285. Hymenostomum obliquum Wils. Engl. Bot. Suppl. t. 2831; sed non N. V. E. in Bryol. germ. I. p. 194 t. XII f. 2. Hymenostomum phascoides Wils. Msspt. in Bryol. eur. fasc. 42 t. 1 (18.50). Kleioweisia rostellata Bayrh. , Uebersicht d. Moose etc. sep. Abdr. p. 3 (1849). Astomum rostellatum Bryol. eur. fasc. 43 t. 1 (1850). Weisia phascoides C. Müll. Syn. II p. 634 (1851). Gymnostomum rostellatum Schimp. Syn. 1. ed. p. 33 (1860). Weisia rostellata Lindb. De Tort. (1864). Systegium rostellatum Boulay, Musc. de l'Est p. 586 (1872). MoUia rostellata Lindb. in Braithw. Brit. Mossfl. p. 233 (1885). Sammlungen: Eabenh. Bryoth. No. 162. Einhäusig; S Blüthen später pseudolateral am Grunde des Perichätiums, bis 6 Antheridien (Schlauch etwa 0,24 — 0,3 mm), Para- physen kurz und spärlich. — Habituell zwischen Astomum crisimm und Hymen, micr. var. oblkpfmn die Mitte haltend. Locker rasig, schmutzig grün. Stengel 1 — 2 mm hoch, meist büschelig-ästig, lockerzellig, die peripherische Lage kleiner, Centralstrang klein. Blätter aufrecht-abstehend, trocken kraus, die oberen viel grösser 225 bis 2,4 mm lang, verlängert lanzettlich -linealiscli, "Ränder flach oder oben schwach eingebogen; Rippe als Stachelspitze austretend, 2 — 4 mediane Deuter, das obere Stereidenband schwächer, Aussen- zelleu nicht differenzirt, Begleiter Q\ Blattzellen oben 0,009 bis 0,007 mm, unten quadratisch und kurz rectangulär, chlorophyll- arm. Kapseln (oft zwei in derselben Hülle) elliptisch, schief ge- schnäbelt, kurzhalsig, olivengrün, zuletzt bräunhch, engmündig, nicht über die Hüllblätter emporgehoben und zuletzt durch Lösung des kleinen, spindeligen Fusstheiles aus dem länglich-walzen- förmigen Scheidchen (0,45 mm lang) von selbst mit der etwa 0,5 mm langen Seta ausfallend. Kapselwand dünnhäutig, trocken nicht längsfaltig, Zellen rectangulär, mit hexagonalen gemischt. Deckel und Urne durch eine Reihe kleinerer Zellen undeutlich ge- sondert, ersterer schwer sich ablösend, dann die Mündung durch das Hymenium verschlossen. Sporen 0,017—0,022 mm, gelbbräunlich, fein warzig, Reife im zeitigen Frühjahr, oft schon im ^Yinter. An feuchten Gräben, auf Erdblössen der Wiesen, auf grasigem Waldboden, besonders an thonigen Stellen (nicht auf Kalk) bisher nur aus der Ebene und nur von wenigen Punkten bekannt. Wurde durch Bruch für das Gebiet um Zwei- brücken in der Eheinpfalz schon vor 1823 entdeckt. Schlesien: um Breslau am Lehmdanime, bei Neu-Scheitnig und bei Schwoitsch (Milde), Garsammen bei Pirnig, Kreis Grünberg (Hellwig); Thüringen: um Sclmepfenthal (Eöse); Wisperthal im Taunus (Bayrhoffer) ; am Rhein bei Lorch (Bayrhoffer) und bei Geisenheim (Bryol. sil); Elsass-Lothringen: Saarburg (Boulay); Württemberg: Schör- zingen (Sautermeister) , Bayern : Wassertrüdingen und Feuclit wanden (Schnitzlein): Nieder-Oesterreich : bei Eeichenau (nach Juratzka). B. Hyiueiio^^tomiiiii im eng. Sinne. Sporogon nicht ausfallend, Deckel sich ablösend. f Urnenmündung bei der Entdeckelung geschlossen. 61. Hymenostoiiium squarrosuni Bryol. germ. I p. 193 t. 12 f. 1 (1823)! Synonyme: Weisia squarrosa C. Müll. Syn. I p. 663 (1849). Gymnostomum squarrosum Wils. Bryol. brit. 43 t. 38 (1855). MoUia squarrosa Lindb. Musci scand. p. 22 (1S7U). Systegium squarrosum Boulay Muse, de la France ]>. 56Ü (1S84). Sammlungen: Rabenh. Bryoth. Xo. 24. 404. Einhäusig, die S Blüthe zuletzt knospenförmig am Grunde des Perichätiums, häufig auch rein $ Pflänzchen mit gehäuften Blüthen- ständen. — Pflänzchen gesellig, dunkelgrün. — St ä m m c h e n n i e d e r - liegend und knieförmig aufsteigend, etwa bis 6 mm hoch; Limpricht, Laubmoose. 15 226 Yerjiingimg durch Innovationen und sterile Sprossen aus den Blattachseln der nach der Fruchtreife sich niederlegenden Ha uptaxen. Stämmchen lockerzelhg, gelbwandig, nur mit einer Lage kleiner Mantelzellen, Stammbündel scharf begrenzt. Blätter ent- fernt gestellt, sparrig abstehend und zurückgekrümmt, aus breiterem, fast scheidigem Grunde verlängert -lanzettlich, stumpf zugespitzt, durch die austretende Rippe stachelspitzig, flachrandig, beiderseits dicht papillös; Schopfblätter gehäuft, linealisch; Perichätialblätter sehr lang, am Grunde etwas scheidig, aufwärts zuweilen mit schwach eingebogenen Rändern. Rippe bis 0,035 mm breit, mit 4 medianen Deutern, das obere Stereidenband schwächer, Aussenzellen oberseits meist 5. Blattzellen oben 0,007 mm, trüb. Kapsel auf gelber, schwach rechts gedrehter, fast 3, selten bis 8 mm langer Seta auf- recht, länglich, meist regelmässig, olivengrün; Mündung nach der Entdeckelung noch längere Zeit verschlossen. Deckel kurz (0,35 mm), geschnäbelt. Scheidchen cylindrisch. Kapselwand dünnhäutig, Zellen unregelmässig, meist länglich 4 — 6 eckig. Sporen 0,02 — 0,024 mm, braun, warzig; Reife im Winter. An Wiesengräben, auf Waldwegen, Brachen und Triften innerhalb des Ge- bietes sehr selten und nur in der Ebene. Wurde vor 1823 von Bruch auf thonigen Wiesen bei Zweibrücken in der Eheinpfalz entdeckt. Schlesien: Grabenwände am Kratzbuschdamme bei Breslau; Mark: um Frankfurt a/0. (Itzigsohn); im Harz: auf der Eathswiese bei Blankenburg (Hanipe); Thüringen: Kleefelder bei Mühlhausen (Möller), bei Wiehe (Oertel); Rheinprovinz: Eottgeu bei Bonn (Hübener); Elsass: Weissenburg (F. Schultz); Württemberg: um Stuttgart (Kolb); Nieder-Oesterreich: um Hermannsdorf bei Wien (Juratzka). 63. HymenostomuDi microstomum (Hedw.) R. Brown Trans. Linn. soc. XII. 2 p. ö72 (1819). Synonyme: Gymnostommn microstomum Hedw. Descr. HI. p. 71 t. 30 B. (1792). Bryum microstomum Dicks. PI. crypt. Fase. IV- n. 9 (18ül). Weisia microstoma C. Müll. Syn. I p. (jRO (1S49). Hymenostomum convolutum Hampe. Hymenostomum crispatum Ue Not. Epil. p. ()07 (1869) et Erb. crittog. Ital. n. 1112. Simophyllum microstonuim Lindb. Rev. crit. icon. fl. dan. p. 74 (1S71). MoUia microstoma Lindb. Musci. scand. p. 22 (1879). Einhäusig, c? Blüthe zuletzt knospenförmig am Fusse des $ Sprosses oder in einer Gabelung, armblättrig. — Dicht. gesellig oder rasenförmig, reichlich fruchtend. Pflänzchen selten bis 5 mm hoch, 227 schmutzig grün, Stengel mit weiten, gelbwandigen Zellen, einem grossen Stammbündel und 2 Schichten substereider Mantelzellen. Aussprossung fast nur durch Innovationen. Schopfblätter grösser, flatterig abstehend, trocken kraus und hakig eingebogen, verlängert lanzettlich und stumpf zugespitzt, oberwärts mit stark einge- bogenen Kändern, Perichätialblätter 2—3 mm lang; Rippe als Stachelspitze austretend, mit 4 und 5 medianen Deutern, oberes Sterei'denband schwächer, Aussenzellen nicht differenzirt, oberseits 4, unterseits zahlreich. Blattzellen oben 0,009 — 0,008 mm, rundlich, beiderseits dicht mit kleinen Papillen. Kapsel die Hüllblätter wenig überragend, auf gelber, rechts gedrehter, oft geschlängelter, selten bis 5 mm langer Seta, meist ellipsoidisch und länglich, regelmässig und aufrecht, sehr engmündig, zuletzt rothbraun. Deckel von halber Urnenlänge, durch Linksdrehung schief geschnäbelt. Mündung nach der Entdeckelung noch längere Zeit verschlossen. "Wandung 2 und 3 schichtig, Epidermiszellen rectangulär, um die Mündung 2 und 3 Reihen hexagonaler Zellen, deren obere einen bleibenden Ring darstellt. Sporen 0,02 — 0,024, selten 0,028 mm, röthlichbraun, warzig; Reife im Frühjahre. var. ß obliquum (N. v. E.) Hüben. Muse. germ. p. 67 (1833). Synonyme: Hymenost. obliqmim N. v. E. in Bryol. germ. I p. 194 t. 12 f. 2 (1S23). Gymnostomum sepincola Funck Samml. fasc. 28 No. 567. MoUia raicrost. var. ß obl. Braith. Brit. Mossfl. p. 234 (IBSö). Sammlungen; Erbar. critt. ital. No. 264. Jack, L. & St. Crypt. Badens No. 6<*. Rabenhorst, Bryotli. No. 307. 407. Schopf blätter aus breiterer Basis von der Mitte aufwärts durch die stark eingerollten Ränder fast pfriemenförmig, Seta kaum die Hüllblätter überragend. Kapsel länglich-cylindrisch, gekrümmt, stark übergeneigt ; Deckel kegelig, kurz (Fig. ^&). Sporen 0,024 mm, gelbbraun, nierenförmig. rar. ;' brachycarpiini (Bryol. germ.) Hüben. Muse. germ. p. G7 (1833). Synonyme: Hymenost. braclij'c. Bryol. germ. I p. 196 t. 12 f. 3 (1823\ Hymenost. planifolium Sendt., Regensb. Denkschr. HI p. 143 (1841). Gymnostomum microst. var. ö brachyc. Schimp. Syn. 1 ed. p. 34 (1860). Weisia brachycarpa Jiir. Laubmfl. Oestr.-Ung. p. 9 (18S2). Sammlungen: Rabenhorst, Bryoth. n. 859. Blätter breiter, flach oder nur wenig eingebogen, stachel- spitzig, Blattzellen oben 0,01 mm. Kapsel aufrecht, dick eiförmig, 15 '^ 228 am Rücken buckelig, Deckel schief geschnäbelt. Sporen in der- selben Kapsel ungleich gross, die nierenförmigen 0,024^0,028 mm, die runden 0,017 — 0,02 mm. An Waldrändern, grasigen Stellen, Gräbenwänden, Erdblössen in der Ebene und niederen Bergregion durch das ganze Gebiet gemein, auch auf Kalk, ebenso die beiden Varietäten. — Wurde von Hedwig in ausgetrockneten Fischteichen um Leipzig und von Ehrhart bei Hannover entdeckt. Blandow hat fasc. 1 n. 4 die ersten deutschen Exemplare ausgegeben. Höchste Standorte: Gräfen- Fig. S6. H y m e n s 1 m u m m i c r o s t o m u m /? o b 1 i q u u m (N. v. E.) 3_3 a. Habitusbild b. Haube. berg im schles-mähr. Gesenke bei (327 m; Berchtesgaden in Bayern bei 800 m (Lorentz, Molendo); in den österreichischen Alpen nach Juratzka bis etwa 950 m, nach Pfeffer in Rhätien bis 1000 m. — Var. ß kannten die Verfasser der Bryol. germ. schon von mehreren Standorten ; var. y wurde von Bruch um Zweibrücken entdeckt. — Ausserdem unterscheidet die Bryol. eur. noch eine var. elatum, bei welcher die Kapseln, die hier sehr klein sind, von den schlanken Innovationen über- ragt werden. Wer Hymenostomum hracliycarpum als Art betrachtet, muss auch dem H. öbliquum Artrecht einräumen. 229 -j"}- Urnenmündiing bei der Entdeckelung in der Mitte mit einer Oeffnung. 63. HJ^nenostOlllum tortile (Schwägr.) Bryol. eur. fasc. 33/3, p. 6 t. 3 und 4 (1846). Synonyme: Gymnostomura tortile Schwägr. in Schrad. Neu. bot. Journ. IV p. 17 t. 1 (ISIO). Gymnostomum condensum Voit in Sturm Deutschi. Fl. 11. Heft 11 (1810). Weisia tortüis G. Müll. Syn. I p. 661 (1849). Weisia involuta Brid. Bryol. univ, I.p. 336 (1826). Weisia condensa Lindb. de Tort. 230 (1864). Mollia tortüis Braith. Brit. Mossfl. p. 235 (1885). Sammlungen: Rabenh. Bryoth. No. 408. Erbar. crittog. Ital. No. 462. Einhäusig, c? Blütiien terminal, doch spärlich angelegt, meist eigene Sprosssysteme bildend, dick knospenförmig, mit zahlreichen gelbrothen Antheridien (Schlauch 0,35 mm) und wenigen Paraphysen ; Hüllblätter aus breit eiförmiger Basis rasch zungenförmig mit aus- tretender, schwacher Rippe. — Kräftiger als die vorigen Arten. Rasen 1 — 2 cm hoch, schwach glänzend, leicht zerfallend, unten rostfarben. Stämmchen vielfach getheilt und dicht beblättert, Innenzellen locker, gelb- und dickwandig, Stammbündel deutlich begrenzt. Blätter ziemlich gleichgross, die längsten bis 2,4 mm, kürzer, breiter und viel derber als bei den vorigen Arten, aufrecht-abstehend, trocken verbogen und hakig eingekrümmt, läng- lich-lanzettlich, stumpf gespitzt, durch die sehr kräftige, bis 0,07 mm breite, im Alter rothe Rippe kurz stachelspitzig, Ränder oberhalb stark bis spiralig eingerollt, doch bleibt beiderseits der Rippe ein breiter Lamin astreifen frei. Rippe fast biconvex, mit 4—